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Porgy & meRegie: Susanna Boehm, Julia Gechter AT Medien Sprachen: Englisch, UT: Deutsch Dauer: 96 Minuten FSK: ab 0 Jahren Extras: Kinotrailer Erscheinungstermin: 06. August 2010 Preis: 15, 90 € Seit Jahrzehnten tourt das New York Harlem Theatre mit der Oper »Porgy and Bess« von George Gershwin um die Welt. Die Oper erzählt die Geschichte eines afroamerikanischen Liebespärchens, des behinderten Obdachlosen Porgy und der drogensüchtigen Bess, die in den 20ern des 20. Jahrhunderts spielt. Dabei werden die Probleme der afroamerikanischen Bevölkerung und das Milieu, in dem sie leben müssen, keineswegs geschönt. Und seit den 20ern habe sich auch nicht so viel für die afroamerikanische Bevölkerung geändert, meinen einige Darsteller des Stücks. Die Lebensumstände sind z. T. immer noch die gleichen, viele der Sänger kommen aus dem Milieu, das in der Oper beschrieben wird. Überhaupt geht es in den Interviews mit den Darstellern viel um Rassentrennung und der damit einhergehenden Diskriminierung der afroamerikanischen Bevölkerung, die bis heute anhält. Ein Darsteller merkt z. B. an, dass nicht nur die Weißen, sondern auch sie sich selbst als Schwarze als minderwertig betrachten und dass diese Sichtweise überwunden werden muss. Viele der Schauspieler erzählen, dass die Oper immer noch v. a. mit Weißen besetzt wird und sogar »Porgy and Bess« mit schwarz geschminkten Weißen besetzt werden sollte. Sie reden von ihrer schweren Kindheit, von einem Neuanfang in ihrem Leben mithilfe der Oper und dem Willen, es zu schaffen: »Beeing black can’t stop me!«Sie reden aber auch über die Schwierigkeiten, während einer Tour mit der Familie in Kontakt zu bleiben oder sich überhaupt zu fragen, ob eine Familie bei dieser Art von Arbeit sinnvoll ist. Und sie sprechen über ihre Hoffnungen und Träume: Der Darsteller von Porgy z. B. wünscht sich, einmal in einer Wagner-Oper zu singen. Und daran anknüpfend ist auch »Porgy and Bess« selbst ein Thema: Ist diese Oper eine Einbahnstraße für die berufliche Karriere oder eine Chance? Schließlich könnte die Geschichte in jeder Volksgruppe spielen … Insgesamt eine gelungene Dokumentation über den Alltag hinter der Bühne, über die Schauspieler und ihre Gedanken. Durchdrungen wird die Doku mit Szenen aus dem Stück. Allerdings gibt es diesbezüglich auch einen Haken: Ein Zuschauer, der »Porgy and Bess« nicht kennt, erhält keine Zusammenfassung des Inhalts des Stücks. Das wäre aber wünschenswert und hätte ganz leicht in die Doku eingebaut werden können, indem man z. B. die Schauspieler den Inhalt erzählen lässt oder indem man als Extra noch Hintergrundinfos zu dieser Oper liefert.
Copyright © 2011 by Ulrike Dansauer |