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Rezension - Das Geheimnis der schwarzen Koffer

Edgar Wallace, Percy Allan, Susa Gülzow
Bryan Edgar Wallace-Filmhörspiele - Nr. 1
Das Geheimnis der schwarzen Koffer
Titelfoto/Titelgestaltung: Artur Brauner-Archiv, Frankfurt am Main
Innenillustrationen (Fotos): Artur-Brauner-Archiv, Frankfurt am Main

Thriller, Filmhörspiel
Eichborn-LIDO, Nocturna Audio, Neu-Eichenberg, März 2010
Audio-CD, 60 Minuten, 14,95 €
ISBN: 9783821863115

www.nocturna-audio.de
www.eichborn.com

London erzittert vor den Taten eines teuflischen Serienkillers. Erst packt er seinen Opfern einen schwarzen Koffer, dann wirft er ihnen ein Messer in den Rücken. Inspektor Finch von Scotland Yard steht vor einem Rätsel. Die Spur führt unter anderem zu Dr. Bransby, in dessen Sprechstundenhilfe Susan sich Inspektor Finch verliebt. Was aber hat die neuartige Droge Meskadrin mit den unheimlichen Morden zu tun? Steckt der ehemalige FBI-Agent und jetzige Rauschgifthändler Curtis hinter den Verbrechen? Auf einem alten Schloss soll sich das Schicksal von Inspektor Finch und Susan erfüllen …

Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Bryan ist weder ein Pseudonym noch der Spitzname des Meisters der Kriminalliteratur sondern schlichtweg der Name seines Sohnes. Bryan Edgar Wallace wurde am 28. April 1904 geboren und hatte durchaus Ambitionen in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Wenn auch vergleichsweise spät, denn seine nennenswerten Werke, ausnahmslos Spionage- oder Kriminalromane, erschienen in den 60er Jahren, kurz vor dem Tod von Bryan Edgar Wallace, im Jahr 1971. Es ist erstaunlich, wie wenig über diesen Schriftsteller in Erfahrung zu bringen ist, denn die Internetsuchmaschinen verweisen meistens auf die kultverdächtigen Rialto-Verfilmungen, oder eben auf die Filmhörspiele, von denen »Das Geheimnis der schwarzen Koffer« das erste ist. Dem Film liegt der Roman »Der Tod packt seinen Koffer« (Death packs a suitcase) aus dem Jahr 1961 zugrunde. Verfilmt wurde der Stoff mit Joachim Hansen (Inspektor Finch), der bezaubernden Senta Berger (Susan) und dem unvergleichlichen Chris Howland, der im Film den schrulligen Vetter des Inspektors spielt und für Situationskomik und Slapstick zuständig ist. Den Reiz einer solchen Produktion bildet natürlich die Original-Filmtonspur, die erstaunlich gut erhalten ist und nicht ansatzweise das Scheppern und Rauschen aufweist, das vor allem die neuen Dr. Mabuse-Filmhörspiele zum Teil so anstrengend gemacht haben. Ein kleines Highlight bildet Norbert Langer als Erzähler, dem von Susa Gülzow witzig-ironische Bemerkungen in den Mund gelegt wurden, um die einzelnen Szenen miteinander zu verknüpfen. Die Stimme des Mimen weckt als Synchronsprecher von Tom Selleck und BurtReynolds oder in seiner Rolle als He-Man in der Hörspielserie MASTERS OF THE UNIVERSE unheimlich viele Erinnerungen. Manchmal muss man aber schon genau hinhören, um die Zusammenhänge zu verstehen. In puncto Trash und Unterhaltungswert ist die Geschichte mit den ersten Mabuse-Folgen zu vergleichen, wenngleich der Plot natürlich nicht ganz so abgehoben ist. In »Das Geheimnis der schwarzen Koffer« geht es natürlich immer mit rechten Dingen zu. Hier geht es nicht um anspruchsvolle und ausgefeilte Ermittlungen, sondern um den reinen Unterhaltungswert. Sehr nostalgisch und kultig sind die Geräusche, mit denen das Messer den Opfern das Leben nimmt. Das kommt insbesondere deshalb gut zur Geltung, weil eben das dazugehörige Bild fehlt. Nichtsdestotrotz muss man den Charme der 60er-Jahre Krimis in Schwarzweiß einfach mögen, um Gefallen an dieser Produktion zu finden. Doch wer bereits die Filme kennt und zu schätzen weiß, der wird auch die Hörspiele gut finden.

Das Cover zeigt eine Filmszene im typisch neuen Filmhörspiellayout, das bereits die neuen MABUSE-Folgen aufweisen. Inhaltlich kommt natürlich wieder der Produzent Sven Schreivogel zu Wort. Außerdem werden das Original-Kinoplakat und zahlreiche Filmfotos gezeigt. Eine kurze Vita der Macher runden das Booklet optimal ab.

Fazit:
Kultkrimi aus den 60ern als Filmhörspiel. Die Handlung ist nicht unbedingt ausgefeilt, aber allein die Schauspielikonen Senta Berger und Chris Howland im Originalton zu hören lohnt die Anschaffung. Abgerundet wird das Hörspiel durch Norbert Langer (MAGNUM) als Erzähler.

Copyright © 2010 by Florian Hilleberg

 

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