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Rezension - Gruselkabinett 39 - Der Tempel

H. P. Lovecraft, Marc Gruppe
Gruselkabinett 39
Der Tempel
Illustration: Firuz Askin

Horror, Hörspiel
Lübbe/ Titania Medien, November 2009
Audio-CD, ca. 60 Minuten
Preis: 8,99 €
ISBN: 9783785741443

Mit »Der Tempel« legen Marc Gruppe und Stephan Bosenius ihre zweite Lovecraft-Vertonung vor. Bereits das Hörspiel »Der Fall Charles Dexter Ward« gehört sicherlich zu den gelungensten Lovecraft-Adaptionen. »Der Tempel« orientiert sich an der gleichnamigen Kurzgeschichte Lovecrafts.
Es geht um die Besatzung des deutschen U-Bootes U-29. Der Wahnsinn geht um, nachdem bei einem fremden Matrosen eine seltsame Figur gefunden wurde: ein aus Elfenbein geschnitztes Jünglingshaupt. Die unheimliche Situation spitzt sich zu, als das U-Boot in der Tiefe auf einen eigenartigen Tempel stößt, aus dessen Fenstern ein helles Licht strömt. Schon bald versetzen schwere Klopfgeräusche gegen die Außenwand des U-Boots die stark dezimierte Mannschaft in Panik.
H. P. Lovecraft betonte in seinen unzähligen Briefen immer wieder seine Angst vor dem Meer. Alles, was mit Meer zu tun hat, rief in ihm großen Ekel hervor. Aus diesem Grunde lässt er Cuthullhu als schleimiges Etwas in den Tiefen des Ozeans hausen. Der Cuthullhu-Kult wird von fischartigen Wesen zelebriert. In fast allen seinen Geschichten finden sich Anspielungen auf diesen erfundenen Mythos, der Lovecraft nach seinem Tod weltberühmt machte. Heute zählt er neben Edgar Allan Poe zu den Klassikern der amerikanischen Literatur.
Marc Gruppe und Stephan Bosenius schufen aus der Kurzgeschichte »Der Tempel« eine Art Kammerspiel, das sich in einem beengten U-Boot während es Ersten Weltkriegs abspielt. Das Grauen des Krieges wird durch ein anderes, fremdartiges Grauen ersetzt, als das U-Boot auf Grund läuft. Die Entdeckung einer antiken Tempelanlage führt bei der Besatzung zunächst zu Staunen und Entdeckergeist. Doch als sich unerklärliche Phänomene bemerkbar machen, greift die Angst um sich. Und genau hierbei liegt die Stärke des Hörspiels. Denn es kreiert eine unheimliche und bedrohliche Atmosphäre des Ausgeliefertseins. Die Besatzung ist einerseits der sie umgebenden Technik ausgeliefert und andererseits dem Grauen, das sich ihnen unerbittlich nähert. Beides führt zu einem sehr spannenden Hörgenuss.

© Max Pechmann

 

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