Die Hurrikan-Lady
Jack Slade Band 359
von Corina Bomann (Pseudonym: Jack Slade)
64 Seiten/1,50 €
Bastei Verlag (Verlagsgruppe Lübbe)
Als kleines Kind muss Bell Granger mit anhören/-sehen, wie ihre Mutter von skrupellosen Geldeintreibern missbraucht wird. Inzwischen ist sie Kopfgeldjägerin geworden; sie hat von jemandem den Tipp erhalten, dass sich der Vergewaltiger ihrer Mutter in der Stadt Saint City aufhalten solle. Sie erreicht mit letzter Kraft die Stadt, in der gerade ein großes Unwetter tobt und bleibt dann, vom Pferd aus dem Sattel geworfen, im Schlamm liegen. John Fremonts beherztem Eingreifen ist es zu verdanken, dass Bell heil in Molly Flanders Saloon (oder vielmehr Bordell) gebracht werden kann. Fremont ist der Lehrer der Stadt; nach dem Tod seiner Frau hatte er sich selbst aufgegeben und lebt seitdem unauffällig. Bell und Fremont verstehen sich auf Anhieb gut und empfinden füreinander. Doch Bell hat inzwischen nicht den Grund vergessen, warum sie nach Saint City gekommen ist; um herauszufinden, ob der Bürgermeister der Stadt wirklich der Gesuchte ist, schleicht sie sich – sozusagen undercover – als Angestellte Molly Flanders ausgebend, in dessen Haus, wo ihr bestätigt wird, dass der Bürgermeister der Vergewaltiger ihrer Mutter ist. Doch bald kommt heraus, dass Bell nicht im Sinn hat, dem Bürgermeister schöne Stunden zu bereiten...
Nun, nachdem ich kürzlich meinen ersten Lassiter-Roman gelesen und rezensiert habe (siehe Rezension zu Lassiter Band 1747 – „Colonel Bravos Rückkehr“), ist nun ein Jack Slade-Roman aus der Feder von Corina Bomann dran.
Zuerst einmal freute mich, dass bei diesem Roman zu Beginn ein kleines Rätsel im Raum stand, nämlich wer die gesuchte Person ist. Wie auch der Lassiter-Roman ist dieses Heft für mich ein Western, der sich in nichts von den anderen typischen Western unterscheidet.
Im Gegenteil: Die Figuren Bell Granger und vor allem John Fremont werden für mich sehr realistisch dargestellt; die Autorin schildert grandios, wie aus dem zurückgezogen lebenden Lehrer wieder ein fröhlicher, lebenslustiger Mensch wird und wie er sich nach dem Tod seiner Frau wieder einer anderen nähert. Das hat mir richtig gut gefallen.
Nebenbei: Man hört ja so einiges, von wegen dass Jack Slade noch zigmal schlimmer wäre als Lassiter (was den Sex angeht), dennoch hat sich dieses Gerücht/Vorurteil wieder einmal als falsch erwiesen (zumindest in diesem Falle, wieder einmal muss ich dazu sagen, dass ich nicht weiß, ob das lediglich die Ausnahme ist). Auch in diesem Falle (wie bei Lassiter) gab es lediglich zwei Szenen, insgesamt auf ca. 2 Seiten verteilt und ich finde, dass es daran nichts zu meckern gibt (wie gesagt, wer sich davor fürchtet, kann diese zwei Seiten überblättern, ohne dadurch etwas vom Roman zu verpassen).
Hat mir gefallen. Freue mich auf weitere Western von Corina Bomann.
© Koopa
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