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Filmrezensionen Horror / Grusel

OCCHI DI CRISTALLO (EYES OF CRYSTAL)
Italien 2005
Regie: Eros Puglielli
mit Luigi Lo Cascio, Lucia Jimenez, Jose Angel,
Egido Simon Anndreu, Carmelo Gomez.
Farbe – 107 Minuten.

Spannungsfilme aus Italien, die einen so richtig vom Hocker hauen, sind leider sehr selten geworden. Um so schöner, wenn dann mal wieder einer kommt, der dann auch gleich noch günstig bei uns zu haben ist.
Kommissar Amaldi sieht sich mit einem recht kranken Serienkiller konfrontiert. Dieser entwendet seinen Opfern nämlich immer ein Körperteil und ersetzt es durch das entsprechende Gegenstück einer antiken Puppe. Gleichzeitig kümmert Amaldi sich noch um die Studentin Giuditta, die von einem Unbekannten verfolgt wird. Der Killer mordet weiter, ohne dass Amaldi einen echten Anhaltspunkt findet. Ein alternder Kollege, der auf dem Sterbebett liegt, bringt ihn schliesslich der Lösung nahe. Als dann noch Giuditta von dem Killer entführt wird, spitzt sich die Sache zu.
Die Lösung des Rätsels mag nicht wirklich ganz überzeugen, aber sie sei trotzdem nicht verraten. Letztlich ist die Story aber doch nur zweitrangig. Was den Film in dieser Zeit so außergewöhnlich macht, ist seine geradezu herausragende Inszenierung und die wirklich guten Darsteller. Es ist nämlich nicht leicht, Charaktere zu spielen, die es eigentlich gar nicht mehr geben dürfte. OCCHI DI CRISTALLO ist ein Film, der auch vor 35 Jahren hätte entstanden sein können. Er verbindet die klassischen italienischen Thrillergenres, den Giallo und den Slasher, gekonnt miteinander und überträgt sie in seiner Bildsprache in die Moderne. Dabei setzt er das um, was die damaligen Regisseure wie Sergio Martino oder Dario Argento auch gemacht haben: In erster Linie gilt es Spannung zu erzeugen. Dem vorliegenden Film gelingt dies zuweilen in ganz schlimmer Form. Hin und wieder drohen dem Zuschauer die Nerven zu reißen.
Es gelingt Puglielli, den Film zeitlos zu inszenieren. Seine Bildsprache ist durchaus modern, verneigt sich aber tief vor den Klassikern dieses Genres. Die Schauspieler agieren in klassischen Rollen, verstehen es aber, diese zeitgemäß zu verkörpern. Die Story ist ebenfalls eher klassisch (Anleihen bei Argento sind sogar eher gewollt als zufällig). Alles in Allem ein gelungener und sehr empfehlenswerter Film.
Augen auf: Das Italienische Spannungskino lebt!

© Norbert Aichele

 

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