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Filmrezensionen Horror / Grusel

THE HILLS HAVE EYES
USA 2006
Regie: Alexandre Aja
mit Aaron Stanford, Kathleen Quinlan, Vinessa Shaw, Emilie de Ravin, Ted Levine, Dan Byrd, Robert Joy.
Farbe – 104 Minuten.

Man sagt, es gibt Filme, die keiner braucht. Nun, in diesem Falle mag das eigentlich zutreffen. Immerhin handelt es sich um eine Neuverfilmung von einem Film, den die Welt auch schon nicht brauchte. Der Grund, warum Wes Cravens Streifen von 1977 so etwas wie ein Klassiker des B-Horrors geworden ist, wird mir auf ewig verborgen leiben. Der Film ist langweilig, hat weder Atmosphäre noch Handlung, und er besitzt völlig farblose Charaktere. Einzig das Gesicht von Michael Berryman bleibt einem in Erinnerung, da er ob seines Äußeren den debilen Typen, den er spielt, gut `rüber bringt.
Vielleicht war Craven selbst nicht mit dem Ergebnis zufrieden, denn immerhin hat er dieses neue Werk produziert. Es mag aber auch damit zusammen hängen, dass in letzter Zeit so viele Stoffe der 70’er neu gemacht wurden und dabei recht häufig sogar gut abschnitten. DAWN OF THE DEAD oder THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE waren dabei sogar Kassenerfolge und konnten qualitativ mit den Originalen sogar mindestens mithalten. Und da uns noch so einige Dinger, die neu gemacht werden, ins Haus stehen (HALLOWEEN, THE EVIL DEAD), fällt dieses Ding doch kaum auf.
Na ja, große Hoffnungen hatte ich da eh´ nicht, hatte der Regisseur Alexandre Aja mit dem ach so hoch gelobten HIGH TENSION doch einen ziemlich dümmlichen Splatterfilm abgeliefert. Aber jeder kriegt ja eine neue Chance.
Der Inhalt ist praktisch gleich: Eine Familie auf Urlaubstrip, die von Degenerierten Typen in der Einöde terrorisiert werden (Alles Kannibalen natürlich). Immerhin wurden der Story ein paar Gründe mitgegeben, warum das alles so ist. Damit bietet der Film schon mehr als das Original.
Die erste Hälfte des Films ist ebenfalls wie das Original. Da passiert nämlich auch Nichts. Und auch hier wird wieder die Zeit nicht genutzt, um uns wenigstens die Charaktere ein wenig näher zu bringen. Gähnend sitzt man da und langweilt sich. Als man sich endlich entschlossen hat, den Film zu verlassen, dreht das ganze Ding sich mit einem Mal. Plötzlich sitzt man gebannt da und traut seinen Augen nicht. Der Film bekommt so etwas wie Handlung und Sinn, die Dramatik nimmt deutlich zu. Anders als im Original, wo der Film nach dem Angriff der Wilden auf den Wohnwagen wieder Pausen macht und den Zuschauer in Lethargie verfallen lässt, wird man hier bei der Stange gehalten. Das Ding lässt den Betrachter ganz einfach nicht mehr los. Eigenartiger Weise nimmt man jetzt Anteil am Schicksal der Familie, obwohl einem diese Leute kaum wirklich vorgestellt wurden. Nun hat der Film Tempo, Spannung und greift zuweilen sogar emotional. Was haben die Leute sich dabei gedacht? Haben sie die erste Hälfte so gemacht, damit der Zuschauer die zweite Hälfte ausgeschlafen genießen kann? Selten habe ich so deutlich zwei verschiedene Filme in einem gesehen. Auch `ne Leistung.
Man kann das natürlich auch noch etwas anders sehen. Vielleicht wollten die Macher jene Typen erst einmal einschläfern, die den Film für die Altersfreigabe zu bewerten haben. Denn was da teilweise in der zweiten Hälfte ab geht, das ist schon beachtlich für einen Film, der eigentlich für ein Mainstream-Publikum gedacht ist. Das erhöht natürlich für manch Einen den Reiz des Films. Tatsache ist jedoch, dass der Film mit der Zunahme seiner Brutalität und dem hohen Splatter-Gehalt auch wirklich besser wird. Bis zum Ende lässt er Einen dann auch nicht mehr los und man ist froh, doch nicht vorzeitig gegangen zu sein.
Der Film ist trotzdem unter gegangen. Das hat sicherlich mit der mageren Qualität des Originalfilms zu tun, vermutlich auch damit, dass das Publikum langsam keine Lust mehr hat, die ollen Kamellen neu aufgewärmt zu sehen.
THE HILLS HAVE EYES 2006 ist deutlich besser als sein Original, was ihn allerdings noch nicht zwangsläufig zu einem richtig guten Film macht. Dazu ist die erste Hälfte einfach zu blöd und zu langweilig.
Wie die Deutsche Synchronfassung ist, weiß ich nicht, ist mir normalerweise auch wurscht. In diesem Fall werde ich wohl aber mal hineinhören. Der Originalfilm von 1977 war nicht nur ein schlechter Film, sondern auch ein Paradebeispiel für schlechte Synchronarbeit. Da wurden aus Opfern atomarer Strahlung tatsächlich gestrandete Außerirdische. Ob’s wieder so ist?

© Norbert Aichele

 

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