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Ohne jede SpurOriginaltitel: Abandoned Regie u. Produktion: Michael Feifer, Drehbuch: Peter Sullivan, Jeffrey Schenck, Darsteller: Brittany Murphy, Dean Cain, Mimi Rogers, Peter Bogdanovich, Jay Pickett USA 2010 Laufzeit: 85 Minuten Der Thriller Ohne jede Spur wäre wahrscheinlich überhaupt nicht wahrgenommen worden, wenn nicht die Hauptdarstellerin Brittany Murphy kurz nach den Dreharbeiten an einer unguten Mischung aus Medikamenten, Drogen und einer Lungenentzündung gestorben wäre. Dies sagt natürlich nichts über die Qualität des Films aus. Trash-Fans, die auf den Namen des Regisseurs schielen, ahnen jedoch bereits Schlimmes. Michael Feifer gehört zu der Kategorie von Filmemachern, die zeigen, dass sie etwas können, dieses Etwas aber nicht wirklich preisgeben. Das Ergebnis ist dabei jedes Mal ähnlich: ein Film, der in Ansätzen nicht wirklich schlecht ist, im Groben und Ganzen jedoch nicht überzeugt. Ohne jede Spur orientiert sich sehr an Flight Plan, nur dass das Kind durch einen Mann und das Flugzeug durch ein Krankenhaus ersetzt wurden. Klingt merkwürdig, ist aber so. Hauptfigur ist die Bankangestellte Mary Walsh, die ihren Freund Kevin ins Krankenhaus bringt, da er sich einer Knieoperation unterziehen muss. Als sie ihn abholen will, ist er jedoch spurlos verschwunden. Hinzu kommt, dass sich das gesamte Krankenhauspersonal nicht an den Mann erinnern kann und es auch keinen Operationstermin gegeben hat. Die Frage, die sich nun alle stellen, lautet: Ist Mary verrückt? Mary Walsh kennt die Antwort darauf und versucht alles, um zu beweisen, dass sie bei klarem Verstand ist. Schließlich sucht sie ein fremder Mann auf, der weiß, wo sich Kevin aufhält. Zugleich verlangt er zehn Millionen Dollar Lösegeld, die Mary innerhalb einer Stunde beschaffen soll. Michael Feifer zieht einmal mehr alle Register seines Könnens und seines Nicht-Könnens. Zugegeben, nach seinem Langweiler Graveyard habe ich befürchtet, dass er in Hollywood zum Kabelträger degradiert wurde. Aber nichts da. Ihm gelang es sogar, 80er Ikone Mimi Rogers mit ins Boot zu holen, und für Regisseur Peter Bogdanovich war sogar auch noch Platz. Nur half dies dem Film nicht wirklich. Schuld daran ist die uninspirierte Handlung und irgendwie sicherlich auch Dean Cain, der einmal mehr vergeblich versucht, zu schauspielern. Interessant ist dennoch der Teil des Films, in dem Mary plötzlich mehr und mehr in Panik gerät, nachdem sie ihren Freund nicht mehr auffinden kann. Hier zeigt sich Feifers Können, indem er diese Szenen in Form einer Dokusoap präsentiert, was der Handlung in diesem Teil eine hohe Dichte verleiht. Danach jedoch versiegt seine Motivation sofort wieder. Was übrig bleibt, ist ein Film, der in gewohnter Manier vor sich hinplätschert – und den man vor allem schnell wieder vergisst. Copyright © 2011 by Max Pechmann |