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Jason Dark, Thomas TippnerGeister-Schocker - Folge 1 Bei Vollmond holt dich der Vampir Titelillustration von Del Nido Horror, Hörspiel Jeff Spencer, Vertreter für Damenunterwäsche, bleibt mitten in der Nacht bei strömenden Regen mit dem Auto stehen. Die einzige Behausung weit und breit ist die prächtige, aber unheimlich anmutende, Villa von Linus Mortimer. Der strenge, herrische Mann nimmt Spencer bei sich auf, der sofort von Mortimers Tochter Ellen gefangen ist. Ellen ist allerdings sehr bedrückt, und erzählt von seltsamen Dingen, die im Haus vor sich gehen. Mitten in der Nacht erwacht Jeff Spencer und beobachtet, wie die beiden Söhne Mortimers, Paul und George, eine Leiche auf dem alten Friedhof verscharren, der hinter dem Haus liegt. Als Jeff den beiden Männern folgt, wird er von einer gespenstischen Frau angegriffen, die augenscheinlich ein Vampir ist. George und Paul vertreiben die Vampirin und schlagen Jeff besinnungslos. Am nächsten Tag behaupten sie, Jeff sei schlafgewandelt und die Treppe hinabgestürzt. Der Vertreter für Damenunterwäsche ist sich sicher, hier stimmt etwas nicht. Er stellt Linus Mortimer zur Rede, der allerdings alle Vorwürfe gegen ihn und seine Familie abwiegelt. Auch der Sheriff schenkt Jeff Spencer keinen Glauben. Jeff beschließt, auf eigene Faust dem Spuk ein Ende zu bereiten, um Ellen aus den Fängen ihres machtbesessenen Vaters zu befreien – nicht ahnend, dass das nackte Grauen auf ihn wartet … Nun hat sich auch die Romantruhe an die Eroberung des Hörspielmarktes begeben und startet sein Programm mit einer klassischen Grusel-Reihe, in der Vertonungen von Heftromanen erscheinen. Die als »Geister-Schocker« betitelte Reihe ist nach der gleichnamigen Roman-Edition benannt, die sich aber inhaltlich von den Hörspielen stark unterscheidet. Als Folge 1 wurde ein Roman von Jason Dark ausgewählt, dem fleißigen Autor, der die Leser Woche für Woche mit seiner Erfolgsserie JOHN SINCLAIR unterhält. Aus marktwirtschaftlicher Sicht sicherlich die richtige Entscheidung, denn der Name Jason Dark ist häufig auch den Nichtlesern der Heftromane ein Begriff und Hörspielfreunden durch die vielen John-Sinclair-Vertonungen geläufig. Für die Fans des Schriftstellers geht mit diesem Hörspiel mit Sicherheit ein Traum in Erfüllung, denn »Bei Vollmond holt dich der Vampir« ist der zweite Gruselroman, den Jason Dark schrieb und einer der wenigen Titel, in denen John Sinclair nicht mitspielt. Für das Skript konnte Thomas Tippner gewonnen werden, der mit seiner Serie DER ORDEN bereits für viel Wirbel sorgte und auch die Spielbücher für die Serie GORDON BLACK geschrieben hat, die im Sommer 2009 erscheinen wird. Tippner hat den durchschnittlichen, anspruchslosen Gruselstoff in ein kurzweiliges Hörspiel umgewandelt, dass so viel Eigenständigkeit besitzt, um auch aus heutiger Sicht gut zu unterhalten. Dennoch ist die inhaltliche Nähe zum Roman vorhanden, und wenn man das Heft gelesen hat, wird man die Handlung im Hörspiel schnell wiedererkennen. Die Handlung wird an vielen Stellen durch eine notwendige Portion Humor aufgelockert, der dem Hörspiel hörbar gut tut. Sprachlich nicht unbedingt ausgefeilt, aber in seiner Machart durchaus an die Gruselserie von H.G. Francis erinnernd, überzeugt das Hörspiel vor allem durch die exorbitante Sprecherauswahl. Mit Helmut Krauss wurde ein grandioser Schauspieler angeworben, der als Erzähler einfach kongenial ist. Den Part von Jeff Spencer hat Reent Reins übernommen, der den harten Kerl der alten Schule ideal verkörpert, und hier in einer seiner seltenen Hörspiel-Hauptrollen zu hören ist. Eine gute Wahl, denn einen der unzähligen Synchronsprecher bekannter Hollywoodstars zu nehmen ist mittlerweile kein Novum mehr und lockt auch keinen Käufer hinter dem Ofen hervor. Die Macher haben sich auf die Anfänge besinnt und die Stars der Hörspielbranche zu neuen Ehren verholfen. Rainer »Larry Brent« Schmitt ist als bärbeißiger Sheriff zu hören, während seine einstige Partnerin Heidi »Morna Ulbrandson« Schaffrath als Gloria Mortimer brilliert. In der Rolle des Obdachlosen Alfie ist Eckard Dux zu hören, und Claus Fuchs darf dieses Mal einen Arzt und Leichenbeschauer spielen. Die Glanzlichter der Produktion sind allerdings Katja Brügger und Lutz Mackensy. Erstere spielt in einer der beklemmendsten und besten Szenen des Hörspiels eine Vampirin, die ihr Opfer zunächst in Sicherheit wiegt, um dann in einem wahren Blutrausch anzugreifen. Eine Szene, die in ihrer Eindringlichkeit an das LARRY-BRENT-Hörspiel »Marotsch, der Vampir-Killer« erinnert. Lutz Mackensy spielt Linus Mortimer und hat damit die negative Hauptrolle inne. Mackensy gelingt es mühelos, die überheblich arrogante Art des Meistervampirs die gesamte Spielzeit über glaubhaft aufrechtzuerhalten. Wieder ein eindrucksvoller Beweis für die Wandlungsfähigkeit des Schauspielers, der allein in seiner Stimme eine wahnsinnige Aussagekraft besitzt. Bereits an der Titelgestaltung sieht der Käufer, dass er ein echtes Gruselhörspiel in Händen hält. Der Vampir im Dracula-Outfit wirkt zwar als Computergrafik ein wenig steril und kitschig, passt in seiner Gesamtheit aber perfekt zu Titel und Inhalt. Das Innenleben des Booklets wurde nicht nur für Eigenwerbung verwendet, sondern auch für eine Kurzvorstellung der wichtigsten Personen, ganz im Stil der Charakterbeschreibungen in den Heftromanen des Pabel-Verlags. Fazit: © Florian Hilleberg |