Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Filmrezensionen Film-Historie - Waterloo


Filmrezensionen Film-Historie

Waterloo
Italien/ Russland 1970

Regie: Sergei Bondarchuk
Darsteller: Rod Steiger, Christopher Plumper, Orson Welles, Jack Hawkins,
Virginia McKenna, Dan O´Herlihy
Produktion: Sony Pictures Home Entertainment
Länge: 129 Minuten
Color und Dolby Digital 1.0

Fast zwei Jahrzehnte lang war Napoleon der unangefochtene Herrscher über Europa. Die triumphale Rückkehr aus dem Exil bekräftigte seinen Ruf, auf den Schlachtfeldern unbesiegbar zu sein – doch dann kam die berühmte Schlacht bei Waterloo. In einer schier ausweglosen Situation gelang es den vereinten gegnerischen Armeen unter Wellington und Blücher, Napoleons Streitkräfte vernichtend zu schlagen. Dino de Laurentiis inszenierte mit Weltstarbesetzung – Rod Steiger als Napoleon, Christopher Plumper als Wellington und Orson Welles als Louis XVIII – eines der größten Monumentalwerke der Filmgeschichte.

Nach gescheitertem Russlandfeldzug dankt Napoleon Bonarparte zum ersten Mal am 11. April 1814 in Fontainebleau ab und wird auf die Mittelmeerinsel Elba verbannt. Dort landet er am 4. Mai 1814. Als Herrscher über die damals 10.000 Einwohner behielt er seinen Kaisertitel. Ermutigt von Meldungen über die wachsende Unzufriedenheit des französischen Volkes mit der Herrschaft Ludwigs XVIII. kehrte Napoleon am 1. März 1815 von seinem Exil auf der Insel Elba nach Frankreich zurück. Die Armeen, die ihn aufhalten sollten, empfingen ihn als ihren Führer. Er erreichte Paris und regierte weitere 136 Tage. Diese Zeit wird auch als die „Herrschaft der Hundert Tage“ bezeichnet.

Österreich, Russland, England und Preußen hatten sich daraufhin auf dem Wiener Kongress zum militärischen Eingreifen entschieden. Am 25. März erneuerten sie ihre große Allianz von 1814 und verpflichteten sich, eine Armee von insgesamt 700. 000 Mann aufzustellen.

Napoleon wusste, dass er einem solchen Heer nichts Gleichwertiges entgegenzustellen hatte und entschied sich für einen Präventivschlag, solange die Armeen der Österreicher und Russen sich noch nicht mit den englischen und preußischen Truppen vereinigt hatten. Zu diesem Zweck baute er bis Mitte Juni ein neues, schlagkräftiges Heer auf und verließ am 12. Juni Paris, um das Kommando über die rund 128.000 Mann starke „Armée du Nord“ zu übernehmen. Am 15. Juni überschritt die französische Armee die Grenze zu Belgien und stand zwischen den Verbündeten. Am 16. Juni schlug er die Verbündeten in der Schlacht bei Quatre-Bras und der Schlacht bei Ligny. Am 18. Juni 1815 griff Napoléon die Briten unter dem Herzog von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Als die preußischen Truppen unter Marschall Blücher den Briten zu Hilfe kommen, ist die Schlacht verloren.

“Waterloo“ ist zu einem festen Bestandteil meiner DVD-Sammlung geworden. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie oft ich diesen Streifen bisher gesehen habe.
Sergei Bondartschuk unterstreicht mit diesem Film seinen Ruf als absoluter Spezialist für Monumentalverfilmungen seiner Zeit, den er sich mit der vierteiligen Verfilmung von Lew Tolstois „Krieg und Frieden“ zwei Jahre zuvor erworben hatte. Eindrucksvoll stellt der Regisseur das Schlachtfeld in seinen Ausmaßen durch exzellente Luftaufnahmen dar. Der Film gleicht einem beweglichen Gemälde. Die langjährige Zusammenarbeit mit Militärberatern schlägt sich auch in der effektvollen Inszenierung der Massenszenen nieder; keine Computeranimationen, wie man sie heute in zahlreichen Filmen vorfindet.
Der Film an sich lebt in erster Linie von der Schlacht selbst, die an Realitätsnähe kaum zu überbieten ist. Strategie und Taktik der damaligen Kriegsführung werden eindrucksvoll im Film umgesetzt.
Ein Wermutstropfen bleibt jedoch:
Im Film sieht man nur die „Tricolore“ und den „Union Jack“. Wo sind die Stander der anderen alliierten Verbände und Einheiten? Selbst das schlachtentscheidende Eingreifen der Preußen kommt nur schemenhaft rüber und wird mit „Deutschland, Deutschland über alles“ musikalisch untermalt. Soll dies den historisch verbrieften Streit zwischen Wellington und Blücher, wer nun die Schlacht bei Waterloo gewonnen habe, darstellen? Oder eine einseitige Parteiergreifung für die Briten? Diese Fragen kann der Regisseur nur selbst beantworten.

© Copolymer

 

© by 2007
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox