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Rezension - Dark Worlds

Alfred Wallon / David Whitehead
Dark Worlds
Sprecher: Christoph Nolte
Musik: Thomas Nolte

Abenteuer, Hörbuch
Action Verlag, Essen, Dezember 2010
MP3 -DVD, 11:59 Stunden
ISBN: 9783862103300

Die Welt in einer nahen Zukunft – oder das, was von ihr noch übrig geblieben ist: ein lebensfeindlicher und gesetzloser Ort, an dem Endzeitcowboys zwischen Teermeeren und trockenen Wüsten einen knallharten Überlebenskampf führen. Angeführt vom jungen Ryan, dessen Pflegeeltern einem Mord durch Outlaws zum Opfer gefallen sind.
Dabei hat Ryan in seinem blinden Hass auf die Mörder nur noch eines im Sinn: Rache. In seinem blinden Hass hat er nur noch ein Ziel vor Augen: Er will das sagenumwobene geheime Tunnelsystem tief in den Ausläufern des nördlichen Grand Canyons finden, wo Luther Collins, ein legendärer und befehlsverweigernder General der US Army, seine letzte Zuflucht gefunden hat.
Mithilfe von Collins atomaren Waffenschatz will Ryan endgültig das Böse von der Welt verbannen ...

Eine typische Westernstory, die in eine apokalyptische Welt verlegt ist - das ist eine interessante Sache. Man denkt an Star Trek, wo das Konzept des Treks nach Westen, die Abenteuer an der Grenze zum Unbekannten im All Ähnlichkeit mit dem Leben an der Frontier hatte, was auch tatsächlich das (sehr) ursprüngliche Konzept der Serie war. Was das Hörspiel von der Serie unterscheidet, ist die klare Entscheidung für das Science Fiction Genre, die man eigentlich vermuten würde, angesichts einer apokalyptischen Welt, die schon in naher Zukunft spielt. Das wird bereits in der ersten Stunde ersichtlich, in der eigentlich eine Einführung in die Welt vorgenommen werden müsste. Jedoch außer der Information, dass gefährlich mutierte Tiere in Teersümpfen hausen, wird nichts erwähnt. Man erfährt nichts über die Lebenswelt der Charaktere, was für den Hörer unbedingt wichtig wäre, um sich in der Logik der Welt zurechtzufinden. Warum ist diese (unsere) Welt apokalyptisch? Was ist passiert? Warum gibt es diese Teermerre und mutierten Wesen? Gab es einen Atomunfall? Keine Information darüber, der Hörer muss die Gegebenheiten als Fakt hinnehmen, ohne Glaubwürdigkeiten abwägen zu können. Es wäre zumindest interessant gewesen, zu wissen, aus welchem Grund sich die Menschheit in naher Zukunft entscheiden wird, wieder wie Cowboys aus dem 19. Jahrhundert zu leben, zu Pferd unterwegs zu sein und den technischen Standard in etwa wie heute zur Verfügung zu haben. J.R.R. Tolkien hat in seinem wichtigen Aufsatz Über Märchen geschrieben, dass es nicht ausreicht, einfach eine grüne Sonne in eine fiktive Welt zu sezten. Man muss eine Welt erschaffen, in der die grüne Sonne glaubhaft ist, und er nennt die Leistung dahinter eine Elbenkunst, also etwas, das nicht sehr einfach zu bewerkstelligen ist. (J.R.R. Tolkien: Über Märchen. In: Die Ungeheuer und ihre Kritiker. Gesammelte Aufsätze. 1987 Klett Cotta, Stuttgart, S. 180).
Dieses grundlegende Konzept zu glaubhaften Vereinigung der Wester / SF-Genres fehlt der Geschichte, sie konzentriert sich zu sehr auf Charaktere, die in einem reinen Western-Setting gut aufgehoben wären und auch keine so große Kontextualisierung nötig gehabt hätten. Es scheint, als wäre hier zu viel auf einmal gewollt, was auch die 12h Spieldauer anbelangt, die meiner Meinung nach nur schwer von nur einem Sprecher allein getragen werden kann und in diesem Fall die Geschichte ins Dröge zieht. Der Sprecher Christoph Nolte macht seine Sache jedoch sehr gut, nur an manchen Stellen habe ich etwas mehr stimmliche Ausdifferenzierung vermisst. Insgesamt ist das Hörbuch ist nichts für Science Fiction Fans, hier finden sich eher Western-Begeisterte wieder, die sich nicht an SF-Elementen stören.

Copyright © 2011 by Rebecca Hagelmoser

 

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