Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Filmrezensionen Science-Fiction - Erotibot


Filmrezensionen Science-Fiction - Erotibot

Naoyuki Tomomatsu
Erotibot - It’s Always A Pleasure
Produktion: WVG Medien GmbH 09/2011
DVD, PAL, Erotik, Drama, SF
1 Disk, ca. 70 Minuten, Regionalcode 2
FSK 18
Bildformat: 16:9 – 1.77:1
Sprachen/Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Japanisch (Dolby Digital 2.0), Japanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Darsteller: Asami, Maria Ozawa, Yûya Tokumoto
Bonus: Trailer, Bildergalerie
Erhältlich u.a. bei Amazon, Preis 14,99 Euro.

Tamayo, Tochter und Alleinerbin eines Industriellen, lebt allein und abgeschieden in einem hübschen Haus. Ihre einzigen Gefährten sind Diener 1, Diener 2 und – neu an ihrem Geburtstag hinzugekommen, Diener 3.
Das Besondere an diesen Dienern – sie alle sind Androiden. Frei von Gesellschaft lebt Tamayo ihr Leben, unterhält sich mit den Androiden und entdeckt, als ihre Reife erwacht, dass auch Maschinen mit gewisser Hardware ausgestattet sind.
In dieses zarte Treiben platzt ihre Halbschwester samt menschlicher Dienerin. Denn diese, enterbt und auf Rache sinnend, hat nur eines im Kopf – dass Tamayo auf ihr Erbe verzichtet.
Ein Kampf entbrennt, bei dem reichlich Schmierflüssigkeit fließt.
Wird die böse Halbschwester obsiegen? Oder wird Tamayo doch noch im letzten Moment gerettet?

Schaut man sich Titel und Aufmachung des Films an, fragt man sich ernsthaft, ob einen die Macher vielleicht verarschen wollen. Der Titel, die Bilder – alles ist auf billigen Sex & Gore ausgelegt. Titten, feuchte Spiele – eben das, was einen pubertierenden Jüngling in Ekstase versetzen kann, bei reiferen, abgeklärten Zuschauern jedoch eher die Lachmuskeln reizt.
Schaut man sich den Film jedoch an, wird man schnell eines Besseren belehrt.
Denn das, was sich auf dem Bildschirm tut, ist schon fast mit dem klassischen Kyōgen vergleichbar. Die Schauspieler – auch die Androiden wirken sehr menschlich, auf Masken wird größtenteils verzichtet – legen sehr viel Leidenschaft in den Stoff. Und damit meine ich nicht einmal die Sex-Szenen, denn diese wirken aufgesetzt. Der Film käme auch glänzend oder die Softporno-Sequenzen aus.
Im tieferen Sinn geht es um Altes und Neues, um Hierarchien, Selbstwertgefühl und Kraft, wo scheinbar Schwäche herrscht. Selbst die Gier der Halbschwester, Auslöser für das Beschriebene, ist lediglich der vordergründige Aufhänger.
So gesehen kann dieser Film all jenen empfohlen werden, die nicht beim Anblick nackter Titten die Bibel aus dem Schrank holen und über eingeschobene Sexszenen hinwegsehen können. Was genau sich Naoyuki Tomomatsu bei seiner Komposition gedacht hat, weiß wohl nur er – am Ende bleibt ein Film, der einen deutlich besseren Eindruck hinterlässt als Titel und DVD-Box vermuten lassen.

Als Bonus werden Trailer und Bilder mitgeliefert; nicht eben umfangreich, aber besser als nichts. Ein Wendecover lässt den hässlichen FSK-Kasten verschwinden; besser wird das Cover dadurch aber nicht, denn es ist und bleibt dämlich und wird dem Film nicht gerecht.

Fazit:
Ein guter Film, sieht man von den Softsex-Minuten ab. Die sind eher … unwichtig.

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen

 

© by 2011
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox