| Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Sonstige Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen - Die geheimnisvolle Kiste | ||||
|
||||
Arthur Conan DoyleDie geheimnisvolle Kiste Aus dem Englischen von Daniela Wakonigg Stimmbuch Verlag, Köln, Oktober 2008 Der Schriftsteller Hammond begibt sich auf eine Seereise und wird unbemerkt Zeuge einer sonderbaren Unterredung zweier Männer, die sich sichtlich bemühen ungestört zu sein und keine Aufmerksamkeit zu erregen. Hammond ist wie elektrisiert, als er eine geheimnisvolle, kleine Kiste bemerkt, welche die beiden Männer mit sich führen. Augenscheinlich planen die beiden Männer ein ganz großes Verbrechen. Denn was anderes könnten zwei Fremde mit irischem und deutschem Namen vorhaben, als ein englisches Schiff mittels einer Bombe zu versenken. Mit messerscharfem Verstand und logischen Schlussfolgerungen gelangt Hammond zu dem Schluss, dass ein Anschlag auf den Passagierdampfer verübt werden soll. Doch niemand schenkt ihm Glauben und so muss der Schriftsteller selbst das Heft des Handelns in die Hand nehmen, mit ganz und gar überraschendem Ende … Die Kenntnis des Namens Arthur Conan Doyle erschöpft sich bei einem Großteil der Bevölkerung mit dem Wissen, dass er der Schöpfer des unsterblichen Meisterdetektivs Sherlock Holmes ist. Dass Doyle allerdings auch unzählige historische und humoristische Geschichten schrieb sowie eine beträchtliche Anzahl an Science-Fiction- und Kriminalstorys verfasste, die allesamt nichts mit Holmes und Watson zu tun haben, wissen nur die Wenigsten. Der STIMMBUCH-Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht, die eher unbekannteren Werke berühmter Autoren, unter anderem Arthur Conan Doyle, als Hörbücher zu adaptieren. In diesem Fall ist es eine der ersten Geschichten des englischen Schriftstellers, die lange vor der ersten Erzählung mit Sherlock Holmes verfasst und veröffentlicht wurde. Werkgetreu, mit authentischen Geräuschen unterlegt, und durch einen engagierten Sprecher vertont, präsentiert sich dem Hörer eine kurzweilige, teils satirisch angehauchte Geschichte, in welcher der Held bereits die Methoden von Holmes gezielt einsetzt – wenngleich mit mäßigem Erfolg. Zwar sind die Schlussfolgerungen von Hammond logisch nachvollziehbar, doch leider ist der Hobby-Detektiv hoffnungslos neurotisch und paranoid. Der geschliffene Wortwitz und der feine Sinn für Humor, der Doyle zeit seines Lebens ausmachte, kommt in dieser Geschichte sehr klar zur Geltung, und man kann fast schon behaupten, dass Doyle bereits vor dem Erscheinen der ersten Holmes-Erzählung selbst eine gelungene Persiflage der späteren Detektiv-Geschichten schrieb. Mit Philipp Schepmann haben die Macher genau den richtigen Sprecher gefunden, der Hammond perfekt darzustellen versteht. Darüber hinaus hat der Schauspieler eine äußerst angenehme Stimme, der man gerne lauscht und die auch in der Lage ist, die verschiedensten Charaktere glaubhaft zu verkörpern. Die Musik von Peter Harrsch ist in diesem Fall ein wenig dezenter und geheimnisvoller, um den mysteriösen Charakter der Geschichte angemessen zu untermalen, was ihr hervorragend gelingt. Die Titelgrafik ist recht einfach und beinahe nichtssagend ausgefallen; dafür beinhaltet das Begleitheft genau die Informationen, die man bei den meisten Hörbüchern vermisst: eine ausführliche Autorenvita, verfasst von Daniela Wakonigg, und eine detaillierte Beschreibung der Geschichte, nebst ihrer bisherigen Veröffentlichungsdaten. Eine der frühen, unbekannten Kurzgeschichten des berühmten Autors Sir Arthur Conan Doyle. Philipp Schepmann nimmt den Hörer mit auf eine grandios inszenierte Seereise, die sich kein Liebhaber der englischen Detektivgeschichte entgehen lassen sollte. © Florian Hilleberg |