Bloodbound
Regie, Drehbuch, Produktion: Ully Fleischer
Darsteller: Ingo Wendland, Thorsten Knippertz, Peter Nottmeier, Andy Zingsem, Götz Argus
FSK: 18
Deutschland 2007
Laufzeit: 102 Minuten
Die derzeitige Independentszene im Horrorgenre wird zurzeit regelrecht überflutet von schlecht gemachten Filmen, bei denen man regelrecht ins Zweifeln gerät, ob die Macher jemals zuvor eine Kamera in Händen hielten. Schlechte Schauspieler und eine Montage, die diese Bezeichnung nicht verdient, runden diese Produktionen ab. – Zum Glück aber gibt es auch Ausnahmen. Es ist verblüffend, dass eine davon aus Deutschland stammt.
Regisseur Ully Fleischer, der sich bisher als Konzertfilmer diverser deutscher Popbands einen Namen gemacht hat, legt mit »Bloodbound« einen selbst gebastelten Film vor, der durchaus Qualität beweist. Es geht um einen uralten Kampf zwischen dem Geheimbund der Seduiten und den Kreaturen von Angul, ein bösartiger Dämon. Unerwartet geraten die beiden Ganoven Vic und Stan mitten hinein in diese mystische Auseinandersetzung. Während Stan Angul verfällt, versucht Vic mit allen Mitteln, seinen Freund aus den Fängen des Dämons zu befreien.
Das Budget des Filmes entsprach wahrscheinlich dem Preis einer Gummibärentüte. Aber was Ully Fleischer aus diesem Bisschen gemacht hat, kann durchaus gewürdigt werden. Interessante Kamerafahrten und Einstellungen, gelungener Schnitt, eine spannende Handlung und gute Schauspieler. Dem Regisseur gelingt es, aus den kaum vorhandenen Mitteln einen durchweg unterhaltsamen Film zu machen. Hin und wieder gibt es die ein oder andere Splatter-Einlage, doch passen diese zur Handlung und sind kein Mittel zum Zweck. Der Film besitzt eine einheitliche, in Ansätzen stylische Ästhetik und kreiert eine fast schon endzeitlich wirkende Atmosphäre. Hierbei kommt auch der Humor nicht zu kurz. Tatsächlich verfehlen die eingestreuten Gags nicht ihre Wirkung.
Ully Fleischer wandelt durchaus auf den Pfaden anderer berühmt gewordener Horrorregisseure, deren Karrieren ebenfalls im No-Budget-Bereich begonnen haben. »Bloodbound« ist in diesem Sinne einen Blick wert.
© Max Pechmann |