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Rezension - Abseits der Wege - Folge 2

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von
Florian Hilleberg | Rebecca Hagelmoser

Andreas Gloge, Volker Sassenberg, Marc Sifrin
Abseits der Wege - Folge 2
Kapitel 2 - Stromabwärts
Titelgestaltung von Neddermeyer

Fantasy, Hörspiel
Decision Products, Berlin, Oktober 2007
Audio-CD, 10 Tracks, 60 Minuten
Preis: 9,95 Euro
ASIN: B000VT2U9O

www.abseits-der-wege.net
www.abseitsderwege.info

Gaston Glück und seine Freunde machen sich auf den Weg stromabwärts des großen Flusses, um Gastons Vater zu finden, der auf mysteriöse Weise verschollen ist. Die Spur führt zu einer Siedlung in den Bäumen, die sich an der Kreuzung zweier Ströme befindet: Flusskreuz. Gaston Glück und seine Freunde, Dungring und Halmir, setzen alles daran den dicken Wirt ausfindig zu machen, der durch eine geheimnisvolle Botschaft fortgelockt wurde. Doch auch die Gesandten des Königs sind Tebald Glück auf den Fersen. Dann aber kommt es zur Katastrophe, als sich das unheimliche Welkenwerk Zutritt zur Siedlung verschafft …

Das zweite Kapitel der neuen Fantasy-Saga ist weitaus rasanter und spannender als die erste Folge, bei der sich der Hörer erst mit den neuen Charakteren vertraut machen musste. Die Geschichte nimmt langsam Form an und besitzt mit dem Welkenwerk eine recht gruselige Komponente. Epische Schlachten sind in der Serie Fehlanzeige, dafür warten die Autoren Volker Sassenberg, Andreas Gloge und Marc Sifrin mit einer stimmigen und packenden Story auf, die den anspruchsvollen Hörer eine knappe Stunde exzellent zu unterhalten weiß. Immer wieder faszinierend ist vor allem die opulente Geräusch- und Klangkulisse, die das Hörspiel zu echtem Ohrkino macht. Gerade die Inszenierung des Welkenwerks kann dem halbwegs fantasiebegabten Hörer erschauern lassen. Unterlegt wird das Geschehen von der großartigen Musik, die von Sassenberg und Matthias Günthert stammt und in Zusammenarbeit mit dem Symphonic Silence Orchestra aus Bukarest zu einem wahrhaften Hörgenuss geworden ist, der sich hinter den klanggewaltigen orchestralen Soundtracks diverser Blockbuster nicht zu verstecken braucht. Zu guter Letzt sorgen die Sprecher für ein rundum gelungenes Hörvergnügen. Timmo Niesner, Jürgen Kluckert, Stefan Krause, Hannes Maurer und Volker Sassenberg himself, als Knorpelgnom Po, sind nur die Spitze des Eisberges. Als alte Fischerin brilliert Gisela Fritsch, die einen erstklassigen Job macht, ganz genauso wie Engelbert von Nordhausen, der leider nur eine kleine Rolle erhalten hat. Heinz Ostermann, der als Erzähler in Folge 1 nicht immer angemessen wirkte, hört sich in dieser Episode schon weitaus gefestigter an und verleiht dem Angriff des Welkenwerks eine zusätzliche Dramatik.

Die Hörspiele machen bereits äußerlich einen sehr edlen und anspruchsvollen Eindruck. Die märchenhafte Bookletgestaltung verrät, dass mit viel Sorgfalt und Mühe an die Produktion herangegangen wurde. Inhaltlich muss sich der Hörer bei dem Begleitheft mit den Standardinformationen (Stab und Besetzung) zufriedengeben. Für die Zukunft wäre ein Glossar sicherlich angebracht.

Fazit:
Wundervoll inszeniertes Fantasy-Märchen mit Niveau und Spannung. Ein Meisterwerk der Fantasy, das die Imaginationskraft des Hörers wie von selbst stimuliert.

© Florian Hilleberg

Andreas Gloge, Volker Sassenberg, Marc Sifrin
Abseits der Wege - Folge 2
Kapitel 2 - Stromabwärts
Titelgestaltung von Neddermeyer

Fantasy, Hörspiel
Decision Products, Berlin, Oktober 2007
Audio-CD, 10 Tracks, 60 Minuten
Preis: 9,95 Euro
ASIN: B000VT2U9O

www.abseits-der-wege.net
www.abseitsderwege.info

Einige Zeit nach dem Großen Fest ist trügerische Ruhe in Tiefenhag eingekehrt. Myrell, die ahnt, dass Tebald mehr ist als ein Wirt, ist mit dem Purpurnen Prüfer abgereist. Gaston hat indessen eine aufwühlende Begegnung mit dem Unlichen Lyssandrer, der ihn vor einem »Jäger« bewahrt und ihn warnt, dass er seinem Vater folgen müsse, denn er würde »alle verraten, um sein Geheimnis zu wahren«. Besorgt folgt Gaston seinem Vater nach Flusskreuz, dem Ort stromabwärts, gemeinsam mit Dungring und Halmir. Auch Po ist mit von der Partie. Kaum in Flusskreuz angekommen, geraten die Freunde in gefährliches Fahrwasser: Ein Verräter wird von den Männern des Königs gesucht, und es ist just der Mann, den Gastons Vater aufsucht. Schwer angeschlagen übergibt der Mann, der bei einer »Fischerin« untergekommen ist, Tebald ein kleines Säckchen. Fast gleichzeitig bemerkt Gaston mit Schrecken, was Po zuvor mit der Versenkung kleiner Funkelfliegen-Laternen angerichtet hat: Das Welkenwerk hat dadurch eine Lücke in einem Schutzkreis gefunden, der um die Stadt gezogen war. Das Chaos bricht los, im Getümmel wird eines der schwarzen Pergamente zerstört – die Sterne am Firmament erlöschen. Wird Gaston seinen Vater rechtzeitig finden und fliehen können und mehr über sein Geheimnis erfahren?

Der zweite Teil Volker Sassenbergs Geschichte kommt mit einer gehörigen Portion Action im Gepäck. Wir bekommen ein wenig mehr Hinweise, die uns die Welt, in der schon immer Herbst war, ein wenig mehr erschließen. Die Inszenierung ist wie im ersten Teil durch die Sprecher und die tragende Musik von allererster Qualität. Im Laufe dieser Folge gewinnen die Charaktere mehr an Kontur, sodass die Sprecher aus dem »Herr der Ringe« nicht mehr länger das Bild von Mittelerde heraufbeschwören, sondern »eigen« werden (auch wenn mir Gaston immer noch ein wenig zu klein vorkommt und barfuß ist. Besser gefallen hat mir hier der Erzähler, der mehr mit der Stimme arbeitet und so die Stimmung mehr mitprägt als im vorangegangenen Teil. Ein paar mehr Informationshäppchen und die schöne Idee, was Schrift und Worte für die Existenz des Landes bedeuten könnten, lassen mich gespannt die nächste CD einlegen.

© Rebecca Hagelmoser

 

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