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Mike Mignola, Robert SchlunzeHellboy - Folge 1 Saat der Zerstörung - Teil 1 Hörspiel, Comic, Fantasy Im Winter des Jahres 1944 schließen die Nazis ein Bündnis mit einem russischen Magier, um die drohende Niederlage mit schwarzer Magie abzuwenden. Die Alliierten, unter der Beratung von Professor Broom, können das Ritual verhindern. Doch das Höllentor stand lange genug offen, um etwas hindurchzulassen. Es ist klein, rot und besitzt zwei Hörner. Endlich sind die ersten Folgen der neuen Serie aus dem Hause LAUSCH – Phantastische Hörspiele erhältlich. Pünktlich zum Kinostart von »Hellboy II«: Die goldene Armee, welcher am 16. Oktober anläuft. Die Serie startet sogleich mit zwei Doppelfolgen, wobei der erste Zweiteiler die Vorgeschichte Hellboys erzählt, wenngleich auf eine etwas andere Art und Weise, wie es der erste Film getan hat. Wie Janet Sunjic und Günter Merlau von LAUSCH nicht müde werden zu betonen, handelt es sich bei der Hörspielserie keineswegs um ein weiteres Merchandising-Produkt. Vielmehr ist es eine eigenständige Geschichte, welche sich der werkgetreuen Vertonung der Comics von Mike Mignola widmen möchte. Allerdings sind hier auch alle Hörspielfans goldrichtig, die die Comics und Filme nicht kennen, aber von dem eigenwilligen Stil von »Caine« und »Die schwarze Sonne« nicht genug bekommen können. Tatsächlich scheint sich »Hellboy« zu einem innovativen Hybrid beider Stilrichtungen zu entwickeln. Unverkennbar sind der trockene Humor und die coolen Sprüche, die bereits in »Caine« zu finden sind, wenngleich »Hellboy« nicht so vulgär ausgefallen ist. Auch in Sachen Szenenwechsel und Musikscore ähnelt die neue Serie »Caine«, während die Handlung um die Nazi-Experimente sehr den entsprechenden Passagen in »Die schwarze Sonne« gleicht. Dass Michael Prelle auch bei »Hellboy« den Widersacher spricht, verstärkt diesen Eindruck noch. Der Schauspieler ist wahrlich die perfekte Besetzung für die Rolle des Schwarzmagiers und liefert eine geniale Darbietung ab. Seine Stimme ist wie dafür geschaffen, um charismatische Persönlichkeiten dazustellen und tragende Monologe zu führen, die einem einen Schauer über den Rücken jagen. Hellboy selbst wird natürlich von Tilo Schmitz gesprochen, der seine Stimme dem roten Riesen bereits in den Verfilmungen lieh. Auch in den Hörspielen trifft der Schauspieler immer den richtigen Ton und schafft es den schnoddrigen Humor Hellboys echt wirken zu lassen. Liz Sherman wird von Ranja Bonalana gesprochen, die im Hörspielgenre auch als die Freundin des Detektivs Richard Diamond zu hören ist und in »Hellboy« ihre kämpferische Seite ausleben kann. Abe Sapien wird von Joachim Tennstedt gesprochen, der seine Stimme auch schon Schauspielern wie John Malkovich lieh. Erwähnt werden sollte auch Wolf Frass, der den 1st Sergeant der Alliierten verkörpert und dem raubeinigen Soldaten genau den richtigen Militär-Charakter verleiht. Auf einen Erzähler wurde indes verzichtet, denn entweder schildert Hellboy selbst die Ereignisse aus der Ich-Perspektive oder ein anderer Charakter, der gerade eine tragende Rolle spielt. Einige Passagen werden zudem in der Art von Tonbandaufzeichnungen vorgetragen, was den Anschein pseudowissenschaftlicher Dokumentation unterstützt. Das Drehbuch von Robert Schlunze ist rasant, actionbetont und dennoch sehr atmosphärisch. »Hellboy« ist darüber hinaus auch kein »normaler« Comic-Superheld wie Batman, Spiderman oder Superman. Er kommt direkt aus der Hölle und muss sich nicht nur mit ehemaligen Artgenossen herumschlagen, sondern auch mit finsteren Gestalten aus der Geschichte der Menschheit. Dabei offenbart das Hörspiel schon recht ausgeprägte Horror-Elemente, die sich durch die grandiose Musik von Günter Merlau noch eindringlicher hervorheben. Das Label LAUSCH beweist abermals, dass es selbst auf einem übervölkerten Markt immer noch mit frischen, neuen Ideen zu überraschen versteht. Die neue Hörspielserie präsentiert sich im bunten Comic-Stil und hebt sich dadurch gut von den anderen Produkten des Labels sowie des kompletten Hörspielmarktes ab. Zu der Ausstattung des Booklets konnte leider zum Zeitpunkt des Verfassens dieser Rezension keine Aussage getroffen werden. Fazit:
© Florian Hilleberg |