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Rezension - Schrei der Angst - Folge 2

Carsten Fehse
Schrei der Angst - Folge 2
Spuren aus Blut

Psychothriller, Hörspiel
Marctropolis, Braunschweig, Mai 2010
Audio-CD, 70 Minuten
Preis: 9,95 €

page.schreiderangst.de

Die Polizistin Doris Debrochet wurde von Phillip Schwarz, dem Feeder, nach Russland verschleppt, wo er sie weiterhin mästet und wie ein Tier gefangen hält. Doris weiß, dass sie nur eine Chance hat zu überleben. Sie muss das Vertrauen des geistesgestörten Killers erlangen. Währenddessen wird der Ermittler Miguel del Canto von den kanadischen Behörden in einem ebenso merkwürdigen, wie ekelerregenden Mordfall um Rat gebeten. Die Behörden fürchten, dass der Feeder nun seine Zelte in Kanada aufgeschlagen hat, doch Miguel ist sich sicher, dass Phillip Schwarz nicht für diese neue Gräueltat verantwortlich ist. Doch dann entdeckt der Ermittler einen Hinweis auf eine Organisation, die eng mit der Russenmafia verbunden ist. Welche Verbindung besteht zwischen dem Feeder und der sagenumwobenen Organisation »N«? Um dieses Rätsel zu lösen, fliegt Miguel del Canto nach Russland …

SCHREI DER ANGST ist eine Hörspielserie explizit für Erwachsene, dieser Hinweis sollte ernstgenommen werden. Hier verquicken sich Elemente aus Serienkiller-Filmen, wie »Sieben«, mit den Schlachtplatten »SAW« und »Hostel«. Mit dem skrupellosen Feeder (zu deutsch: Fütterer) hat Carsten Fehse eine wirklich beklemmende Nemesis geschaffen, gesprochen von Andreas Sparberg, der eine überzeugende und eindringliche Charakterdarstellung zum Besten gibt. Als Erzähler fungiert dieses Mal Christian Rode, der in diesem Metier bereits reichhaltig Erfahrung gesammelt hat (siehe DREAMLAND GRUSEL; BURG FRANKENSTEIN), die dem vorliegenden Hörspiel zugutekommt. Das Intro wird düster und unheilvoll von Ernst Meincke intoniert, dessen tiefe Stimme eine Bereicherung eines jeden Thriller-Hörspiels ist. Für die Rolle des Miguel del Canto konnte Martin »Suko« May verpflichtet werden, der nicht nur als Sidekick von JOHN SINCLAIR eine gute Figur macht, sondern auch als spleeniger Ermittler. Schräger Humor ist eine von Mays starken Seiten. Als weibliche Hauptrolle ist Annette Gunkel zu hören, die ihren Job ebenfalls erstklassig macht, auch wenn sie manchmal etwas mehr Emotionen hätte zeigen dürfen. Aber das mag auch an der Auslegung des Charakters von Doris Debrochet liegen, die im Angesicht des Feeders sämtlicher Regungen beraubt, nur noch automatenhaft funktioniert. Dafür stören die albernen Selbstgespräche der Protagonistin enorm, denn dadurch wird dem Geschehen nicht nur viel von seiner Glaubwürdigkeit genommen, sondern auch der Part von Christian Rode ad absurdum geführt. Will man den männlichen Erzähler an bestimmten Stellen nicht einsetzen, um die Gefühle und Motivationen der weiblichen Hauptrolle besser darstellen zu können, so sollte man sie direkt als Ich-Erzählerin einsetzen. Musik und Effekte sind für das Independent-Label einfach erstklassig und transportieren die Atmosphäre perfekt.

Das Covermotiv ist ein echter Hingucker und bereitet den Hörer bereits auf ein schauriges Hörvergnügen vor. Zum Inhalt des Booklets kann an dieser Stelle leider keine Aussage getroffen werden.

Fazit:
Atmosphärisch dichter Psycho-Schocker mit ambitionierten Sprechern. Dramaturgisch nicht immer perfekt, aber durchaus beklemmend inszeniert.

Copyright © 2010 by Florian Hilleberg

 

© by 2010
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