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Rezension - Die Totenleserin

Ariana Franklin
Die Totenleserin
gelesen von Beate Himmelstoss
gekürzte Fassung


der Hörverlag
Lesefassung: Ursula Honisch
Regie: Caroline Neven Du Montag
Technik : Monika Vogler und Jochen Scheffter, Down Town Studios München
6 Audio-CD, 464 Minuten
Preis: 14,99 €
ISBN: 9783867172134

Grausame Kindermorde erschüttern die Bürger im Cambridge im Jahr 1171. Einige Juden werden von der wütenden Bevölkerung als Täter gelyncht, der Rest flieht in den Schutz des Königs von England: Henry II.
Um die Morde aufzuklären bittet Henry II seinen Vetter um Hilfe und dieser schickt den Juden Simon und einen Totenarzt aus Salerno nach Cambridge.
Dieser Totenarzt ist jedoch kein Mann, sondern eine junge Frau, Adelia, die als Beste ihres Fachs gilt. Unter erschwerten Umständen müssen Simon, Adelia und der Araber Mansur ihre Untersuchungen beginnen. Denn mit ihrer direkten Art, Aberglauben und Vorurteile entgegenzutreten, macht sich Adelia mächtige Feinde in der Stadt. Bald sehen sich die drei einer Reihe Verdächtiger gegenüber, aber wer ist der Mörder der Kinder?

Ich bin mit viel Skepsis an dieses Hörbuch gegangen. Zum einen boomen Mittelalterromane mit weiblichen Protagonisten geradezu, wobei oft die historische Wahrheit auf der Strecke bleibt, zumal stehe ich dem Medium Hörbuch noch recht skeptisch gegenüber.

Aber ich wurde positiv überrascht. Die historischen Fakten sind wunderbar recherchiert, das Booklet beinhaltet einen kurzen Überblick über die Zeit, weibliche Ärzte und die Rechtsprechung Henrys II. Auch die Dinge, wo sich die Ariana Franklin nicht sicher war, hat sie aufgeführt, was mich sehr beeindruckt hat. Das sich die Autorin zum Teil der modernen Sprache bedient hat, ist, zumindest beim Hörbuch, kein Problem. Denn die Sprache des Mittelalters war zum Teil moderner und offener als wir annehmen.

Auch der Kriminalfall hat mir sehr gut gefallen. Bis zum Schluss war ich am Grübeln wer denn nun der Täter war. Verdächtige gab es viele und bei einigen habe ich doch sehr danebengegriffen. Etwas, das nicht so oft vorkommt.

Besonders überrascht war ich jedoch von der Produktion des Hörbuches selber. In vielen Hörbüchern wird die Stimmung einer Lesung durch nerviger Musik gestört oder durch die gelangweilte Stimme des Vorlesers.
Der Hörbuchverlag hat hier auf Musik verzichtet und sich vollkommen auf die markante Stimme von Beate Himmelstoss verlassen. Ein Glück!
Beate Himmelstoss hat dieser Geschichte Leben eingehaucht, hat den Roman intensiv vorgetragen, mit ihrer Stimme gespielt. Teilweise hatte ich das Gefühl auf einer Waldlichtung vor einem Feuer zu sitzen und einer Erzählerin eine Geschichte aus der vergangenen Zeit zuzuhören. Wer schon einmal in Cambridge oder Umgebung war, kann sich teilweise wirklich dorthin versetzt fühlen.
Besonders bei Krimis oder Thriller besteht natürlich die Gefahr, dass der Leser sich durch seine Stimmenlage unabsichtlich verrät, indem er dem Täter oder der Täterin eine besondere Stimmlage zuweist. Beate Himmelstoss hat hier Widerstanden. Mit keinem Ton, im wahrsten Sinne des Wortes, hat sie in die Richtung verwiesen, wo der Kindermörder zu finden ist.

Fazit:
Ich bin von diesem Hörbuch in allen Punkten vollauf begeistert!

Bewertung:



© C. Sibilitz

 

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