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Rezension - Die Mühle der versteinerten Frauen

Die Mühle der versteinerten Frauen
Originaltitel: Il Mulino delle Donne di Pietra
Regie und Drehbuch: Giorgio Ferroni
Produktion: Giampaolo Bigazzi
Darsteller: Pierre Briece, Wolfgang Preiss, Scilla Gabel, Dany Carrel
Italien/Frankreich 1960
Laufzeit: 90 Minuten

Der Name Pierre Briece ist unweigerlich verbunden mit dem Namen des Apachenhäuptlings Winnetou. Diese wohl bekannteste Romanfigur von Karl May machte den französischen Schauspieler zum Star in Deutschland. Bis heute gehört er zu den Promis, die am häufigsten auf dem Cover der Jugendzeitschrift Bravo abgebildet wurde. Dass seine eigentliche Karriere allerdings mit einem Horrorfilm begann, dürfte den wenigsten bekannt sein.

1960 erhielt Pierre Briece die Hauptrolle in dem Gothic-Horror »Die Mühle der versteinerten Frauen«. Dieser Film, der auf einer flämischen Erzählung beruht, nimmt bereits das gesamte Repertoire der englischen Hammer-Produktionen sowie des italienischen Horrorfilms vorweg. Die stilvolle, satte Farbgebung, die düsteren, detaillierten Kulissen sowie die originellen Kameraeinstellungen lassen den ganzen Film zu einer Art Kunstwerk werden. Einzelne Szenen erinnern an die Gemälde flämischer Meister. Und dies hat auch seinen Sinn, hat doch der gesamte Film Kunst zum Thema.

Pierre Briece spielt darin den Architekturstudenten Hans van Harnim, der eine Arbeit über das »Carillon der versteinerten Frauen«, welches unheimliche Frauenstatuen auf einem Mühlenrad zeigt, schreiben möchte. Dieses befindet sich in einer einsam gelegenen Mühle. Er trifft auf seinen Lehrer Professor Wahl, dem die Mühle gehört. Dessen Tochter leidet jedoch unter einer seltsamen Krankheit. Um überleben zu können, benötigt sie ständig frisches Blut. Als Hans van Harnims Verlobte spurlos verschwindet, versucht er, auf eigene Faust, sie wieder zu finden. Dabei kommt er dem Geheimnis der Mühle und jenes seltsamen Kunstwerks mehr und mehr auf die Spur.

Gerüchten zufolge soll der bekannte italienische Horrorregisseur Mario Bava bei der Entstehung des Filmes mitgewirkt haben. Für Filmhistoriker scheint diese These plausibel, da dadurch die spezielle Farbgebung sowie der dramaturgische Stil des Filmes erklärt werden könnten. Diese tauchen erst wieder in Bavas eigenen Werken und in denen seines Schülers Dario Argento auf. Wirklich bewiesen ist diese Annahme allerdings nicht.

Der Film selbst lief mit annehmbarem Erfolg in den europäischen Kinos, entwickelte sich allerdings keineswegs zum Kassenschlager. Sehr schnell geriet »Die Mühle der versteinerten Frauen« wieder in Vergessenheit, sodass nach ein paar Jahren das Gerücht kursierte, dass der Film verschollen sei. Nur einzelne Szenenfotos zeugten überhaupt von der Existenz dieses Meisterwerks. Zum Glück jedoch entpuppte sich dieses Gerücht nicht als Wahrheit. Denn die Filmrollen staubten seelenruhig in einem Archiv vor sich hin. Erst kürzlich wurde »Die Mühle der versteinerten Frauen« sorgfältig restauriert und als DVD veröffentlicht.

Für Pierre Briece blieb der Erfolg in seinem Heimatland jedoch aus. Sein Landsmann Alan Delon machte ihm Konkurrenz und war auch beliebter beim französischen Publikum. In Deutschland gehört er bis heute zu den bekanntesten Schauspielern.

© Max Pechmann

 

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