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| Theophile Gautier, Marc Gruppe Horror, Hörspiel,
»Die liebende Tote« oder auch »Die tote Geliebte« des Schriftstellers Theophile Gautier ist eine der besten und eindringlichsten Vampirerzählungen des neunzehnten Jahrhunderts und hat bis heute nichts von seinem Reiz verloren. Wenn man heute die Geschichte liest, fällt bereits auf, wie weltoffen und modern Gautier seine Zeilen zu Papier brachte. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein junger Priester, der den Verlockungen der Liebe erlegen ist und dessen männliche Triebe keineswegs totgeschwiegen werden. In dieser Geschichte wird die vampirische Erotik erstmals in den Vordergrund gerückt und beeinflusste später die Autoren LeFanu und Stoker beim Verfassen ihrer Meistererzählungen »Carmilla« und »Dracula«. Dabei ist Clarimonde keineswegs die durch und durch böse Blutsaugerin, sondern liebt Romuald leidenschaftlich und aufrichtig, zapft ihm nie so viel Blut ab, dass es ihm schaden könnte. Fragwürdiger ist dagegen Romualds Mentor Abbé Serapion, der fanatisch den Leichnam der Untoten sucht, um ihn endgültig zu vernichten. Wenn sich das Gesicht des älteren Geistlichen beim Öffnen des Grabes zu einer dämonischen Fratze verzerrt, stellt sich beinahe automatisch die Frage, wer nun das wahre Monster ist. Dargestellt wird Serapion von Christian Rode, eine Rolle, die der Hörspiel-Veteran mit Bravour meisterte. Kaspar Eichel spielt den in die Jahre gekommenen Romuald der die Geschichte seiner Jugendsünde erzählt. Der junge Priester wird von Julien Haggège gesprochen, der zuletzt Justin Long in »Stirb langsam 4.0« synchronisierte. Haggège ist eine junge unverbrauchte Stimme im Ensemble von Titania Medien und spielt den jungen Romuald sehr überzeugend. Die weibliche Hauptdarstellerin Clarimonde wird von Sabine Arnhold gesprochen, welche die Sinnlichkeit der Figur genau richtig verkörpert. Seltener wurde die Tragik und Erotik einer Geschichte treffender auf einem Booklet wiedergegeben. Die Illustrationen von Firuz Askin sind schlicht genial und gehen in den relativ kleinen CD-Hüllen fast unter. Fazit:
© Florian Hilleberg |