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GARUDAThailand 2004 Regie: Monthon Arayangkoon – mit Sornram Theappitak, Sara Legge, Daniel B. Fraser, Chalad Na Songkla, Piya Vimuktayon, Yani Tramod.
Im auf der US-DVD enthaltenen Interview outet sich der Regisseur als Anhänger der japanischen Kaiju Eiga-Filme (Godzilla, Gamera etc.). Und richtig, er hat diese Filme recht gut studiert. Wir finden in diesem ersten thailändischen Monsterfilm der Filmgeschichte so ziemlich alle Zutaten wieder, die einen solchen Film ausmachen. Überzeichnete, meist einfältige Charaktere, zweckdienliche Logiklöcher, die die Größe eines Mondkraters haben, ein Monster von der Größe eines Hauses, das nur eines im Sinn hat, nämlich alles kaputt zu machen. Das Drehbuch, die Bildsprache, die Charaktere – alles entspricht in etwa jenen japanischen Monsterfilmen, die Anfang der 90’er Jahre entstanden sind (z.B. GODZILLA VS. BIOLLANTE oder GAMERA – GUARDIAN OF THE UNIVERSE). In dieser Hinsicht macht der Streifen auch streckenweise richtig Spaß. Er beginnt als fast reiner Horrorfilm, manche Sequenzen innerhalb der Höhle und des Tunnelsystems sind spannend gemacht, wenngleich hier das Vorbild ALIEN in keiner Form erreicht wird. Wenn das Monster an die Oberfläche kommt, wird es allerdings ein wenig haarig. Offensichtlich krankt das Werk stark an seinem sehr begrenzten Budget. Das im Computer generierte Monster (hier weicht der Film leider von seinen Vorbildern ab – klassische Kaiju Eiga-Filme präsentieren einen Menschen im Monsterkostüm) hat nicht immer flüssige und logische Bewegungsabläufe und ist zuweilen richtig schlecht in den Film einkopiert. Die Zerstörungen halten sich, wohl aufgrund der Kosten, in Grenzen (aber da waren die Japaner ja Ende der 90’er auch nicht besser – bestes Beispiel GODZILLA VS. DESTOROYAH). Die Schwächen mag man aber verzeihen. Thailand macht erst seit wenigen Jahren international tragfähige Filme, was heißen soll: Sie lernen noch! Das Niveau der bekannteren Ostasiatischen Filme, etwa aus Hongkong, Japan oder Südkorea, ist noch nicht erreicht. Ein Film wie GARUDA wird sicherlich auch nicht dazu beitragen, dieses Land den Filmfans näher zu bringen, aber für einen unterhaltsamen Videoabend mit viel Popcorn und Cola reicht es allemal. Derzeit ist der Film nur als US-Import zu bekommen. Ob er nach Deutschland kommt, ist fraglich, da das Kaiju Eiga-Genre hierzulande nicht mehr sehr beliebt ist. Der Riesenflop von GODZILLA – FINAL WARS dürfte die Filmverleger in Deutschland eher etwas zurückschrecken lassen.
© Norbert Aichele |