| Sie sind hier: Startseite - Background - Rezensionen - Sonstige Hörspiel- und Hörbuch-Rezensionen - Gruselkabinett 30 - Der Vampir | ||||
|
||||
John William Polidori, Marc GruppeGruselkabinett 30 Der Vampir Titelillustration von Firuz Askin Horror, Gothic Novelle, Hörspiel Der schüchterne Percy Aubrey wird in die Gesellschaft eingeführt und lernt dort den weltmännischen, souveränen Lord Ruthven kennen. Rasch freunden sich die beiden Edelmänner an und beschließen eine Reise durch Europa zu den geschichtsträchtigen Stätten der Antike zu machen. Percy, ein Vorbild an Tugend und Standhaftigkeit, ist erschüttert, als er miterlebt, wie lasterhaft das Treiben von Lord Ruthven ist, der sich kein Vergnügen entgehen lässt. Bald trennen sich die Wege der Gefährten, und Percy reist allein weiter nach Griechenland, wo er die hübsche Ianthe kennenlernt, in die er sich verliebt. Sie warnt ihren Liebsten eindringlich vor dem Vampir, der in einer nah gelegenen Höhle hausen soll, doch Percy schlägt die Warnungen in den Wind. Bis Ianthe selbst dem Blutsauger in die Hände fällt und der junge Mann mit Entsetzen erkennen muss, hinter welcher Maske sich der Vampir verborgen hat … Aufbauend auf dem Fragment des Dichters Lord Byron schuf dessen Leibarzt John William Polidori die Erzählung »Der Vampir«, die ihre Wurzeln in jenem Sommer 1816 am Genfer See hat, wo letztendlich auch Mary Shelleys »Frankenstein« entstanden ist. Polidori schuf damit den Prototyp der modernen Vampirgeschichte, der später auch Bram Stoker inspirierte. Die trocken erzählte Geschichte vom teuflischen Verführer Ruthven verwandelte Marc Gruppe in ein dramatisches Spielbuch voller überraschender Wendungen und einem gelungenen Finale. Trotzdem bleibt das Hörspiel erstaunlich werkgetreu, und man wundert sich, dass es so lange dauerte, bis diese Erzählung ihren Weg in das GRUSELKABINETT gefunden hat. Doch man kann ja auch nicht alle Highlights auf einmal verpulvern und muss sich die Perlen der Gothic Novelle gut einteilen, denn immerhin soll die Reihe noch lange Bestand haben, so lange derart genial inszenierte Hörspiele dabei herauskommen. Einen Großteil des Reizes dieses Hörstückes machen mit Sicherheit die beiden Sprecher der Hauptfiguren aus. Als Percy Aubrey ist Patrick Bach zu hören, der bereits in »Der Glöckner von Notre Dame« zu hören ist, während Lord Ruthven kongenial verkörpert wird von Christian Stark, dem Star der Hörspielserie DIE SCHWARZE SONNE aus dem Hause LAUSCH – Phantastische Hörspiele. In den Nebenrollen glänzen unter anderem Jochen Schröder, Kaspar Eichel, Bodo Wolf, Kristine Walther und die Hörspiel-Newcomerin Sarah Riedel, die als Ianthe eine Glanzleistung abliefert. Die musikalische Untermalung ist nicht so pompös wie in anderen Produktionen, dafür aber sehr klangvoll. Firuz Askin kreierte ein Gemälde, dessen Kunstfertigkeit der Qualität dieser Hörspielperle in nichts nach steht. Auch äußerlich stimmt wieder einmal alles. Nur inhaltlich bietet das Booklet keinerlei Extras. Fazit: © Florian Hilleberg |