Stanley Kubrick
Full Metal Jacket
USA, 1987
Warner Home Video, 13.08.2001
DVD, Antikriegsfilm, ASIN: B00005ML1M
1 DVD, 112 Minuten
Extras: Original-Kinotrailer
FSK 16
Bildformat 4:3, PAL, Regionalcode 2
Deutsch/ Englisch/ Spanisch. Dolby 2.0
Produzent: Stanley Kubrick
Darsteller: Matthew Modine, Adam Baldwin, Vincent D'Onofrio, R. Lee Ermey
Musik: Vivian Kubrick
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Eine Gruppe Rekruten wird auf Parris Island, dem Ausbildungszentrum des United States Marine Corpes, auf ihren Einsatz in Vietnam vorbereitet. Während der entmenschlichten Ausbildung werden aus jungen, unerfahrenen Männern Kameraden und Killermaschinen, die nur eines im Kopf haben – den Feind in Vietnam auszuschalten und den USA so zum Gewinn des Krieges zu verhelfen. Doch nicht alle Rekruten sind dem mörderischen Druck und dem Psychoterror des Drill Instructors gewachsen und so kommt es zur Katastrophe.
Aber auch jene, die es schaffen, werden in Vietnam sehr schnell von der Realität eingeholt, als der Glanz des Heldentums während der Tet-Offensive verblasst. In der Kampfzone treffen sich die Freunde von Parris Island wieder und versuchen, mit ihrem Leben davonzukommen. Etwas, das ein Scharfschütze des Vietcong verhindern will ...
Krieg ist die Hölle. Ein Zitat aus dem Film, gesagt von einem Bordschützen, der auch auf Kinder und Frauen schießt.
Genau das soll der Film darstellen. Krieg als Hölle, von Menschen entfesselt. Dabei gliedert sich der Film in zwei Teile. Zu Beginn wird die unmenschliche Ausbildung der Marines auf Parris Island gezeigt, wie sie während des Vietnamkriegs üblich war. Stanley Kubrick scheut dabei auch vor drastischen Darstellungen nicht zurück und lässt den Drill Instructor völlig natürlich agieren. Kein Wunder, war dieser doch tatsächlich einst Ausbilder bei den Marines und kämpfte in Vietnam.
Doch auch seine Kollegen agieren professionell und überzeugend. Mit D'Onofrio als übergewichtiger, unbegabter Rekrut und Modine als Private Joker, der den Krieg so lange nicht ernst nimmt, bis einer seiner Freunde stirbt, ist der Film durchgehend hochkarätig besetzt.
Die Botschaft hinter Full Metal Jacket ist heute so aktuell wie es 1987 war. Nur dass der Krieg heute hochtechnisiert im Irak stattfindet. Doch die Unmenschlichkeit, die Kubrick den Zuschauern in für diese Zeit bemerkenswert deutliche Szenen vorführt, findet sich in dem Gefängnis von Abu Ghuraib wieder. Sie lässt sich auch nicht durch moderne Waffensysteme und High-Tech-Krieg beseitigen, denn das eigentlich Grausame sind nicht die Gewehre, sondern die Menschen am Abzug.
Zu der Botschaft passt auch der Schluss, denn Kubrick hat auf ein Happy-End verzichtet und auch auf eine Heimkehrer-Szene der überlebenden Helden. So bleibt der Zuschauer mit dem flauen Gefühl im Magen zurück, die Schrecken eines unmenschlichen Konflikts gesehen zu haben. Verbunden mit dem Wissen, dass just in diesem Moment etwas Ähnliches im Irak geschehen könnte, wirkt dieses 1987 gedrehte Meisterwerk umso nachhaltiger.
Fazit: Vielleicht der beste Antikriegsfilm, der je gedreht wurde.
© Gunter Arentzen
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