| Drizzt – Die Saga vom Dunkelelf Folge 1
Der dritte Sohn
Lausch – Phantastische Hörspiele
ISBN: ISBN 3-939600-04-0
Audio-CD: 23 Tracks, 66 Minuten
Autoren: R.A. Salvatore, Günter Merlau
Sprecher:
Drizzt Do'Urden: Tobias Meister
Malice Do'Urden: Elga Schütz
Zaknafein Do'Urden: Michael Prelle
Dinin Do'Urden: Tim Grobe
Nalfein Do'Urden: Roland Floegel
Brizza Do'Urden: Miriam Hensel
Vierna Do'Urdon: Nele Jung
Maya Do'Urden: Viola Livera
Si Nafay Hun'ett: Carla Becker
Masoj Hun'ett: Martin Sabel
Oberin Baenre: Dorothea Reinhold
Yochlol: Dorothea Reinhold
Ginafae De Vir: Corinna Poeszus
Alton De Vir: Peter Woy
Gelroos: Kurt Glockzin
Hatch'ett: Roland Floegel
Shar Nadal: Helmut Gentsch
„Drizzt“ ist die Hörspielumsetzung der Dunkelelf-Saga des Fantasy-Autors R.A. Salvatore.
Der Dunkelelf Drizzt wird als der dritte Sohn des Hauses Do’Urden geboren. Damit muss er als Opfer der Spinnengöttin dienen. Doch kurz vor der Niederkunft tötet Dinin Do’Urden, der Zweitgeborene, seinen Bruder, um Erstgeborener zu werden. Das rettet Drizzt das Leben, der als männlicher Drow (=Dunkelelf) allerdings schwer unter seinen Schwestern zu leiden hat, die allesamt Hohepriesterinnen der Spinnengöttin und damit höhergestellt sind.
Derweil greift das Haus Do’Urden das gegnerische und mächtigere Haus DeVir an und vernichtet es fast vollständig. Nur Alton DeVir kann dem Massaker entgehen und tarnt sich als gesichtsloser Magier. Allerdings hat Alton keine Ahnung wer seine Familie ausgelöscht hat.
Während Alton DeVir auf Rache sinnt, wächst Drizzt heran. Der Waffenmeister Zaknafein Do'Urden erkennt schon sehr bald die kriegerischen Fähigkeiten des Dunkelelfen mit den purpurnen Augen und bildet ihn zum Schwertkämpfer aus, bevor er nach Melee-Magthere geht, der Kampfschule. In der Zaubererschule Sorcere wird ihm die Magie gelehrt, während er im Tempel Arach-Tinilith Gehorsam gegenüber der Spinnengöttin lernen soll.
In grausamen Kämpfen gegen Andersartige beweist Drizzt, dass er zu den besten Schwertkämpfern der Drow gehört. Doch langsam und schleichend macht sich Misstrauen gegen das sinnlose Morden in dem jungen Dunkelelfen bemerkbar ...
Fantasy-Hörspiele sind eher selten, doch dass sich der Stoff nicht weniger eignet als Horror- und Kriminalstorys beweist LAUSCH mit der Saga vom Dunkelelf „Drizzt“. Wenn für ein Hörspiel je das Wort „filmreif“ zutreffend ist, dann für diese Fantasy-Produktion. Effekte, Musik, Tonqualität und natürlich die Besetzung sind einfach kongenial. Allen voran Tobias Meister, welcher den Titelhelden Drizzt spricht und gleichzeitig als Erzähler fungiert. Die angenehm, volltönende Stimme des Synchronsprechers von Hollywood-Größen wie Brad Pitt, Tim Robbins und Kiefer Sutherland passt einfach perfekt zu dem Charakter des Dunkelelfen. Elga Schütz verkörpert die Oberin Malice wunderbar herrisch und mit befehlsgewohntem Ton. Michael Prelle, der in der Serie „Die Schwarze Sonne“ bereits als Edgar Caswell eine mehr als gute Figur machte, spielt hier den Waffenmeister Zaknafein mindestens ebenso überzeugend. In derlei Weise könnte man jeden Sprecher erwähnen und es gibt keine einzige Fehlbesetzung. Schwierig wird es zunächst für Hörer, welche die Romane Salvatores nicht kennen, doch bereits beim zweiten Mal anhören ist man mit den Strukturen der Drow und den Charakteren vertraut. Und wem das immer noch nicht genug ist, der sollte den Namen „Drizzt“ einfach mal googeln. Es gibt genügend Seiten, auf denen man sich über die Serie informieren kann.
Die Hörspielserie bietet jedenfalls alles, was das Herz eines Fantasy-Fans höherschlagen lässt: Helden, Schurken, Monster, magische Zauber und gewaltige Schlachten, hinzu kommt eine eigene faszinierende Welt mit eigenen sozialen Gefügen. Zum Lachen gibt es allerdings nicht viel bei diesem Hörspiel. Das Leben des Dunkelelfen ist geprägt von Leid, Schmerz, Verrat und gemeinem Meuchelmord. Tobias Meister verleiht dem jungen Drow eine gewisse depressive Note mit einem zynischen Unterton.
Das Titelbild zeigt Drizzt selbst und das Coverartwork soll maßgebend für die Serie werden und den Wiedererkennungswert der Hörspiele erhöhen. Die düstere Farbgebung spiegelt auch die Stimmung des Protagonisten wieder.
Fazit:
Ganz großes Kino für die Ohren! Bombastische Effekte und geniale Sprecher machen „Drizzt“ zu den überzeugendsten Fantasy-Hörspielen auf dem Markt.
Was „Der Herr der Ringe“ für den Film ist, verkörpert „Drizzt“ für das Medium Hörspiel.
© Florian Hilleberg
|