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Rezension - Draculas Gast

Bram Stoker
Draculas Gast
gelesen von Lutz Riedel

LPL Records
Regie, Produktion, Dramaturgie: Lars Peter Lueg
Schnitt, Musik Tontechnik: Andy Matern
2 Audio-CD/ 19,95 €
ISBN: 3-7857-1482-3

Mit der vorliegenden Produktion erhält der geneigte Hörer drei Kurzgeschichten von Bram Stoker zum ersten Mal als Hörgenuss.

„Draculas Gast“ ist eine aus dem eigentlichen Roman heraus genommene Kurzgeschichte, in der Jonathan Harker dem Grauen in Gestalt eines Wolfes begegnet.

„Im Haus des Richters“ erzählt Bram Stoker von dem Mathematikstudenten Malcolm Malcolmson, der sich in einem Haus einmietet, das lange Zeit leer stand. Überall hört er Ratten und als er eine besonders große, fette Ratte auf dem Stuhl des verstorbenen Richters sitzen sieht, versucht er mehr über ihn herauszufinden. Vor allem weil er der Meinung ist, die Ratte sehe dem Verstorbenen ähnlich.

„Die Squaw“ erzählt die Geschichte einer Katze und deren Nachwuchs. Als ein
amerikanischer Tourist das Junge umbringt, erfährt er am eigenen Leib, was es bedeutet, Leben zu nehmen. Eine Absicht konnte man dem Mann nicht unterstellen, der in Nürnberg in Begleitung eines Pärchens im Freien frühstückt. Die Rache der Katze schon.

Die Erzählungen Stoker’s sind über hundert Jahre alt. Dies merkt man aber den Geschichten nicht an. Wer sich heute mit phantastischer Literatur gewissenhaft auseinander setzt, wird feststellen, dass Bram Stoker noch heute der Maßstab für viele Autoren ist. Der Aufhänger und Namensgeber der Doppel-CD ist ein Mittler zwischen der altbekannten Dracula-Erzählung und den weniger bekannten Kurzgeschichten des Altmeisters. Mit diesem Schritt lockt man die Hörer in ein kurzweiliges Hörvergnügen.

Als Fan von Büchern gefällt mir die Lesung des Berliner Schauspielers Lutz Riedel sehr gut. Lutz Riedel ist bekannt für seine Synchronstimme für Timothy Dalton und passt sehr gut zum akustischen Eindruck eines englischen Gentleman. Da in dieser Produktion auf Musik oder Effekte verzichtet wurde, bleibt allein die Stimme. Sie ist es auch, die mit ihrer ruhigen Art den Gruseleffekt noch unterstützt. Jedoch bleibt der Erzähler irgendwie teilnahmslos.

Bewertung:


© Erik Schreiber

 

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