Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Sonstige Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen - Mind Napping - Folge 3


Rezension - Mind Napping - Folge 3

Markus Görner, Patrick Holtheuer
Mind Napping - Folge 3
Der Trip
Titelgestaltung von Daniel Klages
Fotos von Christian Belz

Hörspiel, Psychothriller
Audionarchie, Duisburg, Juni 2011
Audio-CD, 46 Minuten, 8,95 €
ISBN: 9783862120222

Die drei Freunde Warren King, Brad Cooper und Ryan O'Neill wollen mit ihren beiden Freundinnen Lissy Parker und Katie Collins einen ganz besonderen Ausflug machen. Ziel ist ein altes Spukhaus mitten in der Wildnis. Unterwegs überfahren sie beinahe einen alten Obdachlosen, der sie warnt, dem alten Oakley-Haus einen Besuch abzustatten, denn der frühere Besitzer war ein wahnsinniger Mörder, der seine Opfer mit einer Axt abgeschlachtet hat. Die fünf Freunde schlagen die gut gemeinten Warnungen in den Wind. Keiner glaubt mehr an Geister und Gespenster. Ein schwerwiegender Fehler ...

Wirklich neu ist die Geschichte dieses Hörspiels nicht, aber Handlungsaufbau und Erzählstruktur sorgen für ein kurzweiliges Hörvergnügen. Mit der Prologszene in der Pathologie, erstklassig eingesprochen von Reent »Don Johnson« Reins und Gordon Piedesack, wird die Neugier des Hörers geweckt. Danach beginnt die eigentliche Handlung mit einer obligatorisch albernen Szene, in der die prolligen Teenies vorgestellt werden, von denen einem lediglich Ryan O'Neill wirklich sympathisch erscheint, gesprochen von Tammo Kaulbarsch, der äußerst realistisch rüberkommt. Ebenso wie seine Kollegen Jannik Endemann und Daniel Welbat, obwohl Letzterer etwas dick aufträgt. Die Mädels Julia Fölster (Lissy Parker) und Linn McKenzie (Katie Collins) hinterlassen beim Hörer indes wenig Eindruck und haben in erster Linie die Aufgabe die Stimme der Vernunft zu sein oder aber einfach hysterisch herum zu kreischen. Konrad Halver sitzt in der Rolle des warnenden Obdachlosen so sicher im Sattel wie weiland Winnetou auf dem Rücken seines Rappen Iltschi. Der Gag mit Simon Gosejohann als Björn Müllmann und dessen Bruder Thilo als Kongo, der Riesenfrosch ist ein kleiner Seitenhieb auf die Macabros-Hörspielserie der Hörspiele-Welt und entlockt wohl nur jenen ein müdes Grinsen, welche die Folgen mit Gosejohann kennen. Technisch und vor allen Dingen musikalisch zeigt sich das vorliegende Hörspiel von seiner allerbesten Seite und offenbart die professionelle Produktion. Dass Der Trip im Gegensatz zu den ersten beiden Episoden der Reihe etwas abfällt, liegt in erster Linie an dem vorhersehbaren Ablauf der Story und daran, dass einem die Kids oder jungen Erwachsenen nicht wirklich ans Herz wachsen. Im Gegenteil, bei dem, was sie verbal so von sich geben, ist man über jeden Einzelnen froh, der beschließt, für immer zu schweigen. Wer aber von düsterer Spukhausatmosphäre nicht genug bekommen kann, ist mit dieser Folge bestens beraten, ebenso wie all jene, die sich gerne mal mit Teenie-Slashern die Zeit vertreiben. Ein kleiner Bogen zu Folge 1 wird übrigens geschlagen, als das dritte Mädchen abspringt, weil ihr Großvater kürzlich gestorben ist. Brutal ermordet von seinem durchgeknallten Nachbarn (siehe Mindnapping Folge 1 Auf gute Nachbarschaft).

Für das Layout wurde abermals auf stimmungsvolle Schwarz-Weiß-Fotografien von Christian Belz zurückgegriffen, die optimal zum Hörspiel passen.

Fazit:
Nicht wirklich neu und überraschend, aber solide und professionell produziert. Schnelle Thriller-Kost für Zwischendurch.

Copyright © 2011 by Florian Hilleberg

 

© by 2011
nach oben Zurück Optimiert für 1024x768 Pixel
im IE & Mozilla Firefox