Martin Schmidtke
Red River - Tränen aus Blut
Musik: Flash Analogue, Peter Haubenschild, Martin Schmidtke
Artwork: Laura Raff
Sprecher: Jan-David Rönfeldt, Jesse Grimm. Johannes Semm, Simona Pahl u. a.
Western, Hörspiel
iListen, Hamburg, Mai 2011
Audio-CD, ca. 60 Minuten
Preise: 7,95 Euro (CD) und 5,95 Euro (mp3-Download)
Weitere Informationen: www.ilisten.de
Ein Greenhorn.
So beginnt einer der bekanntesten Romane der Western-Literatur.
Ein Anfang auch, der in leicht abgewandelter Form auch dieses Hörspiel einleiten könnte, denn hier sind es zwei Grünschnäbel, die den Westen unsicher machen.
Joe und Jesse Spooner reisen 1855 nach Texas, um dem Ruf des Wilden Westens zu folgen. Mit ein wenig Geld in der Tasche und einem ersten Ziel – sie wollen zu ihrem einzigen Verwandten John, der in Texas eine Farm betreibt – wagen sich die Deutschen in ein Terrain vor, welches ihnen völlig fremd ist.
Und die Gefahren lassen nicht lange auf sich warten. Bald schon müssen die beiden Cousins erkennen, dass Lagerfeuerromantik verblasst, wenn es um das eigene Leben geht …
Bevor ich zur eigentlichen Rezension komme, muss ich ein Geständnis ablegen: Ich kenne mich historisch gesehen mit der Zeit des Wilden Westens nicht aus. Mein Interesse an Geschichte endet mit dem Ende des Mittelalters. Daher vermag ich nicht zu sagen, wie viel Authentizität in diesem Hörspiel steckt. Doch auf diesen Punkt komme ich noch einmal zurück …
Man kann nicht gerade behaupten, dass Western-Hörspiele auf den Bäumen wachsen. Während der Horror-Sektor nahezu inflationär bedient wird, kann man Western-Themen mit der Lupe suchen.
Umso erfreulicher also, dass sich iListen nun mit Red River – Tränen aus Blut exakt diesem Thema annimmt.
Die Story selbst zieht den Zuhörer rasch in die Handlung. Mit Witz, Spannung und Esprit entwickelt sich die Geschichte und schon ist eine Stunde um und das Ende erreicht.
Die Figuren sind glaubhaft, die Handlung stimmig und die Atmosphäre passt.
Auch die Sprecher tun das Ihre, um dem Hörer das viel und oft zitierte Kopfkino zu bescheren. Wenn die beiden Protagonisten ihrem Ziel entgegen traben, dann glaubt man rasch, die beiden unerfahrenen Grünschnäbel auf ihren Rössern reiten zu sehen.
Hier kommt es dem Hörer sicher zugute, dass sich iListen der Kompetenz von Toneworx in Hamburg bedient. Dort werden nicht nur Hörspiele produziert, sondern auch Computerspiele vertont; darunter so bekannte Namen wie Tomb Raider oder Dragon Age Origins.
Und damit komme ich noch einmal auf meine Einleitung zurück. Ob und wie historisch belegbar ist, was hier dargeboten wird, ist mir am Ende des Stücks egal. Ich fühlte mich gut unterhalten, wurde von der Story mitgerissen und hatte Bilder im Kopf, die meiner Vorstellung vom Wilden Westen sehr nahe kommen.
So muss das bei einem Hörspiel sein!
Das Cover der CD macht einen guten Eindruck und passt zum Thema; Laura Raff hat ein stimmiges Bild entworfen, welches im Regal einen guten Eindruck hinterlässt.
Positiv ist, dass es nicht nur eine CD zu erstehen gibt, sondern dass man das Hörspiel auch als Download erhalten kann, und dies neben Amazon und dem eigenen Shop auch via Audible.
Die Qualität der mp3-Dateien macht hierbei ebenfalls einen guten Eindruck.
Fazit:
Nicht nur, dass mit Red River - Tränen aus Blut eines der wenigen Western-Hörspiele auf den Markt gekommen ist. Nein, es ist auch noch gelungen und macht Spaß. Was will man mehr?
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