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Böses BlutRegie: Dagmar Damek Produktion: ZDF Darsteller: Marion Kracht, Mathieu Carrière, Désiré Nosbusch, Rainer Hunold u. a. Deutschland 1993 Laufzeit: ca. 189 Minuten Mit Bonusmaterial (Gespräch mit Marion Kracht) Werner und Verena Westfal erwarten ein Kind und sind glücklich miteinander verheiratet – denkt Verena. Was sie nicht weiß: Ihr Mann betrügt sie schon lange; seit einiger Zeit mit Verenas Schwester Barbara. Als Verena, die ahnt, dass ihr Mann ihr untreu ist, die beiden beim Liebesakt erwischt, bricht für sie eine Welt zusammen. Völlig aufgelöst verlässt sie das Haus und will sich von einer Brücke stürzen. Zum Glück für sie rettet Taxifahrer Martin Bodmer sie. Er nimmt die depressive Frau auf und kümmert sich um Verena. Seine behinderte Tochter freundet sich sogar mit Verena an – nur die Großmutter ist nicht mit dem neuen Gast einverstanden. Als sie bemerkt, dass Martin sich in die Frau verliebt, versucht sie ihn davon abzubringen. Aber Martin hört nicht auf sie. Im Gegenteil, er unterstützt Verena weiterhin. Als es Verena besser geht, beschließt sie, sich an ihrem untreuen Ehemann und ihrer Schwester zu rächen. Deshalb unternimmt sie nichts, als sie für tot erklärt wird. Aber Martins Großmutter beschließt, zur Polizei zu gehen und die Wahrheit zu sagen. Als Verena davon erfährt, taucht sie unter und schmiedet weiter im Verborgenen ihre Rachepläne. Der Vierteiler ist für eine dramatische Liebesgeschichte ganz ok, aber nicht originell. Wieder einmal spielt ein solches Drama in der Welt der Reichen und Schönen, inklusive idyllischer Kulisse, die mit Herzschmerz kontrastiert. Passend dazu auch das Ende, das nach allen Stürmen in der Lebens- und Liebesgeschichte ein Happy End und eine gerechte Strafe bereithält – auch wenn das Ende sehr abrupt ausfällt. Ansonsten übt der Film Kritik an einer skrupellosen Geschäftswelt und hinterfragt ein Frauenbild, das in älterer Generation die Seitensprünge der Ehemänner still erduldet und erleidet, um dem Ruf der Familie nicht zu schaden – dafür aber sich selbst komplett verleugnet. Die jüngere Generation der Frauen nimmt sich ihren Liebhaber (Barbara), egal, welche Konsequenzen das hat bzw. lässt sich Seitensprünge nicht mehr gefallen und kritisiert das alte Frauenbild (Verena). Auch die Prinz-Prinzessinnen-Rolle wird durchleuchtet: Verenas Prinz entpuppt sich nicht als solcher; ihr späterer Prinz ist eigentlich ein armer Schlucker, wenn es nur nach dem Geldbeutel geht. Sie selbst, eigentlich eine Prinzessin, ist und bleibt eine solche für Martin: allerdings nicht wegen ihres Reichtums, sondern weil er sie mag. Ansonsten wirft sie die hilflose-Prinzessinnen-Rolle nach ihrer Depression bald über Bord und nimmt ihr Leben selbst in die Hand. Von daher ein recht gelungener Film. Insgesamt als Unterhaltungsfilm mit etwas Tiefgang ganz in Ordnung.
Copyright © 2011 by Ulrike Dansauer |