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BHOOT Indien 2004 Farbe – 116 Minuten
Vishal und Swati, ein frisch gebackenes Ehepaar, beziehen eine Hochhauswohnung. Ihre Vormieterin hat sich angeblich vom Balkon in den Tod gestürzt. Zunächst beobachtet Swati merkwürdige Erscheinungen. Nach und nach glaubt sie, dass eine fremde Person in der Wohnung ist. Vishal schenkt ihr erst einmal keinen Glauben. Swati beginnt zu Schlafwandeln. Auf einer dieser Touren ermordet sie den Wachmann des Hauses. Der Geist von Manjeet, die in der Wohnung umgekommen ist, ergreift mehr und mehr von ihr Besitz. Vishal zieht nun doch einen Psychologen zu Rate. Als dieser aber erfolglos ist, sucht er eine Art Hexe auf, die den fremden Geist aus seiner Frau heraus treiben soll. Das gelingt jedoch erst, als der Mörder Manjeets seine Schuld eingesteht. BHOOT ist der (erfolglose) Versuch Indiens, den atmosphärischen und psychologischen Horrorfilmen Ostasiens (vornehmlich aus Japan und Südkorea) die Stirn zu bieten. In Abweichung sonstiger Gewohnheiten verzichtet man sogar auf das Einflechten von Gesangs- und Tanzeinlagen. Herausgekommen ist ein Film, der nicht wirklich auf der ganzen Linie überzeugen kann. Zwar gelingen Varma einige beachtliche und unheimliche Spannungssequenzen, doch besonders die japanischen Vorbilder grinsen den Zuschauer aus jeder Ecke an. Die allzu konventionelle Story tut ihr Übriges. Auch die Filmmusik ist viel zu aufdringlich, zerstört häufig mehr, als dass sie Atmosphäre schafft. Dennoch handelt es sich hier beileibe nicht um einen schlechten Film. In Ermangelung eigener Erfahrungen (Horrorfilme in Indien waren bisher immer recht blutige Actionspektakel) macht Ramgopal Varma seine Sache recht ordentlich. Er kann sich dabei einer Riege sehr guter Schauspieler bedienen. Ajay Devgan, mein bevorzugter Held aus den Actionfilmen der 90’er Jahre, hat sich in den letzten Jahren zu einem achtbaren Charakterschauspieler gemausert. Er und Urmila Matondkar sind jederzeit überzeugend. Und immerhin tragen die Beiden gut die Hälfte des Films ganz allein. Die Erfolge des neuen Bollywood-Kinos erzeugen offenbar Mut bei den Filmschaffenden, abseits des eigenen Mainstream-Films sich an Projekte zu wagen, die nicht dem klassischen Standart entsprechen. BHOOT ist ein Versuch, der zwar nicht so gelungen ist, wie man vielleicht gehofft hatte, der aber Möglichkeiten eröffnet. |