Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Filmrezensionen Horror - Bubba Ho-Tep


Filmrezensionen Horror / Grusel

BUBBA HO-TEP

USA 2002

Regie: Don Coscarelli – mit Bruce Campbell, Ossi Davis, Ella Joyce, Heidi Marnhout, Bob Ivy, Daniel Roebuck, Reggie Bannister.
Farbe – 88 Minuten.

BUBBA HO-TEPBei manch einem Film wundert man sich, warum er keine weitere Verbreitung hat.
BUBBA HO-TEP ist so einer. Ein liebevoll gestalteter Film, der zumindest Filmfreunde in Verzückung bringen müsste.

Elvis lebt! Na ja, ein bisschen zumindest. Er vegetiert in einem abgeschiedenen Altersheim vor sich hin, in Gesellschaft von John F. Kennedy und einem, der sich für den Lone Ranger hält. In den 70’er Jahren hat Elvis irgendwann per Vertrag für eine Zeit lang die Identität mit einem Elvis-Imitator getauscht. Leider ist der Vertrag verbrannt und er musste fortan sein Geld als Kopie seiner selbst verdienen. Dabei kam es zu einem Unfall. Wie dem auch sei. Heute liegt er mit einem schweren Hüftleiden im Altersheim. Und da kommt es zu unerklärlichen Todesfällen. Kennedy (jetzt ein Schwarzer!) kommt dem Geheimnis auf die Spur. Es handelt sich um eine durch ein Busunglück zum Leben erweckte ägyptische Mumie, die in Cowboyoutfit durch das Altersheim streift und den Menschen die Seelen raubt. Und so treten ein Mann mit Gehhilfe und ein Mann im Rollstuhl dem Unheimlichen entgegen.

Die Story ist so wunderbar abgefahren, dass man sie einfach lieben muss. Der Film erzählt sie ruhig, ohne platte Schnörkel oder aufgesetzte Effekte. Vielleicht ist es das, was ihn auf der Strecke bleiben ließ. Die Regie ist zurückhaltend, lässt den Schauspielern viel Raum. Diesen nutzt vor allem Genre-Kult-Darsteller Bruce Campbell in der Rolle des gealterten Elvis Presley. Man kauft ihm die Rolle eigentlich jederzeit ab und er selbst spart nicht mit der Ironie, die eine solche Figur in einer solchen Umgebung und einer solchen Story braucht. Es gibt mehr als eine Szene mit Augenzwinkern, teilweise richtig kultige Dialoge zwischen Presley und Kennedy, und die Gedanken von Elvis, die immer wieder im Off gesprochen werden, sind phasenweise so urkomisch, dass eine echte Komödie da kaum mithalten kann. In seinen Spannungssequenzen funktioniert der Film meist ebenfalls. Herauszuheben ist da die Sequenz, in der Elvis und Ho-Tep das erste Mal aufeinander treffen.

Ein Film, den man einfach lieben muss. Nur wer ein blutiges Actionspektakel erwartet, wird ihm sehr schnell den Rücken zukehren.
Die Firma ANCHOR BAY hat in den USA und England eine exzellente Doppel-DVD veröffentlicht – diese reicht auch völlig. Wer braucht schon Elvis Presley und John F. Kennedy in Deutscher Synchronfassung

© Norbert Aichele

 

© by 2006
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox