Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Filmrezensionen Science-Fiction - Repo Men


Filmrezensionen Science-Fiction - Repo Men

Repo Men
Regie: Miguel Sapochnik
Drehbuch: Eric Garcia, Garrett Lerner
Produktion: Scott Stuber
Darsteller: Jude Law, Forest Whitaker, Carice van Houten, Alice Braga, Liev Schreiber
USA 2010
Laufzeit: 111 Minuten
FSK 16

Filme mit Starbesetzung bedeuten nicht zugleich, dass diese sich zu finanziellen Erfolgen entwickeln. Die SF-Satire Repo Men ist ein Beispiel, dass sich Produzenten ganz schön verschätzen können, was die Anziehungskraft von bekannten Schauspielern betrifft. Die Frage ist jedoch, ob der Film zurecht erfolglos war oder ob es sich hier um ein falsch verstandenes Meisterwerk handelt.
Die Handlung spielt im Jahr 2025. Der Konzern The Union bietet Organtransplantationen an. Diese sind natürlich teuer. Doch zum Glück kann man die Kosten auch per Raten abbezahlen. Wer allerdings mit den Raten hinterherhinkt, der bekommt es mit den Repo Men zu tun. Diese sind eine Art Kopfgeldjäger, die im Auftrag des Konzerns Leute ausfindig machen, welche ihre eingepflanzten Organe nicht mehr bezahlen können. Zu eben diesen Leuten gehören die beiden Kollegen Remy und Jake. Bei einem Einsatz erleidet Remy einen Herzstillstand. Kurzerhand wird ihm ein neues Herz eingepflanzt. Dieser Umstand macht ihn vom Jäger zum Gejagten. Denn auf einmal kann er die Kosten der Operation nicht mehr aufbringen.

Um es vorwegzunehmen: Ein falsch verstandenes Meisterwerk ist Repo Men sicherlich nicht. Der Film bedient sich der Grundidee von Logans Run, nur dass dort Leute gejagt werden, die älter als 30 geworden sind. Auch dass die Hauptfigur sich plötzlich auf der Seite der Gejagten befindet, ist diesem Konzept entnommen und daher nichts Neues. Der Rest ist eine Mischung aus Groteske und Satire, wobei sich Regisseur Sapochnik fast schon schonungslos am neuen südkoreanischen Kino bedient. Eine der Hauptszenen, in denen Remy in einem weiten Flur gegen eine Gruppe Sicherheitsleute kämpft, ist beinahe eins zu eins vom koreanischen Kultfilm Oldboy übernommen. Die nächtlichen Stadtkulissen sind einmal mehr eine Anlehnung an Blade Runner. Der supermodernen Stadt stehen die spießerisch dargestellten Vororte, in denen Remy und Jake wohnen, gegenüber. Hier finden sich Anspielungen an den phantastischen Film der 80er Jahre, der fast nicht ohne Suburb auskam. Die Gags, die sich durch den ganzen Film ziehen, sind manchmal bizarr, manchmal albern und manchmal schwarzhumorig. Es ist kein ernster SF-Thriller, sondern ein Stück Gesellschaftssatire, gepaart mit Selbstironie. Die geradlinig verlaufende Handlung wird gelegentlich durch skurrile Rückblenden unterbrochen, in denen der Zuschauer mehr aus Remys und Jakes gemeinsamer Vergangenheit erfährt, was eindeutig zum grotesken Teil des Films gehört. Der Höhepunkt des Films, eine Art blutige Schnippelorgie, zieht sich dann doch etwas zu sehr in die Länge und erscheint, als habe Sapochnik alles noch etwas blutiger und tabuloser haben wollen, aber sei von den Produzenten gebremst worden.
Repo Men ist kein schlechter Film. Andererseits gibt es durchaus bessere Produktionen. Die Mischung aus Trash, Satire und Gore passt. Schade ist nur, dass hier wenig neue Ideen zur Geltung kommen, sondern man sich bekannten Konzepten bedient. Ein bisschen mehr Eigeninitiative hätte dem Film gut getan.

Copyright © 2011 by Max Pechmann

 

© by 2011
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox