Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen
Originaltitel: Blast of (Jules Verne’s Rocket to the Moon)
Regie: Don Sharp
Drehbuch: Dave Freeman
Produktion: Harry Alan Towers
Darsteller: Gert Fröbe, Burt Ives, Troy Donahue, Daliah Lavi
England 1967
Laufzeit: 95 Minuten
Jules Vernes Reise zum Mond ist ein Klassiker schlechthin. Ende der 60er Jahre produzierte Don Sharp eine freie Adaption des Stoffes, der eine Mischung aus Komödie und Science-Fiction darstellt.
Es geht um den Zirkusdirektor Phileas Barnum, der aus den USA flüchten muss, um seinen Gläubigern zu entkommen. Seine Reise führt ihn nach England, wo er auf eine Gruppe Wissenschaftler stößt, welche eine Rakete zum Mond schießen wollen. Barnum ist natürlich von der Idee sofort eingenommen und beteiligt sich an dem Unternehmen. Der von Siegfried von Bülow entwickelte Bülowit-Sprengstoff soll als Antrieb dienen. Doch verschiedene Leute wollen das Projekt sabotieren, um dadurch politische bzw. finanzielle Ziele zu erreichen.
Natürlich steht bei diesem Film der Klamauk an erster Stelle. Nichts wird ernst genommen. Das Verhalten der Wissenschaftler wird genauso durch den Kakao gezogen wie die damals propagierte freie Liebe und nicht zuletzt der Sinn fürs Geschäftemachen. Nicht alle Wissenschaftler zeichnen sich als teamfähig aus, sondern sind eher bestrebt, als Erstes den Ruhm zu ernten. Dementsprechend zeigt Don Sharp keine verwirrten Professoren, sondern vielmehr geltungssüchtige Zeitgenossen, die nicht wirklich wissen, was sie eigentlich machen. Dieser Gruppe gegenüber steht Siegfried Bülow, der als gestandener Preuße seinen selbst entwickelten Sprengstoff ohne Wenn und Aber dem Projekt zur Verfügung stellt. Die Situationskomik ist durch die hervorragende Präsenz von Gert Fröbe am besten gelungen. Eine kleine Gruppe Freiwilliger muss ihm stets bei seinen Experimenten helfen, was natürlich selten gut geht. Schließlich erzählt der Film auch eine Liebesgeschichte, die sich um die junge Madeleine dreht, welche in zwei Männer gleichzeitig verliebt ist und den einen nicht aufgeben will, nur weil sie den anderen heiratet. Sehr gut gespielt von Daliah Lavi, die Horrorfans aus Mario Bavas Die Jungfrau und die Peitsche bestens bekannt ist. Ihre Rolle schwankt zwischen Emanzipation und Abhängigkeit und macht sich über beides lustig.
Natürlich dürfen auch hier die Bösewichte nicht fehlen. Zum einen ist es Captain Sir Henry Washington-Smythe, der zunächst aus dem Projekt Kapital schlagen möchte, danach aber den Start verhindern will. Und zwischendurch taucht auch noch ein Spion des Zaren auf, was dazu führt, dass der Film auf den damaligen Wettkampf zwischen den USA und der Sowjetunion in Sachen Mondflug eingeht.
Insgesamt ist Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen fast genauso amüsant wie sein Vorgänger Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten. Wer also auf gut gemachte Komödien steht, kommt hier voll auf seine Kosten.
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