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Edgar Allan Poe , Marc GruppeGruselkabinett 46 Die Maske des roten Todes Illustration: Firuz Askin Horror, Hörspiel Edgar Allan Poes Kurzgeschichte »Die Maske des roten Todes« wurde in den 60er Jahren genial von Roger Corman mit einem geradezu teuflischen Vincent Price verfilmt (der deutsche Titel lautete »Satanas - Das Schloss der blutigen Bestie«). Das Drehbuch verband dabei zwei Geschichten von Poe, zum einen eben »Die Maske des roten Todes« und zum anderen »Hopp-Frosch«. Beide Geschichte ergänzen sich auf überraschende Weise, besonders dann, wenn man versucht, diese zu dramatisieren. So gesehen verwendete auch Marc Gruppe für das Hörspiel »Die Maske des roten Todes« Merkmale dieser beiden Erzählungen, um sie zu einer Geschichte zusammenzufassen. Diese spielt in Italien im Jahr 1750. Das Land wird von einer Seuche mit dem Namen roter Tod heimgesucht. Fürst Prospero aber möchte dieser Pest trotzdem, in dem er sich zusammen mit seinen Ministern und anderen Adligen in seinem Schloss verbarrikadiert. Mit dabei sind auch der missgebildete Zwerg Hopp-Frosch sowie seine Geliebte Tripetta. Prospero und seine Minister machen sich einen Spaß daraus, Hopp-Frosch aufs widerlichste zu demütigen. Doch dieser ersinnt eine schreckliche Rache. Bereits der erwähnte Corman-Film gehört zu den düstersten Produktionen der damaligen Poe-Reihe. Das Hörspiel von Marc Gruppe und Stephan Bosenius steht dem in nichts nach. Auch hier wird eine unheimlich-düstere Atmosphäre geschaffen, die bedrückend stimmt, zugleich aber auch einen bizarr-surrealen Charakter aufweist. Schon allein die Angst vor dem roten Tod, welche den Fürsten auf die Idee bringt, sich in seinem Schloss davor zu verstecken, ist ein Merkmal dafür. Schließlich auch die tragisch-teuflische Figur des Gauklers Hopp-Frosch, der die ganze Zeit über an einem tödlichen Plan arbeitet. Die Genusssucht von Prospero führt dazu, dass er letztendlich alles für Unterhaltung hält, selbst die übelsten Dinge, so dass er manche Sachen übersieht. Gekonnt stellt das Hörspiel diese beiden Figuren gegenüber, woraus sich eine Art Zweikampf entwickelt, der die Macht des Fürsten und die List des Gauklers zum Thema hat. Dabei vergisst Marc Gruppe auch nicht die berühmtberüchtigten farbigen Säle zu erwähnen sowie das schwere Geräusch des Uhrenpendels, das zudem schön an die Poe-Verfilmungen erinnert. Copyright © 2010 by Max Pechmann |