Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Filmrezensionen Film-Historie - Forgotten Silver


Filmrezensionen Film-Historie

FORGOTTEN SILVER
Neuseeland 1995

Regie: Peter Jackson, Costa Botes – mit Peter Jackson, Costa Botes, Harvey Weinstein, Sam Neill, Leonard Maltin.
Farbe – 53 Minuten.

FORGOTTEN SILVERBei FORGOTTEN SILVER handelt es sich um die wohl (leider) unbekannteste Arbeit des heutigen Blockbuster-Regisseurs Jackson. Es ist ein kleines Feature, das er für das Neuseeländische Fernsehen gemacht hat. Und, ja – man kann es als Phantastischen Film bezeichnen.
Der Film berichtet uns von Colin McKenzie, dem wohl grössten Filmpionier Neuseelands. Unabhängig von den grossen europäischen und amerikanischen Erfindern entwickelte er sein eigenes Filmmaterial auf der Basis von Eiweiss. Er war Anfang des vergangenen Jahrhunderts der erste, der Filme mit Spielhandlung drehte. Im Fundus seines Filmmaterials findet sich sogar ein kleiner Film, der beweist, dass noch vor den Gebrüdern Wright in Neuseeland eine Flugmaschine gebaut wurde. McKenzie drehte als erster einen Film in Farbe, sowie auch einen Tonfilm (was nie zur Aufführung kam, weil es keine Projektoren dafür gab). Seine Filme waren damals in Neuseeland sehr erfolgreich, so dass er sich an eine Bibelverfilmung machte, die gewaltiger sein sollte, als alles, was man bis dahin gesehen hatte. Dafür baute er in einer abgelegenen Gegend eine komplette biblische Stadt. Aus finanziellen Gründen scheiterte das Projekt jedoch. McKenzie starb unbekannt als Kriegsberichterstatter. Eine Rehabilitierung fand erst Mitte der 90’er Jahre statt, als sein verschwunden geglaubtes Material wieder gefunden wurde.

Und wer das jetzt alles glaubt, ist selber schuld. Das Konzept des Films ist grandios. Jackson und Botes schrieben und inszenierten den Film als ernsthafte Dokumentation, untermauerten ihre fiktiven Fakten mit Kommentaren von bekannten Schauspielern, Produzenten und Filmhistorikern (die Kommentare von Leonard Maltin sind schlicht göttlich). Mehr als mit all seinen bekannteren Filmen bewies Jackson hiermit, wie tief seine Liebe zum Kino wirklich ist.

Putzig zu hören sind dann die Kommentare im Bonus der DVD. Das Ganze lief ohne Warnung als ernsthafte Dokumentation im Neuseeländischen Fernsehen. Als sich dann heraus stellte, dass es nur ein Spaß war, kam es zu wütenden Protesten seitens der Zuschauer, was bis zur Vermutung ging, dass Jackson und Botes sich über Neuseeland als solches wohl lustig machen wollten.

Dieser in jeder Hinsicht empfehlenswerte Film ist überraschend sogar in Deutschland auf DVD erschienen, in einer liebevoll gestalteten Edition. Herausgeber ist eine unbekannte Firma namens PRO-FUN in Frankfurt.

© Norbert Aichele

 

© by 2006
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox