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Ivar Leon Menger, Hendrik Buchna, Christoph Zachariae, John Beckmann, Raimon Weber, Simon X. RosDarkside Park - Staffel 3, Folgen 13 - 18 Coverdesign von Ivar Leon Menger Fotos von Peepo, Peeter Viisimaa, Selensergen, Nuno Silva Thriller, Hörbuch Lauscherlounge, Hamburg, Oktober 2010 7 AudioCD im Pappschuber, 360 Minuten /19,95 € ISBN: 9783942261029 www.lauscherlounge.de
Die dritte Staffel der preisgekrönten Serie zieht noch einmal alle Register gutgemachter Thriller. Funktionierten die Episoden der ersten beiden Staffeln zum Teil noch als in sich abgeschlossene Storys, so bauen die Episoden in der dritten Staffel viel enger aufeinander auf und die Zusammenhänge versteht man eigentlich nur, wenn man alle Folgen kennt. Dann ist das Hörvergnügen aber garantiert, denn die Autorenriege, die Ivar Leon Menger, um sich geschart hat, gehört zu den Meistern ihres Faches. Leider hat der Erfinder und Schöpfer für den Abschluss der Serie nicht mehr selber zur Feder gegriffen, vermutlich aus Zeitgründen, denn die Firma Psychothriller GmbH wächst und gedeit und bedarf einer ständigen Hege und Pflege. Mittlerweile hat sich Martin Prey als heimlicher Protagonist der Serie herauskristallisiert und so verwundert es nicht, dass er in drei Episoden dieser Staffel Hauptrollen innehat und eigentlich immer irgendwie erwähnt wird. Sehr originell ist die Idee, den Charakter aus der Sicht eines anderen Einwohners von Porterville zu schildern. Simon X. Rost hat mit »Augen der Nacht« ein wirklich exzellentes Thriller-Hörbuch geschaffen, das von Jan-David Rönfeldt genial umgesetzt wurde. Düster und subtil geht es in dem historischen Mysterythriller »Die Stille des St. Helena Parks« von John Beckmann zu. Der Autor steht gerade mit »Terminal 3« in den Startlöchern und die Hörer, können sich im vorliegenden Projekt bereits von seinem Können überzeugen. Florian »Jude Law« Halm ist zudem der optimale Sprecher, der dem Charakter des Reporters Samuel Wilcomb das nötige Profil verleiht. In »Die geheimen Kinder« kommt mal wieder eine weibliche Protagonistin zu Wort, die von Franziska Pigulla fabelhaft verkröpert wird. Die Geschichte von Raimon Weber zeigt, dass auch Eingeweihte nicht vor den Machenschaften in Porterville gefeit sind. Christoph Zachariae schrieb die direkte Fortsetzung zu »Augen der Nacht«, in der der bleiche Mann einmal mehr eine Schlüsselrolle innehat. Gerrit Schmidt-Foss leiht Martin Prey seine Stimme und macht die Story zu einem echten Erlebnis, obwohl das Flüstern am Ende der Geschichte ungünstig ist, denn sollte man die Storys beim Autofahren hören bekommt man Probleme damit, alles zu verstehen. In »Frischling, Frischling«, einer bitterbösen Erzählung aus der Feder von Raimon Weber, kommt Joachim Kerzel zu Wort, ein genialer Sprecher, der als Erzähler in den JOHN SINCLAIR-Hörspielen bereits eine Hörspiellegende ist. Seine Darstellung von Daniel Chester Kipling indes erinnert frappierend an seine Stephen-King-Lesungen, denn in puncto Dramaturgie und Suspense wandelt die vorliegende Geschichte eindeutig auf den Spuren des Horror-Königs. Die größte Überraschung hält aber die finale Episode Nummer 18 bereit. Zum einen, weil sie zwei CDs in Anspruch nimmt, und zum anderen, weil es sich um ein inszeniertes, mehrstimmiges Hörspiel handelt. Zum Großteil wird das extralange Hörspiel von Jürgen Thormann (Angus Hudson) und Gerrit Schmidt-Foss (Martin Prey) bestritten, doch auch viele andere Figuren haben einen Auftritt, wie beispielsweise Melinda McFaden oder Kate Harding, gesprochen von Luise Lunow. Sogar die Schauspielerin Katja Riemann hat einen kleinen Auftritt als Computerstimme. Das Finale als solches, inklusive seiner Auflösung des Porterville-Rätsels, dürfte die Fangemeinde jedoch spalten. Was Hendrik Buchna hier zu Papier gebracht hat, ist eine aberwitzige und originelle Story, die sicherlich niemand in dieser Form erwartet hat. Die letzten beiden Tracks muten zunächst wie Minutenschinderei an, erfüllen aber einen wichtigen Zweck und vergegenwärtigen dem Hörer in kurzen Flashbacks die Stimmen und Charaktere der ersten 17 Folgen. Hier wird noch einmal deutlich, wie fein die einzelnen Episoden eigentlich aufeinander abgestimmt sind. Ob das Finale gefällt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden, doch selbst, wenn dies nicht der Fall sein sollte, hält man immer noch 17 geniale Thriller in Händen, die auch nach mehrmaligem Hören nichts von ihrem Reiz verlieren. Schließlich entdeckt man immer wieder was Neues. Zum Layout müssen nicht mehr viele Worte verloren werden. Infos zu den Autoren gibt es satt und die schmucke Hartkarton-Box macht sich unheimlich gut im Hörbuch-Regal. Ein Schmuckstück für jede Sammlung. Fazit: Copyright © 2011 by Florian Hilleberg |