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Nikolai von MichalewskyMark Brandis - Folge 7 Vorstoß zum Uranus - Teil 1 von 2 Nach dem gleichnamigen Roman von Nikolai von Michalewsky Sprecher: Michael Lott, Simon Jäger, Anke Reitzenstein, Stefan Gosler uvm. Science-Fiction, Hörspiel www.markbrandis.de Commander Ernest Scott ist mit einer Delta IX auf dem Weg zum Oberon, einem Mond des Uranus. Sein Ehrgeiz, den Zeitrekord von Mark Brandis zu unterbieten, endet in der verhängnisvollen Havarie des Schiffes. Eine Art Virus stört die Systeme des Schiffes, und zwingt die Besatzung statt des Oberon den Mond Titania anzusteuern. Die Besatzung ist auf Rettung angewiesen, denn die ungünstige Position des Schiffes in einem Canyon macht einen erneuten Start unmöglich – und das Absetzen des Notsignals zu einer gefährlichen Kletterpartie. McIntosh und Maddox machen sich auf den Weg, um ein Notsignal abzusetzen. Doch Hunger, Angst und Kälte machen allen schwer zu schaffen. Werden sie im havarierten Schiff auf Titania durchhalten, bis sie gerettet werden können? Klaustrophobisch und reduziert sind treffende Worte, um dieses Abenteuer zu beschreiben. Im Gegensatz zu den bisherigen, actiongeladenen Folgen setzt diese Folge gänzlich andere Akzente. Wo sonst Mark Brandis mit seiner tatkräftigen und zupackenden Art im Mittelpunkt steht, sagt er in dieser Folge gerademal höchstens zwei Sätze - und ist auch gar nicht anwesend. Die Crew um Cmdr. Ernest D. Scott steht dieses Mal voll im Vordergrund. Die Namensgleichheit mit dem tragischen Expeditionsführer Robert Scott, der auf seiner Expedition zum Südpol nur wenige Meilen vor einem Versorgungslager mit seiner Crew erfror, ist angesichts der Umstände wahrscheinlich kein Zufall. Ein netter Einfall ist, den Commander Vorlesungen über die gescheiterte Expedition seines Namensvetters hören zu lassen. Das klingt nach schlimmen Vorzeichen, und tatsächlich verlässt die Crew hörbar und kontinuierlich der Mut. Bald sind Verfolgungswahn und Wunschvorstellung die besten Freunde der Besatzung, und die Gefahr, sich selbst durch Übersprungs-handlungen zu gefährden, wächst minütlich und spürbar. Man kann sich vorstellen, dass die Umsetzung dieser eher leisen Gefühle eine anspruchsvolle Aufgabe für die Sprecher ist, denn leicht legt man zu viel oder zu wenig des Grefühls in die Stimme, sodass die Figur unglaubwürdig wirkt. Dieser Seiltanz gelingt jedoch, automatisch fühlt man mit den Havaristen mit, empfindet Einsamkeit und Verzweiflung. Dazu trägt auch der Soundtrack bei, der passend zu Stimmung und Setting dieser Folge weitaus atmosphärischer, kälter und fliessender gestaltet ist. Der erste Teil des Vorstosses zum Uranus überrascht also mit einer Kehrtwende, die beweist, dass die Macher des Hörspiels die gesamte Bandbreite des Erzählspektrums beherrschen und packend umsetzen können. Wer es bisher geschafft hat, noch nicht von der Serie begeistert zu sein, wird es nach dem Genuss dieser Folge bestimmt nicht länger hinauszögern können. Zu verlockend ist es, sofort den zweiten Teil einzulegen.
© Rebecca Hagelmoser |