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Filmrezensionen Drama - Friedensschlag: Das Jahr der Entscheidung

Friedensschlag: Das Jahr der Entscheidung
Regie: Gerardo Milsztein
AT Medien
Sprachen: Deutsch, UT: Englisch
Dauer: 107 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Extras: Kinotrailer, Interview mit »Work and Box« – Initiator Rupert Voss, Musikvideos »Mein Name ist« und »Zeit zu leben« von P:LOT
Erscheinungstermin: 15. Oktober 2010
Preis: 18, 99 €

Vom Schicksal gebeutelt, immer weiter abgerutscht und mit einem Bein im Knast – Eftal, Marco, Denis, Juan und Josef haben nur noch eine Chance, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen: »Work and Box«. Das ist eine Initiative engagierter Betreuer, die sich um schwer erziehbare Jugendliche kümmert und ihnen eine Zukunftsperspektive bietet. Das Konzept: mit Boxen zu sich selbst finden. Aber das ist schwer, wenn man keine Regeln und kein Halt hat, Drogen nimmt, nur Prügeln als Mittel gegen Frustration kennt. Die Jungs wissen, dass »Work and Box« ihre letzte Chance ist, ihr Leben rumzureißen. Trotzdem stecken sie fest in ihrem Teufelskreis, müssen Rückschläge verkraften, kämpfen gegen sich selbst, wollen aufgeben. Aber ihre Betreuer lassen sie nicht. Immer wieder sind sie an ihnen dran, ermuntern, konfrontieren, greifen durch. Und der Erfolg gibt ihnen recht: 80 Prozent der Jugendlichen beißen sich schließlich durch und bekommen die Chance auf ein normales Leben.

Die Dokumentation ist sehr gelungen. Sie lässt den Zuschauer ahnen, wie schwierig es für Jugendliche und Betreuer ist, die jungen Menschen zurück auf einen Weg zu führen, der für andere selbstverständlich ist. Ein normales Leben, mit Familie, einem Job – das wünschen sich auch die Jugendlichen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Aber durch ihre meist sehr unerfreuliche Kindheit und Haltlosigkeit und all den Konsequenzen, die das nach sich zieht, rückt dieser Traum in weite Ferne. Die Betreuer machen ihnen klar, dass man nichts im Leben geschenkt bekommt: Auch die jungen Männer müssen an sich und ihrer Einstellung arbeiten, wenn sie es schaffen wollen. Aber das ist schwer und das zeigt der Film sehr gut. Als Zuschauer fragt man sich, wie die Betreuer so viel Geduld haben und mit den z. T. sehr aggressiven Jugendlichen arbeiten können, ohne irgendwann zu verzweifeln. Auf der anderen Seite merkt man aber auch, was für innere Kämpfe die jungen Menschen ausfechten, bevor sie den einen, alles entscheidenden Schritt machen können. Und man freut sich für beide Seiten, wenn sie es geschafft haben. Insgesamt ein wachrüttelnder Film, denn diese Jugendlichen gibt es überall, besonders an Hauptschulen, Berufsschulen (BGJ, BVJ usw.), Berufsfachschulen – gerade die Lehrer können von solchen Jugendlichen ein Lied singen, die sich nichts sagen lassen und die Augen vor ihrer Zukunft verschließen. Aber auch die Betriebe, die sich über immer mehr Jugendliche beklagen, die ausbildungsunfähig sind. Wer diese Doku gesehen hat, weiß auch, warum.

Bewertung:



Copyright © 2011 by Ulrike Dansauer

 

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