Catherine Jinks
Teuflisches Genie
Originaltitel: Evil Genius, Allen and Unwin, Australien
Übersetzung: Jakob Schmidt, Bernhard Kempen
Titelbild von Werner Schlosser / finepic
Thriller, Taschenbuch
Knaur, Mai 2008
560 Seiten/ 12,95 €
ISBN: 9783426500415
Mit sieben Jahren lernt Cadel, wie man sich in Computernetzwerke hackt. Mit acht legt er schon ganze Städte lahm. Und mit vierzehn beginnt er seine Ausbildung am AXIS-Institut, wo Spionage, Sabotage und Giftmord auf dem Lehrplan stehen. Sein Ziel: eines Tages die Weltherrschaft an sich reißen und damit den Traum seines Vaters erfüllen, eines ebenso brillanten wie eiskalten Verbrechers. Da gibt es nur ein Problem: Cadel soll durch und durch böse sein – und ist eigentlich ein richtig netter Junge …
Er ist etwas anders als andere Kinder – der Cadel Pigott. Ein Sonderling, der sich in seiner Freizeit mit Computern beschäftigt. Cadel sieht seine Welt in Datenströmen, hackt sich in fremde Netzwerke ein. Und erhält dadurch Computerverbot. Doch in den Psychologen Thaddeus Roth findet er einen Menschen, der ihm während der Zeit der Behandlung gestattet, seinen Computer zu benutzen, um mit den Datenexperimenten fortfahren zu können.
Von seinem Psychologen erfährt Cadel Pigott, dass sein leiblicher Vater ein Genie ist und alles erdenklich Mögliche versucht, die Welt zu verändern. Er vertritt die Auffassung, dass nur die intelligentesten Menschen in der Lage seien, die Macht an sich zu reißen. Da Cadels Vater im Gefängnis sitzt, kann er mit seinem Sohn nur über versteckte Kameras Kontakt aufnehmen.
Nach erfolgreichem Schulabschluss kommt der 14-jährige Cadel an das AXIS-Institut, welches sein Vater gründete. Dort wird ihm das notwendige Wissen vermittelt, um Menschen kontrollieren und manipulieren zu können. Ist Cadel Pigott in diesem Institut wirklich gut aufgehoben?
»Teuflisches Genie« der Autorin Catherine Jinks ist der Auftaktband einer Trilogie, der sich dem jungen Genie Cadel Pirott widmet. Zugegeben, am Anfang des Lesens hatte ich ein wenig den Eindruck, ein langweiliges Buch in den Händen zu halten. Doch je mehr Seiten ich las, desto mehr wurde ich davon überzeugt, dass ich es mit einer eigenwilligen und individuellen Lektüre zu tun habe.
Gibt es doch in der Zeit, in der wir leben, genügend Beispiele, in denen sich Jugendliche von ihrer Umwelt abkapseln und sich stundenlang vor den PC setzen. Dabei kommen sie auf die skurrilsten Gedanken; sei es das Einhacken in fremde Systeme oder die Entwicklung neuer Viren und Trojaner.
Obwohl sich im ersten Moment »Teuflisches Genie« nicht wie ein Thriller liest - eher wie ein Buch für Kinder – gelingt es der Autorin, mit ihren Protagonisten und auch mit dem Leser zu spielen. Man weiß nicht so richtig, wohin die Handlungsstränge führen könnten. So auch nicht die Hauptfigur Cadel. Es braucht seine Zeit, bis er nach einem Vorfall begreift, was man eigentlich von ihm wirklich will. Was Cadel von anderen unterscheidet: Er hat ein Gewissen. Und dieses hilft ihm, seine erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten dazu zu benutzen, um zurückschlagen zu können.
Fazit:
»Teuflisches Genie« ist ein Thriller, bei dem man etwas Geduld und eine gewisse Einstellung zu originellen Thematiken aufbringen muss. Wer dies schafft, wird mit einem spannenden und unerwarteten Ende belohnt.
© Wolfgang Brandt |