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Walter MoersDer Schrecksenmeister Hörbuch Hamburg, Juli 2008 Echo, eine zamonische Kratze, die sich von normalen Katzen darin unterscheidet, dass sie sprechen kann, führt ein recht komfortables Leben in Sledwaya, der ungesundesten Stadt Zamoniens. Dort sorgt der viel gehasste Schrecksenmeister Succubus Eißpin für gepflegte Verkommenheit, indem er das Schrecksenwesen geißelt und die Menschen mit allen möglichen Übeln beschäftigt. Echo bleibt von dem recht unberührt, bis zu dem Tag, an dem sein Frauchen stirbt. Nun muss sich der verwöhnte Echo alleine auf der Straße durchschlagen – ohne Erfolg. Kurz vor dem Verhungern geht er einen verhängnisvollen Pakt mit dem gefürchteten Schrecksenmeister der Stadt ein. Der Alchemist darf Echo zum nächsten Schrecksenmond töten und sein Fett auskochen, welches er für seine alchemistischen Künste braucht. Bis dahin jedoch muss er Echo nach allen Regeln der Kochkunst und Gastfreundschaft verwöhnen. Aus eigener Erfahrung gesprochen ist es nicht hilfreich, das Hörbuch zur Ablenkung während einer Fastenkur zu hören – der Untertitel »ein kulinarisches Märchen aus Zamonien von Gofid Letterkerl« ist keine leere Versprechung und beeinflusst die Fantasie einer Gerade-Nicht-Esserin doch in ungünstiger Weise. Hat man seinen Magen aber im Griff, kann man sich recht ungezwungen und mit Wonne diesem Ohrenschmaus hingeben. Zu verdanken ist dies vor allem der genialen Umsetzung des Stoffens durch die Stimme von Andreas Fröhlich, der uns aus den »Drei ???« als Stimme von Bob Andrews bekannt ist. Er versteht es, die verschiedenen Charaktere stimmlich einzufangen und humorvoll darzubieten. Aber nicht nur für junge Hörer ist dieser Ausflug nach Zamonien zu empfehlen – auch ältere Hörer dürften Geschmack an der Geschichte finden: Nicht zu überhören sind die Anleihen an »Spiegel, das Kätzchen« von Gottfried Keller, welcher sich auch im Anagramm des zamonischen Urhebers der Geschichte, Gofid Letterkerl, wieder findet. Den Geist dieser Inspiration findet man auch unschwer in der Namensgebung von Eißpin, der in Kellers Geschichte Pineiß genannt wird, sowie der Stadt Sledwaya, die Seldwyla im Kellerschen genannt wird. Jedoch auch ohne den geistigen Ausflug in die Literaturgeschichte bleibt das Hörbuch ein großes Vergnügen, man lehne sich also genüsslich zurück, schließe die Augen und amüsiere sich!
© Rebecca Hagelmoser Weitere Links und Quellen: Gottfried Keller: Spiegel, das Kätzchen Interview mit Hildegunst von Mythenmetz: |