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Filmrezensionen Horror - The Walking Dead - Staffel 1

Frank Darabont
The Walking Dead - Die komplette erste Staffel

The Walking Dead – The comlete first Season, USA
WVG Medien, Hamburg, 28.10.2011,
DVD, Horror, Endzeit, EAN: 4250148705510
2 DVDs, 282 + 100 Min Bonus, 6 Folgen
Extras: Making of, Inside THE WALKING DEAD: Episoden 1-6, Sneak Preview mit Robert Kirkman, Behind the Scenes, Diskussionsrunde mit den Produzenten
Altersfreigabe/FSK: 18
Bildformat (16:9), PAL/NTSC; Regionalcode RC=(Codefree (0), 1-4)
Sprachen/Tonformat: Deutsch/Englisch
Untertitel: Deutsch
Produzent: Frank Darabont, Gale Anne Hurd, Robert Kirkman, Chic Eglee, David Alpert, Denise Huth
Darsteller: Andrew Lincoln, Sarah Wayne Callies, Jon Bernthal, Laurie Holden, Emma Bell, Steven Yeun
Musik: (falls herauszubekommen, ist nämlich nicht immer leicht)
Sonstiges: Schuber
http://www.wvg.com/ceemes//article/show/125308
Eventuell interessante URLs zum Film, einem Star-Schauspieler o.ä.

Sheriff-Deputy Rick Grimes wird bei einem Einsatz lebensgefährlich verletzt und fällt ins Koma. Als er Wochen später erwacht, findet er sich in einem postapokalyptischen Alptraum wieder. Das Krankenhaus ist menschenleer. Verwirrt und verängstigt versucht er sich in der Umgebung zurechtzufinden. Doch er ist nicht allein, denn die Toten sind wieder erwacht und auf der Suche nach Menschenfleisch. Unterwegs trifft er auf einen Mann und seinen Sohn, die ihm helfen, zu Kräften zu kommen. Gemeinsam gehen sie zum Haus von Grimes, doch dessen Sohn Carl und seine Frau sind verschwunden. Grimes ist fest davon überzeugt, dass seine Familie noch lebt, denn auch die Fotos und Familienalben sind weg. In der Polizeistation versorgen sich die Überlebenden mit Waffen und Vorräten. Doch Grimes' Helfer haben noch etwas zu erledigen, und so macht sich der Polizist allein auf den Weg, um seine Frau und seinen Sohn zu finden. Was ihn in den Trümmern der Zivilisation erwartet, ist das pure Grauen. Doch es gibt Hoffnung, denn in den Bergen hat eine Gruppe Überlebender ein Lager errichtet. Allerdings bilden die Zombies nicht die einzige Gefahr, denn auch die Spannungen unter den Menschen sind ein Pulverfass, bei dem der kleinste Funke genügt, um die Situation eskalieren zu lassen ...

Die gleichnamige Comic-Serie ist unter den Fans schon legendär, und dementsprechend hoch waren die Erwartungen an die TV-Serie, die durchaus erfüllt wurden. Die Story ist dabei nicht unbedingt neu. Gerade der Beginn erinnert stellenweise an Danny Boyles 28 Days later, wo der Protagonist ebenfalls allein und verwirrt in einem menschenleeren Krankenhaus erwacht. Der Zuschauer ist sofort mittendrin im Geschehen und es dauert auch nicht lange, bis die ersten Zombies auftauchen. Die Produktion lebt vor allen Dingen durch die unterschiedlichen und glaubhaften Charaktere. Die Schauspieler, allen voran Andrew Lincoln, liefern eine ausnahmslos hervorragende Darstellung ihrer Rollen ab. Dabei geht es wirklich brutal zur Sache, sodass die Freigabe ab 18 Jahren durchaus gerechtfertigt ist. Zwar heißt es, dass die deutsche DVD-Version im Vergleich zum US-Original gekürzt ist, doch das fällt nicht weiter auf und stört den Filmgenuss keineswegs. Das, was der Zuschauer nämlich darüber hinaus noch zu sehen bekommt, lässt das Herz eines jeden Horror-Fans höherschlagen. Dabei wird die Brutalität aber nie zum Selbstzweck und ist in Anbetracht der Handlung für die Figuren absolut lebensnotwendig. Sowohl für die eine als auch für die andere Seite. Das Zombie-Make-up ist äußerst realistisch und hoch professionell. Dementsprechend sind auch die Anforderungen an die Schauspieler gewesen, wie man in den Extras zu sehen bekommt. Doch natürlich sind die Zombies nicht die einzige Bedrohung, immer wieder kommt es innerhalb der Gruppe zu Konflikten und auch andere Überlebende sind den Protagonisten nicht immer freundlich gesonnen. Im Lauf der ersten sechs Folgen tritt die Bedrohung durch die Untoten mehr und mehr in den Hintergrund. Zwar sind die Zombies und vor allen Dingen die allgegenwärtige Gefahr der Infektion omnipräsent, doch gerade in den letzten beiden Episoden steht die Suche nach dem Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC) im Fokus.
Der Soundtrack ist hervorragend auf die Handlung und die einzelnen Szenen abgestimmt. Die Kameraführung ist sehr ruhig und angenehm und verzichtet bei Actionszenen auf unnötige Wackelei oder dergleichen experimentelle Spielereien, um Mängel bei den Spezialeffekten zu kaschieren. Die sind nämlich von herausragender Qualität und brauchen den Vergleich mit Hollywood-Blockbustern nicht zu scheuen. Die einzelnen Folgen bauen nahtlos aufeinander auf und die erste Staffel endet auch sinnvollerweise nicht mit einem fiesen Cliffhanger. Immerhin muss sich eine neue Serie erst einmal beim Publikum durchsetzen und etablieren. Wäre immerhin nicht die erste Serie, die nach der ersten Staffel abgesetzt wird und dank eines offenen Endes zahlreiche Fans frustriert zurücklässt, wie das Beispiel Blade bezeugen kann. So aber hält der Zuschauer eine in sich abgeschlossene erste Staffel in sechs Episoden in Händen, die man optimal als eigenständigen Film betrachten kann. Trotzdem sind genug Handlungsfäden offen, um gespannt auf die Fortsetzung zu sein. Denn dafür sind einem die Protagonisten in den 282 Minuten auch viel zu sehr ans Herz gewachsen. Auch die Ausstattung der Doppel-DVD kann sich mit 100 Minuten Bonusmaterial sehen lassen. Neben dem mittlerweile obligatorischen Making-of gibt es jede Menge Extras, wie die Zombie-Schule, Behind the Scenes (Zombie-Make-up-Tipps), Diskussionsrunden mit den Produzenten, Interviews und vieles, vieles mehr.

Das Cover der DVD-Box zeigt die Schlüsselszene der ersten Folge, in der Rick Grimes auf einem Pferd in die verwüstete Stadt reitet. Auffallend ist die absolute Leere der rechten Fahrbahn, denn in die Stadt hinein wollte aus verständlichen Gründen eigentlich niemand mehr.

Fazit:
Ein Zombie-Szenario der Superlative. Exzellente Schauspieler in einer gut durchdachten Story mit jeder Menge Action machen die erste Staffel von The Walking Dead zum Fest für alle Zombie-Fans.

Copyright © 2012 by Florian Hilleberg

 

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