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Rezension - Flüstern der Zeiten - Episode 3

Sven Power
Flüstern der Zeiten – Episode 3
Gelesen von Heiko Grauel

Anubis Center, Februar 2008
Audio-CD, 8 Tracks, 95 Minuten
ISBN: 9783868500622

In nicht allzu ferner Zukunft:
Die Menschheit wurde von einer bakteriellen Seuche im Zuge des dritten Weltkriegs arg dezimiert. Die Überlebenden haben sich in eine Stadt in der Antarktis zurückgezogen, wo die letzten Menschen von einem bedingungslosen Militär-Regime regiert werden. Doch immer häufiger werden Stimmen laut, die diese Form der Staatsführung kritisieren und öffentlich anprangern. Eine Rebellion formt sich im Untergrund und als bekannt wird, dass die Seuche eingedämmt ist und der restliche Planet wieder besiedelt werden kann kommt es zum Krieg zwischen den feindlichen Lagern ...

Die dritte und mit knapp 95 Minuten kürzeste Episode der Hörbuch-Saga »Flüstern der Zeiten« ist zugleich auch die unausgegorenste und trotz allem langatmigste. Die Schilderung von Antarctic-City und das politische System wurden von dem Autorenduo hinter dem Pseudonym Sven Power noch äußerst anschaulich und interessant beschrieben. Doch bereits bei der Charakterisierung der Protagonisten hapert es gewaltig. Die Personen wirken stereotyp und oberflächlich, entwickeln keine Tiefe und agieren zumeist sehr hölzern. Die Handlung erinnert bisweilen stark an STAR WARS, insbesondere bei derartigen Gimmicks wie Plasmaschwertern und einer sogenannten Rebellion. Die Lesung von Heiko Grauel ist dagegen so dynamisch wie eh und je, auch wenn der Mime zum Teil wie ein Nachrichtensprecher auftritt und Fakten sehr kühl und nüchtern vorträgt, was dem Text aber nicht abträglich ist. In den Dialogen beweist Grauel seine Agilität und verleiht den Gesprächspartnern gekonnt unterschiedliche Nuancen in den Stimmen. Leider sind die einzelnen Tracks ebenso ausgedehnt wie bei den Vorgängern, sodass einzelne Kapitel weit über 10 Minuten andauern können, was einer schnellen Szenenanwahl nicht gerade zuträglich ist.

Fazit:
Langatmige und unausgegorene Fortsetzung der Science-Fiction-Saga »Flüstern der Zeiten«, der sich stark von Klassikern wie STAR WARS und 1984 inspirieren ließ. Heiko Grauel liest seinen Text routiniert und gekonnt, kann den blassen Charakteren aber nur unzureichend Tiefe verleihen. Bleibt zu hoffen, dass der vierte und letzte Teil der Reihe qualitativ an die ersten beiden Folgen anknüpft.

Bewertung:



© Florian Hilleberg

 

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