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Il Mare - Das Haus am Meer Originaltitel: Siworae Regie: Hyun-Seung Lee Drehbuch: Eun-Jeong Kim, Tae-Yeon Won Darsteller: Jung-Jae Lee, Gianna Jun, Mun-Saeng Kim Südkorea 2000 Laufzeit: 107 Minuten Es gibt SF-Filme, bei denen man den SF-Teil gar nicht richtig wahrnimmt. Die koreanische Produktion Il Mare ist solch ein Fall. Der mehrfach ausgezeichnete Film beschäftigt sich mit einem Haus, das am Ufer eines Meeres liegt, sowie dessen Briefkasten. Dieser steht eigentlich im Zentrum des gesamten Films. Als der Architekt Sung-Hyun das Haus mietet, findet er in dem Briefkasten die Mitteilung einer früheren Bewohnerin aus dem Jahr 1999, die den Nachmieter bittet, ihr die Post nachzusenden. Sung-Hyun lebt aber im Jahr 1997. Zunächst hält er die Postkarte für einen Scherz. Doch dann erhält er einen weiteren Brief von Eun-Ju, ebenfalls aus dem Jahr 1999. Es folgt eine eigenartige Korrespondenz zwischen beiden, da der Briefkasten wie eine Zeitmaschine funktioniert. Während der Architekt seine Briefe praktisch in die Zukunft schickt, sendet sie ihre Briefe in die Vergangenheit. Man braucht nicht lange zu warten, bis sich daraus eine Art Liebesbeziehung entwickelt. Schließlich beschließen beide, sich an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit zu treffen … Die Handlung des Films ließ mich das Schlimmste befürchten: eine tranige Liebessülze. Daher wagte ich mich mit entsprechender Skepsis an diese Produktion heran. Meine Befürchtungen lösten sich allerdings in Luft auf. Il Mare ist alles andere als Kitsch. Ansatzweise romantisch erzählt Regisseur Hyun-Seung Lee die Geschichte hauptsächlich in einer zwar stimmungsvollen, doch vielmehr nüchtern-melancholischen Weise. Es passiert eigentlich nicht viel, außer dass sich Eun-Ju und Sung-Hyun gegenseitig Briefe schreiben. Die aus dem Off vorgetragenen Texte sind sehr poetisch, aber auch hier sucht man vergeblich etwas, dass auch nur ansatzweise sülzig ist. Copyright © 2011 by Max Pechmann |