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Rezension - Gruselkabinett 38 - Die Spinne

Hanns Heinz Ewers, Marc Gruppe
Gruselkabinett 38
Die Spinne
Illustration: Firuz Askin

Horror, Hörspiel
Lübbe/ Titania Medien, November 2009
Audio-CD, ca. 76 Minuten
Preis: 7,95 €
ISBN: 9783785741436

Hanns Heinz Ewers (1871-1943) ist vor allem durch seine phantastisch-erotischen Geschichten bekannt geworden. Seine berühmte Novelle »Alraune« wurde verfilmt. Seinerzeit jedoch musste er viel Kritik einstecken. Seine Geschichten wurden als unmoralisch, manche sogar als pornographisch verunglimpft.
In seiner Erzählung »Die Spinne« geht es um ein Hotelzimmer, das bisher drei Leuten den Tod gebracht hat. Niemand kennt den Grund dafür. Schnell geht das Gerücht um, dass es in dem Zimmer spuken soll. Als der Medizinstudent Richard Bracquemont davon erfährt, hält ihn nichts mehr davon ab, das Geheimnis des Zimmers zu lösen. Doch kaum ist er dort eingezogen, als nach und nach seltsame Dinge geschehen.
Das Hörspiel von Marc Gruppe und Stephan Bosenius überzeugt auf ganzer Linie. Sie schildern detailliert den psychischen Verfall eines jungen Mannes, der sich selbst für einen reinen Rationalisten hält und daher glaubt, für alles eine Erklärung finden zu können. Zunehmend fällt dieser in eine Art lustbetonten Wahnsinn. Sadomasochistische Anspielungen sind durchaus gewollt. Obwohl das Hörspiel in der Hauptsache in einer Art inneren Monolog des Studenten Richard Bracquemont besteht, führt dies keineswegs zur Langeweile. Ganz im Gegenteil, denn das Stück fasziniert durch seine bizarre Situation, die von Minute zu Minute an Merkwürdigkeit zunimmt. – Ein Hochgenuss für Freunde klassischer Phantastik.

© Max Pechmann

 

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