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Repo MenRegie: Miguel Sapochnik Drehbuch: Eric Garcia, Garrett Lerner Produktion: Scott Stuber Darsteller: Jude Law, Forest Whitaker, Carice van Houten, Alice Braga, Liev Schreiber USA 2010 Laufzeit: 111 Minuten FSK 16 Filme mit Starbesetzung bedeuten nicht zugleich, dass diese sich zu finanziellen Erfolgen entwickeln. Die SF-Satire Repo Men ist ein Beispiel, dass sich Produzenten ganz schön verschätzen können, was die Anziehungskraft von bekannten Schauspielern betrifft. Die Frage ist jedoch, ob der Film zurecht erfolglos war oder ob es sich hier um ein falsch verstandenes Meisterwerk handelt. Um es vorwegzunehmen: Ein falsch verstandenes Meisterwerk ist Repo Men sicherlich nicht. Der Film bedient sich der Grundidee von Logans Run, nur dass dort Leute gejagt werden, die älter als 30 geworden sind. Auch dass die Hauptfigur sich plötzlich auf der Seite der Gejagten befindet, ist diesem Konzept entnommen und daher nichts Neues. Der Rest ist eine Mischung aus Groteske und Satire, wobei sich Regisseur Sapochnik fast schon schonungslos am neuen südkoreanischen Kino bedient. Eine der Hauptszenen, in denen Remy in einem weiten Flur gegen eine Gruppe Sicherheitsleute kämpft, ist beinahe eins zu eins vom koreanischen Kultfilm Oldboy übernommen. Die nächtlichen Stadtkulissen sind einmal mehr eine Anlehnung an Blade Runner. Der supermodernen Stadt stehen die spießerisch dargestellten Vororte, in denen Remy und Jake wohnen, gegenüber. Hier finden sich Anspielungen an den phantastischen Film der 80er Jahre, der fast nicht ohne Suburb auskam. Die Gags, die sich durch den ganzen Film ziehen, sind manchmal bizarr, manchmal albern und manchmal schwarzhumorig. Es ist kein ernster SF-Thriller, sondern ein Stück Gesellschaftssatire, gepaart mit Selbstironie. Die geradlinig verlaufende Handlung wird gelegentlich durch skurrile Rückblenden unterbrochen, in denen der Zuschauer mehr aus Remys und Jakes gemeinsamer Vergangenheit erfährt, was eindeutig zum grotesken Teil des Films gehört. Der Höhepunkt des Films, eine Art blutige Schnippelorgie, zieht sich dann doch etwas zu sehr in die Länge und erscheint, als habe Sapochnik alles noch etwas blutiger und tabuloser haben wollen, aber sei von den Produzenten gebremst worden. Copyright © 2011 by Max Pechmann |