Duell der Magier
Originaltitel: The Sorcerer`s Apprentice
USA 2010
Regie: Jon Turteltaub
Drehbuch: L. Konner, M. Rosenthal, M. Lopez
Produktion: Jerry Bruckheimer
Darsteller: Nicolas Cage (Balthazar Blake), Jay Baruchel (Dave Stutler), Alfred Molina (Maxim Horvath), Monica Bellucci (Veronica), Teresa Palmer (Becky), Alice Krige (Morgana)
Erscheinungstermin der DVD: 13.01.2011
Filmlänge: 105 Minuten
Extras: ca. 25 Minuten (Making of)
Altersfreigabe: FSK 12
Die Handlung setzt ein im Jahre 740 A. D., als in Großbritannien Krieg herrscht zwischen Merliniern (!) und Morganiern (!), den jeweiligen Anhängern der magischen Lehren Merlins und Morgana Le Feys. Morgana versucht die Macht zu erlangen, Tote wiederauferstehen zu lassen. Bei der Vereitelung dieses Plans wird Merlin getötet, doch seine Schülerin, Veronica, opfert sich, in dem sie sich mit der Seele Morganas verbindet und von Balthazar, einem weiteren Schüler Merlins, in den Seelengral, der einer Matroschka gleicht, einsperren lässt.
Im New York des beginnenden 21. Jahrhunderts trifft der 10jährige Schüler Dave, während eines Schulausflugs, auf Balthazar als er in dessen magischen Laden, die Arcana Cabana, gerät. Dave entpuppt sich als der Auserwählte, der Nachfolger Merlins, der oberste Merlinier, derjenige, der als einziger Morgana besiegen kann, sollte sie jemals wieder auf der Erde wandeln. Balthazar ist seit Jahrhunderten auf der Suche nach diesem Kind, welches vom magischen Drachenring als der Eine identifiziert wird.
Durch Unachtsamkeit befreit Dave Maxim Horvath, den dritten Schüler Merlins und Balthazars Erzfeind aus dem Seelengral. Beim darauffolgenden Kampf, werden die beiden Kontrahenten in einer Art Urne gefangen und müssen darin 10 Jahre verharren.
Dave studiert inzwischen Physik, will von Magie nichts wissen und hat den Drachenring seit damals nicht mehr angerührt.
An Daves 20.Geburtstag kommen die beiden Magier jedoch wieder frei und Horvath gelingt es, den Seelengral zu finden und einen weiteren Magier zu befreien. Es kommt zu einem Kampf in Chinatown, an dessen Ende Dave zu Balthazar`s Lehrling wird.
Horvaths Ziel ist es, Morgana zu befreien und Dave erkennt, dass es seine Bestimmung ist, die Welt zu retten.
Walt Disney Pictures haben mit Duell der Magier ein knallbuntes Fantasy-Märchen in ihrem Portfolio. Ist die Geschichte auch recht simpel gestrickt und größtenteils vorhersehbar, weiß sie dennoch recht kurzweilig zu unterhalten. Das Special Effects Team konnte sich jedenfalls richtig austoben, in dem es metallene Adler und Stiere wie auch einen chinesischen Drachen zu mystischem Leben erweckt. Eine wunderbare Hommage an Disneys Fantasia aus dem Jahre 1940 hat die Crew zudem mit der Neuinterpretation von Mickeys Zauberlehrling geschaffen. Eine Szene, die sich schon ob des Filmtitels anbot und in die man viel Aufwand investiert hat, der sich aber auch ausgezahlt hat. Überhaupt hat man sich um stimmige Details bemüht. Ein sehr schönes Beispiel ist die staunenswerte Einrichtung der Arcana Cabana. Manchmal kann man dem Film allerdings auch den Vorwurf machen, dass er es mit seiner Effekthascherei schlichtweg übertrieben hat. Ständig knallt und blitzt es irgendwo, sodass man schon versucht ist, von einem nahezu inflationären Effeketeinsatz zu sprechen.
Das jugendliche Publikum, auf das dieser Film ausgerichtet ist, wird`s trotzdem honorieren. Womit wir aber auch zu dem eher etwas schmalzigen Teil des Films kommen, nämlich der Romanze zwischen Dave und Becky. Tollpatschiger Loser trifft auf Traumfrau und kann am Schluss mit viel Herz und seinen besonderen Fähigkeiten punkten. Dazu die musikalische Untermalung durch die Boygroup One Republic, Aargh! Aber nun gut, dafür befinden wir uns in einem Film für die ganze Familie. Ansonsten hat aber Trevor Rabin, ehemals Mitglied von Yes, beim Soundtrack einen sehr guten Job gemacht. Auch die Schauspielerriege kann sich sehen lassen, allen voran Nicolas Cage, der sichtlich Spaß an der Sache hatte und anscheinend zunehmend seine Kindheitsträume verwirklicht, die sich auch in seinen Rollen in Comicverfilmungen wie Ghostrider und Kick-Ass niederschlagen oder in Fantasy-Verfilmungen wie Season Of The Witch. Und mit Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer (Pirates Of The Caribbean 1-4, Prince Of Persia und diversen CSI-Serien) kann auch finanziell eigentlich nichts schiefgehen.
Außer den bereits genannten gibt es aber noch ein paar Kritikpunkte zu vermelden: Auch bei einer doch relativ einfach gehaltenen Story wie der vorliegenden, ist es nicht sonderlich glaubwürdig, dass sich ein über Jahrhunderte gefangener Magier wie Horvath sofort in der Neuzeit zurechtfindet und Morgana Le Fey gar nach über 1000 Jahren im Seelengral heutige Satellitenschüsseln zur Weiterleitung und Verstärkung ihrer magischen Energie nutzen kann. Die Dialoge sind zudem oft simpel gehalten und gipfeln in dümmlichen Witzen und flapsigen Sprüchen, wobei ich mich hier nur auf die deutsche Synchronisation beziehe.
Nichtsdestotrotz lässt man sich auf den Film ein, nimmt ihn als das, was er sein will, nämlich ein kurzweiliger Unterhaltungsfilm, kann man doch einigen Spaß dabei haben und über so manchen Effekt staunen.
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