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Filmrezension - Historie - Arn - Der Kreuzritter

Arn - Der Kreuzritter
Originaltitel: Arn - Tempelriddaren
Regie: Peter Flinth
Drehbuch: Hans Gunnarson
Produktion: Waldemar Bergendahl
Darsteller: Joakim Nätterqvist, Sofia Helen, Milind Somar, Morgan Alling.
Schweden/Dänemark/Norwegen/Finnland 2007
Laufzeit: 128 Minuten
DVD-Features: Making of, Interview mit Autor der Romanvorlage
ASIN: B001M4LUWA

Die skandinavischen Länder waren bisher vor allem durch ihre düsteren Thriller und Krimis bekannt. Nun aber haben die Filmindustrien aus Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland ihr Geld zusammengelegt, nicht um etwa einen neuen Krimi zu produzieren, sondern einen Ritterfilm, der zur teuersten skandinavischen Produktion überhaupt wurde.

Erzählt wird darin die Geschichte des Tempelritters Arn, der als Strafe von seinem Clan in das Heilige Land verbannt wird, um dort gegen die Ungläubigen zu kämpfen. Der Film basiert zwar auf einer Romantrilogie, doch den edlen Ritter Arn hat es tatsächlich gegeben. Er ist sozusagen der Nationalheld Schwedens, durch dessen Wirken sich die einzelnen Fürstentümer Schwedens zu einem Reich vereinten.

Regisseur Peter Flinth liefert mit seiner Version der Biografie des Tempelritters Arn einen sehr kurzweiligen, in teilweise sehr imposanten Bildern gedrehten Film, in dem es um Intrigen, Rache und Ehrgefühl geht. Leider kam der Film in Deutschland nur als DVD heraus. Die manchmal sehr pompösen, fast schon gemäldehaften Szenen strahlen auf der Kinoleinwand eine sicherlich beeindruckendere Wirkung aus. Diese Wirkung verfehlte keineswegs ihr Ziel. Denn in Schweden wurde »Arn – Tempelriddaren« zum absoluten Kassenschlager und damit nicht nur zum teuersten, sondern auch zum erfolgreichsten Film.

Und in der Tat sind es die prächtigen Farben, die gelungene Optik sowie eine recht spannende Handlung, mit denen Flinth sein Publikum betört. Auch an Schlachten wurde nicht gespart, auch wenn diese zwar spannungstechnisch erwartungsvoll aufgebaut, die eigentlichen Kämpfe dagegen recht kurz sind. Arn selbst wird als ein hervorragender Kämpfer mit viel Edelmut dargestellt. Sein Vorteil gegenüber den anderen Rittern ist es, dass er versucht, seine Gegner und deren Taktik zu verstehen. So spricht er auch Arabisch, was ihn jedoch innerhalb seiner eigenen Reihen verdächtig macht. Da niemand auf seinen Rat hören will, stürzen sich die Templer letztendlich in eine große Katastrophe.

Was vielleicht etwas stört, ist die eigenwillige Montage des Films. So wird ständig zwischen den Geschehnissen in Schweden und dem Heiligen Land hin und her geschnitten, sodass Erzählstränge andauernd unterbrochen werden. Möglicherweise versuchte Flinth damit auch ein jüngeres Publikum entgegenzukommen, das sich aufgrund von Videoclips nicht lange auf eine einzelne Szene konzentrieren kann. Insgesamt aber ist »Arn« eine gelungene Mischung aus Abenteuer und Ritterfilm und zeigt, wie großartig europäische Produktionen gegenüber Hollywood sein können.

© Max Pechmann

 

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