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Rezension - Trau nie einer Legende

Carsten Steenbergen
Trau nie einer Legende

Horror/Grusel
HaRo Verlag, 2008
Audio-CD, 35 Minuten
Preis bei www.soforthoeren.de : 4,90 €
ISBN: 978-3-9811456-49

Der Botaniker Boris Maraczek ist unheilbar erkrankt. Seine letzte Hoffnung ist ein Baum, der angeblich Wunder vollbringen soll. Dieser Baum, der vor Jahrhunderten von einem Jesuitenmönch entdeckt wurde, befindet sich an einem abgelegenen Ort, mitten im Gebirge. Also macht Boris Maraczek sich auf den Weg, über Sofia den Ort zu erreichen, an welchem er den Baum vermutet. Was ihn dort erwartet, übertrifft seine Erwartungen bei weitem, jedoch nicht unbedingt so, wie er es sich vorgestellt hat.

Das Mini-Hörspiel basiert auf einer Kurzgeschichte von Carsten Steenbergen, die den gleichen Titel trägt.

Das Hörspiel hat teilweise beinahe Hörbuchcharakter, da es sich um ein Tagebuch handelt, das von dem Sprecher vorgetragen wird. Bert Stevens, der diesen Part übernimmt, versteht es jedoch, dem Ganzen mehr den Hauch von einer erzählten Geschichte, als von einer Vorlesung zu geben. Außerdem sind immer wieder auch Hörspielelemente eingebaut, so wie verschiedene Hintergrundgeräusche und stimmungsvolle Musik.

Spannung im Sinne von klassischem Mitfiebern kommt wenig auf. Man begleitet Boris M. auf seiner Reise und ist gespannt, was ihn erwarten mag. Das Hörspiel endet jedoch völlig anders als erwartet, sodass am Ende weniger der Aha-Effekt, sondern mehr ein wenig Nachdenklichkeit überwiegt.

„Trau nie einer Legende“ schafft es, zu interessieren. Man braucht hier keine Spannungsbögen, die einen von einer Szene zur nächsten tragen. Viel mehr interessiert es den Hörer einfach, was in der Folge passiert. Eine Qualität, die beileibe nicht jede Produktion aufzuweisen hat.

Stevens versteht es, den Hörer mit seiner Stimme und seiner Betonung regelrecht in seinen Bann zu ziehen, sodass man sich bildlich vorstellen kann, wie Boris Maraczek sich voller Verzweiflung auf die Reise begibt, um sein Leben vielleicht doch noch um eine Kleinigkeit verlängern zu können.

Das Cover wirkt elegant, auch wenn man das Bild erst vollständig verstehen wird, wenn man das Hörspiel bis zum Ende gehört hat. Bislang ist das Hörspiel lediglich bei Soforthoeren.de als Download zu beziehen. Dafür kann der Preis von 4,90 € für 35 Minuten reinstes Hörspielvergnügen durchaus überzeugen.

Fazit:
Ein sehr gelungenes Hörspiel, das durch die Qualität der beiden Sprecher wie auch die Klasse der Geschichte besticht. Sein Geld ist diese HaRo-Produktion auf alle Fälle wert.

Bewertung:


© John Poulsen

 

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