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Paganini Horror - Der Blutgeiger von VenedigOriginaltitel: Paganini Horror Regie und Drehbuch: Luigi Cozzi Produktion: Fabrizio de Angelis Darsteller: Donald Pleseance, Jasmine Malmone, Daria Nicolodi, Pascal Persiano, Chantal Kubel Italien 1989 FSK: 16/18 (beide Versionen uncut) Laufzeit: 80 Minuten Es gibt Filme, die so schlecht sind, dass sie schon wieder gut sind. Dieses Merkmal trifft u. a. auf den italienischen Horrorfilm »Paganini Horror« zu. Regie führte der Mario Bava Schüler Luigi Cozzi. Von der Qualität eines Bava ist hier freilich nichts zu merken. Unterhaltsam ist der Film allerdings irgendwie schon. Es geht um eine Girlband, die ein verlassenes Haus bezieht, um dort das Musicvideo zu ihrem neuesten Song zu drehen. Das Lied basiert auf einer alten Partitur, die vom Teufelsgeiger Paganini komponiert wurde. Angeblich schloss Paganini einen Pakt mit dem Teufel, sodass sein Fluch auch heute noch an den Noten haftet. Während der Aufnahmen zu dem Video geschehen sonderbare Dinge. Ein Mitglied der Band nach dem anderen kommt ums Leben. Niemand anderer als Paganini selbst schleicht als mörderischer Zombiegeist durch das alte Gemäuer und sorgt dabei für mehr Lacher als für Spannung. Der Film, der in der Endphase des italienischen Horrorfilms produziert wurde, besitzt einen recht gut gemachten surrealen Anfang. Doch nach etwa zehn Minuten erfolgt die Ernüchterung. Schlechte Schauspieler, ein schlechtes Drehbuch und – für Freunde deutscher Tonspuren – eine miserable Synchronisation. Die gespielte Partitur erinnert stark an den Song »Twilight« der 70er Jahre Band ELO. In der Tat ist die Melodie so sehr abgekupfert, dass man sich die Frage stellt, ob nicht Jeff Lynn darauf Tantiemen beanspruchen wollte. Laut Gerüchten soll der Schauspieler Donald Pleseance während der Dreharbeiten vollkommen betrunken gewesen sein. Seine unsicher schwankenden Bewegungen sowie seine leicht lallende Stimme scheinen das Gerücht zu bestätigen. Hier und da aber gelingt Regisseur Cozzi doch noch die ein oder andere gelungene Aufnahme. So kommt die Architektur des alten Hauses recht gut zur Geltung. Er selbst schiebt natürlich alles auf das geringe Budget. Wie dem auch sei, der Film ist für Freunde trashiger Unterhaltung auf jeden Fall sehenswert. Alles andere als ein Horrorfilm im Stile Argentos oder eben Bavas, ist der Film dennoch nie langweilig, sondern stets unterhaltsam. Und mindestens diesen Anspruch sollte ein Film haben. © Max Pechmann |