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Alfred Wallon / David WhiteheadDark Worlds Sprecher: Christoph Nolte Musik: Thomas Nolte Abenteuer, Hörbuch Die Welt in einer nahen Zukunft – oder das, was von ihr noch übrig geblieben ist: ein lebensfeindlicher und gesetzloser Ort, an dem Endzeitcowboys zwischen Teermeeren und trockenen Wüsten einen knallharten Überlebenskampf führen. Angeführt vom jungen Ryan, dessen Pflegeeltern einem Mord durch Outlaws zum Opfer gefallen sind. Eine typische Westernstory, die in eine apokalyptische Welt verlegt ist - das ist eine interessante Sache. Man denkt an Star Trek, wo das Konzept des Treks nach Westen, die Abenteuer an der Grenze zum Unbekannten im All Ähnlichkeit mit dem Leben an der Frontier hatte, was auch tatsächlich das (sehr) ursprüngliche Konzept der Serie war. Was das Hörspiel von der Serie unterscheidet, ist die klare Entscheidung für das Science Fiction Genre, die man eigentlich vermuten würde, angesichts einer apokalyptischen Welt, die schon in naher Zukunft spielt. Das wird bereits in der ersten Stunde ersichtlich, in der eigentlich eine Einführung in die Welt vorgenommen werden müsste. Jedoch außer der Information, dass gefährlich mutierte Tiere in Teersümpfen hausen, wird nichts erwähnt. Man erfährt nichts über die Lebenswelt der Charaktere, was für den Hörer unbedingt wichtig wäre, um sich in der Logik der Welt zurechtzufinden. Warum ist diese (unsere) Welt apokalyptisch? Was ist passiert? Warum gibt es diese Teermerre und mutierten Wesen? Gab es einen Atomunfall? Keine Information darüber, der Hörer muss die Gegebenheiten als Fakt hinnehmen, ohne Glaubwürdigkeiten abwägen zu können. Es wäre zumindest interessant gewesen, zu wissen, aus welchem Grund sich die Menschheit in naher Zukunft entscheiden wird, wieder wie Cowboys aus dem 19. Jahrhundert zu leben, zu Pferd unterwegs zu sein und den technischen Standard in etwa wie heute zur Verfügung zu haben. J.R.R. Tolkien hat in seinem wichtigen Aufsatz Über Märchen geschrieben, dass es nicht ausreicht, einfach eine grüne Sonne in eine fiktive Welt zu sezten. Man muss eine Welt erschaffen, in der die grüne Sonne glaubhaft ist, und er nennt die Leistung dahinter eine Elbenkunst, also etwas, das nicht sehr einfach zu bewerkstelligen ist. (J.R.R. Tolkien: Über Märchen. In: Die Ungeheuer und ihre Kritiker. Gesammelte Aufsätze. 1987 Klett Cotta, Stuttgart, S. 180). Copyright © 2011 by Rebecca Hagelmoser |