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John Sinclair Hörspiel Edition 2000

Edition 2000

Jason Dark, Oliver Döring
Die Leichenkutsche von London
Titelillustration von Vicente Ballestar

Horror, Hörspiel
WortArt, Köln, September 2011
Audio-CD, 48 Minuten
Preis: 7,95 €
ISBN: 9783785744741

www.sinclair-hoerspiele.de
www.luebbe-audio.de

Um endlich an die Spitze der Londoner Unterwelt aufzusteigen, bittet Logan Costello seinen dämonischen Gönner Dr. Tod alias Solo Morasso um Hilfe. Dieser schickt Xorron mit einer Leichenkutsche nach London, um die Konkurrenz von Costello zu vernichten. An erster Stelle stehen hierbei der Gangsterboss Cass Garrett und seine Unterhändler. Der Mord an Rod Kane ruft John Sinclair und Suko auf den Plan, die sich die Chance Xorron zu vernichten nicht entgehen lassen wollen. Doch der Herr der Zombies erweist sich als mächtiger Gegner. Die Londoner Unterwelt gerät in Aufruhr. Die Zeichen stehen auf Sturm und die Gangster rüsten zum Krieg gegen Costello und seine dämonischen Helfer. Einem Krieg, in dem John Sinclair und Suko zwischen die Fronten zu geraten drohen ...

Einer der Vorteile der Hörspielserie besteht darin, dass sich die Macher, dank der Vorlage von Jason Dark, sehr viel sorgfältiger um die Serienchronologie kümmern können. In den Romanen wurde Logan Costello bereits als etablierter Unterweltboss vorgestellt, während er in den Hörspielen eher als kleines Licht angefangen hat und erst durch die Hilfe von Dr. Tod und seiner Mordliga zum Mafia-Paten aufsteigt. In der vorliegenden Folge holt Costello zum entscheidenden Schlag gegen seinen größten Widersacher Cass Garrett aus, einem Charakter, der in der Heftromanserie übrigens gar nicht vorkommt. Außerdem kommen alle Fans von Xorron voll auf ihre Kosten, der von Udo Schenk herrlich diabolisch gesprochen wird. Auch die Gangster werden so wunderbar bösartig und kaltblütig dargestellt wie immer. Angefangen bei Bernd Vollbrecht als Logan Costello, bis hin zu Wolfgang Bahro als Jason Frogg, Rainer Fritzsche oder Jan Spitzer. Auch Kaspar Eichels tiefe und markante Stimme ist wie geschaffen für einen Mafia-Boss. Die Folge lebt von dem Gangster-Flair, das vor allem in der Ansprache von Digger (Jan Spitzer) an Garretts Leute zum Tragen kommt, unterlegt mit einer stimmungsvollen und passenden Musik. Für den Horror sorgen die grausamen Morde Xorrons, die das Herz eines jeden Splatter-Fans höher schlagen lassen. Hier haben die Effekt-Spezialisten von WortArt wieder tief in die Trickkiste gegriffen. Im Gegensatz zum Roman wird der Einsatz von John Sinclair und Suko sehr viel schlüssiger und realistischer erklärt, denn im Roman begegnen die Geisterjäger dem unheimlichen Gefährt rein zufällig auf der Schnellstraße. Der Part von Bill Conolly fiel sogar gänzlich dem Rotstift zum Opfer. Aus dem zwergenhaften Ghoul wird ein Untoter, denn in den Hörspielen gilt Xorron lediglich als Herr über die Zombies. Etwas unpassend wirkt hingegen der Beschuss mit Vogelfedern auf das Anwesen von Rod Kane, ziemlich am Beginn der Folge. Woher diese Federn stammen, wer sie abgefeuert hat und welchen Sinn sie haben, wird leider nicht erklärt. Schließlich gipfelt die Geschichte in einem dramatischen Finale in der Disco. Hier sorgt Ralph Caspers als DJ für absolutes Hörvergnügen. Ein erstklassiger Sprecher, dem man seine Rolle sofort abkauft. Und schließlich ist es einmal mehr der trockene Humor, der das Hörspiel so besonders macht:
John Sinclair und Suko stehen im Stau.
John: »Du blöde Kuh!«
Suko: »Woher weißt du, dass das 'ne Frau ist?«
John »Ich weiß es einfach. Faaaahr!«
In Sachen Action sorgt der Kampf zwischen den beiden Geisterjägern und Xorron für Spannung und Tempo. Das Ende kommt leider wieder sehr abrupt, dafür dürfte der Epilog für überraschte Gesichter sorgen. So lautet das abschließende Fazit auch für diese Folge: absolut empfehlenswert.

Das stimmungsvolle Cover von Vicente Ballestar wirkt durch die Verkleinerung auf CD-Format und den langen Titel recht überladen.

Fazit:
Der Aufstieg des Logan Costello wird zum Fest für alle Fans von Xorron. Horror und Action gehen in diesem Hörspiel eine fulminante Symbiose ein. Der trockene Humor und die professionelle Machart trösten über das abrupte Ende hinweg.

Copyright © 2011 by Florian Hilleberg

 

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