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Filmrezensionen Horror - Nightmare on Left Bank

Nightmare on Left Bank
Belgien 2008
Deutsche DVD: Musketier Media 02/2011
DVD, Horror/ Thriller
1 Disk, ca. 102 Minuten
Altersfreigabe/ FSK: Ab 16
Bildformat: 16:9 - 1.77:1
Sprachen/Tonformat: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Flämisch (Dolby Digital 5.1)
Extras: Making of, erweiterte Szenen, Trailer
Regie: Pieter van Hees
Darsteller: Eline Kuppens, Matthias Schoenaerts, Sien Eggers u. a.
Preis: 12,99 Euro (Amazon)

Gewonnene Preise:
  • BESTER FILM – Neuchatel International Fantasy Film Festival
  • CRAZIEST FILM – Neuchatel International Fantasy Film Festival
  • SPECIAL MENTION AWARD – Eline Kuppens – Fant-Asia Film Festival Montreal

Nur die Zweitbeste zu sein reicht Marie nicht. Sie will die Beste sein, will gewinnen. Als Athletin sicherlich von Vorteil, wenn man ganz nach oben will.
Doch gerade als sie sich für einen großen Wettbewerb qualifiziert hat, bricht sie zusammen.
Die Diagnose ist niederschmetternd – mindestens einen Monat darf sie sich nicht anstrengen, da sie ihrem Körper einfach zu viel zugemutet hat.
Gut, dass sie Bobby trifft und sich in ihn verliebt. Mehr noch, sie beschließt, Urlaub bei ihm zu machen und so zieht sie kurzerhand in seine Wohnung in Linkeroever, einem Stadtteil von Antwerpen.
Doch schon bald stellt sie fest, dass die Bewohner des Hauses ein bisschen seltsam sind. Und was geschah eigentlich mit der jungen Frau, die zuvor in Bobbys Appartement wohnte?
Marie beginnt, Nachforschungen anzustellen. Und diese führen sie in einen Abgrund aus Verschwörung und Horror. Kann sie dem Grauen entkommen? Oder wird es sie am Ende verzehren?

Atmosphärischer Horror kommt zurzeit nicht aus den USA. Dort hat man sich auf den x-ten Aufguss des n-ten Slasher-Films spezialisiert, sodass die Innovationskraft des amerikanischen Horrorfilms stark gegen null tendiert; Ausnahmen wie zum Beispiel Paranormal Activity bestätigen da leider nur die Regel.
Umso besser, dass sich andere Länder auf ihre filmischen Stärken besinnen, den Horror für sich entdeckten und so den Amerikanern vormachen, wie es geht.
Wobei ich ehrlich gesagt bei Belgien eher an Waffeln, bei Antwerpen an Diamanten denke. Nicht an Horrorfilme.
Gut, dass mich Nightmare on Left Bank eines Besseren belehrt hat – auch wenn der Titel bei mir Assoziationen mit dem Nahost-Konflikt auslöste. West Bank und Left Bank klingen einfach zu ähnlich …
Die Atmosphäre des Films ist düster, die gezeigten Bilder besitzen eine ganz eigene Kraft, die den Zuschauer in seinen Bann ziehen. Dies liegt wohl auch daran, dass Linkeroever nicht gerade das beste Viertel von Antwerpen ist; im Gegenteil. Sucht man Tristesse, dann ist man dort genau richtig. Große Bauten, öde Landschaften … Genau das richtige Setting also, um einen solchen Film aufzuziehen.
Und doch ist Nightmare on Left Bank keine Milieustudie, auch wenn sich die Location dazu eignen würde. Nach einem recht geruhsamen Anfang nimmt die Handlung an Fahrt auf, das Beklemmende, Unheimliche entfaltet mehr und mehr seinen Sog, dem sich weder die Protagonistin noch der Zuschauer zu entziehen mag. Am Ende des Streifens schließt der Regisseur mit einem Twist, den ich so noch nicht gesehen habe, der dem Ganzen aber tatsächlich die Krone aufsetzt und erklärt, warum der Film bei diversen Festivals bei Kritikern und Publikum gleichermaßen gut ankam.
Dass der Macher des Films sein Handwerk versteht, zeigt auch der Verzicht auf Gore-Szenen. Diese braucht es auch nicht, denn die Spannung entsteht rein aus der Handlung, sodass der Regisseur auf solcherlei Vehikel verzichten kann. Dies bedeutet natürlich auch, dass Fans von Hardcore-Horror nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen.

Fazit:
Kann man auf Slasher mit Maske, sehr viel Blut und Gore verzichten, wird man mit einem intelligenten Horrorthriller belohnt, der sich vor Genregrößen wie »The Others« nicht zu verstecken braucht. Wer es deftig mag, ist hier falsch.

Copyright © 2011 by Gunter Arentzen

 

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