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Rezension - Darkside Park - Staffel 3, Folgen 13 - 18

Ivar Leon Menger, Hendrik Buchna, Christoph Zachariae, John Beckmann, Raimon Weber, Simon X. Ros
Darkside Park - Staffel 3, Folgen 13 - 18
Coverdesign von Ivar Leon Menger
Fotos von Peepo, Peeter Viisimaa, Selensergen, Nuno Silva


Thriller, Hörbuch
Lauscherlounge, Hamburg, Oktober 2010
7 AudioCD im Pappschuber, 360 Minuten /19,95 €
ISBN: 9783942261029

www.lauscherlounge.de
www.darksidepark.de

  • Augen der Nacht (Simon X. Rost)
    Jason Hincks, Kleinganove und Dealer, staunt nicht schlecht, als es eines Abends an seiner Haustür klingelt und sein alter Schulkamerad Martin Prey vor ihm steht. In seiner Begleitung befindet sich eine junge, völlig verwahrloste und katatone Frau. Martin selbst ist in keinem viel besseren Zustand und völlig paranoid. Verängstigt faselt er von Leuten, die sie verfolgen würden und einem Dr. Barrett, der nicht zulassen würde, dass sie Porterville verlassen. Tatsächlich fahren plötzlich einige Zivilfahrzeuge mit Blaulicht vor und eröffnen das Feuer auf die drei Menschen. Hincks glaubt an Ermittler der Drogenpolizei und ergreift gemeinsam mit Martin und dessen Freundin die Flucht. Doch so leicht geben ihre Häscher nicht auf. Eine halsbrecherische Jagd durch Porterville nimmt ihren Lauf und auch Jason Hincks muss feststellen, dass es nicht so leicht ist, die Stadt im Herzen von Maryland zu verlassen …
  • Die Stille des St. Helena Parks (John Beckmann)
    Portverville 1881
    Kurz vor Erscheinen der Erstausgabe der Porterville Times soll der Journalist Samuel Wilcomb einen Artikel über den St. Helena Park schreiben, die grüne Seele der Stadt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Terry begibt sich der Reporter auf Vorort-Recherche, doch was im Herzen des Parks auf die beiden Männer wartet, sprengt ihr Vorstellungsvermögen und treibt sie an den Rand des Wahnsinns …
  • Die geheimen Kinder (Raimon Weber)
    Melinda McFaden ist Fizemanagerin des besten Hotels von Porterville und gehört zu den Eingeweihten. Eines Tages erhält sie den Anruf ihrer Schwester, die einer Panik nahe ist. Ihr neugeborenes Baby sei entführt worden. Melinda macht sich sofort auf den Weg zum Abbadias Asylum, wo sie ihre völlig aufgelöste Schwester trifft. Das ist der Beginn eines Alptraums, in dessen Verlauf Melinda erfährt, wie wenig sie eigentlich über die Machenschaften in Porterville weiß …
  • Die Farbe des Chamäleons (Christoph Zachariae)
    Martin Prey ist gemeinsam mit dem Drogendealer Jason Hincks auf der Flucht aus Porterville. Tatsächlich scheinen sie ihren Häschern entkommen zu können. Doch so leicht machen es Sheriff Parker und seine Leute den beiden jungen Männern nicht. Wer einmal die Ordnung in Porterville gestört hat, wird unbarmherzig gejagt. Aber Martin Prey ist fest entschlossen, das Geheimnis des Darkside Parks zu lösen und Sarah Freeman wiederzufinden. Dabei läuft er dem bleichen Mann direkt in die Fänge …
  • Frischling, Frischling (Raimon Weber)
    Daniel Chester Kipling tut Dienst im Hudson Tower und kennt die Schaltzentrale der Macht von Porterville besser als ihm lieb ist. Brutale Gewalt und Angst sind die Werkzeuge der Mächtigen und hinter der idyllischen Fassade von Porteville lauert das Grauen. Einmal zu oft musste Kipling die »Pakete« entsorgen, wenn wieder ein instabiles Element der Gesellschaft das empfindliche Gleichgewicht zu stören drohte. In vierzehn Tagen darf Kipling endlich in den Ruhestand gehen. Doch dann kommt es zu einem Zwischenfall, der das Leben von Daniel Chester Kipling dauerhaft verändert …
  • Willkommen in Porterville Teil 1 + 2 (Hendrik Buchna)
    Martin Prey ist es gelungen, in den Hudson Tower einzudringen. Im Fahrstuhl drückt er dann den Knopf des 56. Stockwerks. Dort trifft er auf Angus Hudson, den Bürgermeister von Porterville, und der macht Martin Prey ein Angebot, das dieser besser nicht ausschlagen sollte. Hudson ermöglicht dem unscheinbaren Bibliothekar einen Blick hinter die Kulissen von Porterville …

Die dritte Staffel der preisgekrönten Serie zieht noch einmal alle Register gutgemachter Thriller. Funktionierten die Episoden der ersten beiden Staffeln zum Teil noch als in sich abgeschlossene Storys, so bauen die Episoden in der dritten Staffel viel enger aufeinander auf und die Zusammenhänge versteht man eigentlich nur, wenn man alle Folgen kennt. Dann ist das Hörvergnügen aber garantiert, denn die Autorenriege, die Ivar Leon Menger, um sich geschart hat, gehört zu den Meistern ihres Faches. Leider hat der Erfinder und Schöpfer für den Abschluss der Serie nicht mehr selber zur Feder gegriffen, vermutlich aus Zeitgründen, denn die Firma Psychothriller GmbH wächst und gedeit und bedarf einer ständigen Hege und Pflege. Mittlerweile hat sich Martin Prey als heimlicher Protagonist der Serie herauskristallisiert und so verwundert es nicht, dass er in drei Episoden dieser Staffel Hauptrollen innehat und eigentlich immer irgendwie erwähnt wird. Sehr originell ist die Idee, den Charakter aus der Sicht eines anderen Einwohners von Porterville zu schildern. Simon X. Rost hat mit »Augen der Nacht« ein wirklich exzellentes Thriller-Hörbuch geschaffen, das von Jan-David Rönfeldt genial umgesetzt wurde. Düster und subtil geht es in dem historischen Mysterythriller »Die Stille des St. Helena Parks« von John Beckmann zu. Der Autor steht gerade mit »Terminal 3« in den Startlöchern und die Hörer, können sich im vorliegenden Projekt bereits von seinem Können überzeugen. Florian »Jude Law« Halm ist zudem der optimale Sprecher, der dem Charakter des Reporters Samuel Wilcomb das nötige Profil verleiht. In »Die geheimen Kinder« kommt mal wieder eine weibliche Protagonistin zu Wort, die von Franziska Pigulla fabelhaft verkröpert wird. Die Geschichte von Raimon Weber zeigt, dass auch Eingeweihte nicht vor den Machenschaften in Porterville gefeit sind. Christoph Zachariae schrieb die direkte Fortsetzung zu »Augen der Nacht«, in der der bleiche Mann einmal mehr eine Schlüsselrolle innehat. Gerrit Schmidt-Foss leiht Martin Prey seine Stimme und macht die Story zu einem echten Erlebnis, obwohl das Flüstern am Ende der Geschichte ungünstig ist, denn sollte man die Storys beim Autofahren hören bekommt man Probleme damit, alles zu verstehen. In »Frischling, Frischling«, einer bitterbösen Erzählung aus der Feder von Raimon Weber, kommt Joachim Kerzel zu Wort, ein genialer Sprecher, der als Erzähler in den JOHN SINCLAIR-Hörspielen bereits eine Hörspiellegende ist. Seine Darstellung von Daniel Chester Kipling indes erinnert frappierend an seine Stephen-King-Lesungen, denn in puncto Dramaturgie und Suspense wandelt die vorliegende Geschichte eindeutig auf den Spuren des Horror-Königs. Die größte Überraschung hält aber die finale Episode Nummer 18 bereit. Zum einen, weil sie zwei CDs in Anspruch nimmt, und zum anderen, weil es sich um ein inszeniertes, mehrstimmiges Hörspiel handelt. Zum Großteil wird das extralange Hörspiel von Jürgen Thormann (Angus Hudson) und Gerrit Schmidt-Foss (Martin Prey) bestritten, doch auch viele andere Figuren haben einen Auftritt, wie beispielsweise Melinda McFaden oder Kate Harding, gesprochen von Luise Lunow. Sogar die Schauspielerin Katja Riemann hat einen kleinen Auftritt als Computerstimme. Das Finale als solches, inklusive seiner Auflösung des Porterville-Rätsels, dürfte die Fangemeinde jedoch spalten. Was Hendrik Buchna hier zu Papier gebracht hat, ist eine aberwitzige und originelle Story, die sicherlich niemand in dieser Form erwartet hat. Die letzten beiden Tracks muten zunächst wie Minutenschinderei an, erfüllen aber einen wichtigen Zweck und vergegenwärtigen dem Hörer in kurzen Flashbacks die Stimmen und Charaktere der ersten 17 Folgen. Hier wird noch einmal deutlich, wie fein die einzelnen Episoden eigentlich aufeinander abgestimmt sind. Ob das Finale gefällt oder nicht, muss jeder für sich entscheiden, doch selbst, wenn dies nicht der Fall sein sollte, hält man immer noch 17 geniale Thriller in Händen, die auch nach mehrmaligem Hören nichts von ihrem Reiz verlieren. Schließlich entdeckt man immer wieder was Neues.

Zum Layout müssen nicht mehr viele Worte verloren werden. Infos zu den Autoren gibt es satt und die schmucke Hartkarton-Box macht sich unheimlich gut im Hörbuch-Regal. Ein Schmuckstück für jede Sammlung.

Fazit:
Stephen King hätte bestimmt seine helle Freude an diesem Projekt. Ein großartiges Finale, das alle Erwartungen übertrifft.

Copyright © 2011 by Florian Hilleberg

 

© by 2011
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