A.F. Morland
Dreamland-Grusel 6
Der Zombie-Macher von Tahiti
Produktion und Regie: Thomas Birker
Dialogbuch: Thomas Birker, Joschi Hajek, Christian Daber
Horror, Hörspiel
Dreamland-Productions, April 2008
Audio-CD, 23 Tracks, 74 Minuten
Preis: 8,95 €
ISBN: 9783939066559
Extras: Extended Version, Trailer, Bonustrack: Hörspielsong
Auf Haiti wird Juliette Muller Zeugin, wie ein riesenhafter Zombie unter den Fischern eines kleinen Dorfes ein Blutbad anrichtet. Ihr neuer Freund Duane Belmondo bittet seinen Bruder Barry um Hilfe. Der weiße Voodoo-Priester hat sich dem Kampf gegen die Mächte der Finsternis verschrieben und eilt seinem Bruder sofort zu Hilfe. Mit Unterstützung durch seinen alten Lehrmeister kommt Barry Belmondo dem Bokor, dem schwarzen Voodoo-Priester, auf die Spur. Doch dieser erhält Unterstützung von skrupellosen Gangstern, welche den Zombie für ihre eigenen Zwecke missbrauchen wollen. Bevor Barry und sein Bruder Duane den Zombie-Macher stellen können, entführt der riesige Untote Juliette Muller …
Die sechste Folge der erfolgreichen und beliebten Dreamland-Gruselserie entstand abermals nach einer Romanvorlage von Fritz Tenkrat alias A.F. Morland, Autor der Kultserie »Tony Ballard«. Weshalb aber das zweite Abenteuer des Voodoo-Priesters Barry Belmondo genommen wurde, statt des ersten, bleibt unverständlich.
Allerdings hat man bei diesem Hörspiel auch den Eindruck eine Satire oder eine stellenweise sehr alberne Persiflage von »Tony Ballard« zu hören. Das beginnt bereits bei der überzogen-coolen Ausdrucksweise von Barry Belmondo, gespielt von Tilo Schmitz. Wenn Schmitz mit seinem tiefen Bass »Jo, Brother« tönt, oder »Es ist Voodoo-Time« säuselt, kann man die Story einfach nicht mehr ernst nehmen. Wenn man dahingehend seine Sichtweise ändert und das Hörspiel als kleine Horror-Komödie betrachtet, wird man an der Geschichte durchaus seinen Spaß haben. Hier macht vor allem das Dreamland-Urgestein Joschi Hajek und Claudio Vorlauf eine gute Figur. Die beiden sind nicht nur Vorstandsmitglieder bei Dreamland, sondern auch engagierte und talentierte Sprecher, die das Gangster-Duo Jean-Pierre und Elliot überzeugend und äußerst witzig verkörpern. Als Antagonist von Belmondo brilliert Aart Veder, der fest zum Dreamland-Production-Ensemble gehört und vor allem durch seine Rolle als John Sinclairs Freund Bill Conolly in den alten Tonstudio-Braun-Hörspielen bekannt wurde.
Belmondos Lehrmeister wird von Klaus Nägelen gesprochen, der als Professor Futura in der Serie »Jan Tenner« Hörspielgeschichte schrieb. Bedauerlicherweise ist seine Rolle blass und farblos und Nägelen spricht diesen Part auch sehr monoton und leidenschaftslos. Die Musik ist sehr stimmig, auch wenn das alte Thema der Gruselserie von H.G. Francis recht altbacken wirkt. Dafür ist die Belmondo-Titelmusik von Carsten Bohn gut getroffen worden.
Die Handlung an sich ist eine wenig originelle, klischeehafte Gruselgeschichte der 70er Jahre. Belmondo selbst ist ein Held der alten Schule, dem auf Anhieb alles gelingt und ebenso wie seine Kollegen Sinclair und Brent ist er häufig auf Kommissar Zufall angewiesen, um seine Fälle zu lösen. In dieser Geschichte findet sein versierter Lehrmeister den Bösewicht und Belmondo braucht zum Schluss nur sein albernes »Es ist Voodoo-Time« zu rufen, verwandelt sich flugs in einen Voodoo-Gott und vernichtet seinen Gegner mit einem Flammenschwert, dass eine ebenso perfekte Wunderwaffe darzustellen scheint, wie Sinclair silbernes Kreuz. Schade nur, dass sich der schwarze Voodoo-Priester nur auf einen Zombie verlassen hat.
Als Bonus gibt es auf dieser CD erstmals eine Extended Version von einem Hörspiel, bei der drei zusätzliche Tracks in das eigentliche Hörspiel einprogrammiert werden können. Bei DVDs mag so etwas aufgrund der höheren Kapazität funktionieren. Doch bei einer herkömmlichen Audio-CD ist es einfach umständlich extra drei Tracks einzuprogrammieren. Diese Kapitel hätte man einfach in der Handlung belassen sollen. Wem dann das Hörspiel zu lang sein sollte, kann ja immer noch schnell einen Track überspringen.
Äußerlich reiht sich das Hörspiel perfekt in den Reigen der Dreamland-Gruselserie ein und präsentiert sich in einem düsteren Rot. Im Vordergrund ist das grausige Antlitz des Zombies zu sehen, der Barry Belmondo das Leben ein klein wenig schwer macht.
Fazit:
Wenig überzeugende Horror-Komödie nach einer Romanvorlage von A.F. Morland. Trotz hochkarätiger Sprecher wie Tilo Schmitz, Klaus Nägelen und Aart Veder sind die Dialoge häufig sehr albern und die Story ist stellenweise konstruiert und vorhersehbar. Hervorragend hingegen ist das Gangster-Duo, das sich sehr amüsante Wortgefechte liefert. Der Bonus einer Extended Version ist nett gemeint, erweist sich aber als überflüssig und umständlich.
© Florian Hilleberg |