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Auf der Kugel stand kein NameOriginaltitel: No Name on the Bullet Regie: Jack Arnold Drehbuch: Gene L. Coon Produktion: Jack Arnold, Howard Christie Darsteller: Audie Murphy, Joan Evans, Charles Drake, Virginia Grey, Warren Stevens USA 1959 Laufzeit: 74 Minuten Der Name Jack Arnold steht in der Regel für SF-Filme der 50er Jahre. »Tarantula«, »Der Schrecken des Amazonas« oder »Die unglaubliche Geschichte des Mr. C« sind inzwischen nicht nur Klassiker des Genres, sondern der Filmgeschichte. Neben seinen Arbeiten im Bereich der Phantastik drehte Arnold jedoch auch Westernfilme. So u. a. »Auf der Kugel stand kein Name«, in dem der Auftragskiller John Grant in der kleinen und lieblichen Stadt Lordsburg auftaucht. Bereits bei seiner Ankunft sorgt Grant für ziemlich viel Wirbel. Die halbe Stadt scheint ihn zu kennen und Angst davor zu haben, von ihm erschossen zu werden. Zunehmend verdüstert sich dadurch die Atmosphäre, mancher rastet aus. Nur der Arzt Luke Canfield versucht, einen klaren Kopf zu behalten. Doch gerade mit Luke versucht Grant eine nähere Bekanntschaft aufzubauen. Jack Arnolds Film aus den ausklingenden 50er Jahren vermischt die politische Paranoia dieses Jahrzehnts mit der gesellschaftlichen Kritik der aufkommenden 60er. Eine Gefahr schleicht sich von außen in die kleine Stadt ein, nur um dafür zu sorgen, dass die hässliche Vergangenheit des ein oder anderen Bürgers zutage tritt. Dadurch bekommt die abgebildete Gesellschaft einen doppelten Boden – die Hysterie erinnert dabei teilweise an den SF-Klassiker »Invasion der Körperfresser«. Was nach außen hin zunächst liebevoll und herzlich erscheint, wird von Grant als Maskerade entlarvt. Fast jeder der in Lordsburg wohnenden Menschen scheint ein schmutziges Geheimnis zu verbergen. Somit demaskiert Regisseur Jack Arnold den äußeren Schein einer angeblich heilen Welt als Selbstbetrug. Die Thematik wird von Arnold gekonnt umgesetzt in einer von Anfang an präsenten dichten Atmosphäre, die vor (An)Spannung nur so knistert. Dies gelingt ihm durch einen hervorragenden Szenenaufbau und geniale Kameraeinstellungen. Eine Besonderheit des Films ist, dass Schauspieler Audie Murphy, der damaligen Kinogängern stets nur in der Rolle des Guten bekannt war, hier die Seite wechselt. Als zwielichtiger Killer mit schwarzem Pferd und dunkler Kleidung sorgt er für Unbehagen (inklusive Blusenaufreißen). Wie Hank Schraudolph bemerkt, lieferte Murphy alias Grant durch eine Dialogzeile nebenbei den Grundpfeiler für die Karriere einer anderen, weit bekannteren Figur. »Mein Name ist Grant, John Grant.« Fazit: Copyright © 2010 by Max Pechmann |